Bayonetta Origins im Test - so gut wie Bayonetta 3?
Test
Bayonetta Origins ist das erste Adventure-Spiel der Reihe. In unserem Test klären wir, wie gelungen das Switch-exklusive Spin-Off mit Hexe Cereza ist.
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Das verzeiht man dem Spiel aber sehr gerne, denn besonders zum Ende der etwa 15-stündigen Story hin nimmt die Erzählweise an Fahrt auf und hat auch einige Überraschungen auf Lager. Mitunter sorgen manche Momente sogar dafür, dass man gut und gerne die Motivation ganzer Figuren hinterfragt. Das lässt trotz einiger Anfangsschwierigkeiten das Gefühl aufkommen, eine ereignisreiche Reise erlebt zu haben.
Anstrengende Charaktere mit langsamer Entwicklung
Der Knackpunkt des Spiels sind wiederum die beiden Hauptcharaktere. Cereza und ihr Dämon Cheshire haben theoretisch ein passendes Zusammenspiel - die Gegensätzlichkeit der beiden tut dem Game gut. Cheshires Trotz und Wildheit gleichen dabei Cerezas Nettigkeit und Ängstlichkeit gelungen aus. Für sich genommen ist aber gerade die angehende Hexe den großen Teil der Story hinweg sehr anstrengend. Das äußert sich vor allem durch Cerezas bewusst übertrieben dargestellte Unsicherheit. Ihre Stimme ist durchgängig gekennzeichnet von Kindlichkeit und Naivität, ihre riesigen Augen und Brillengläser verstärken diesen Eindruck noch einmal. Wer an besagter Art des Charakterdesigns nicht grundsätzlich Gefallen findet, muss sich womöglich daran gewöhnen.
Das Spiel ist sich dessen aber bewusst und spielt damit, etwa durch entsprechende Anmerkungen der Erzählerin. Außerdem macht Cereza im Verlauf der Handlung auch langsame Entwicklungsschritte durch. Beispielsweise entscheidet sie sich dafür, den entführten Kindern gegen die Feen zu helfen, und das auch ohne Cheshires Unterstützung. Bis zum Ende hin werden diese mühsam erarbeiteten Weiterentwicklungen aber jedes Mal jäh unterbrochen, wenn Cerezas Mutter auch nur erwähnt wird, wenn es eine Ansage ihrer Lehrerin Morgana gibt oder wenn Cheshire mürrisch ist.
Quelle: Nintendo
Auch der Dämon selbst entwickelt sich bis kurz vor Ende der Handlung kaum weiter. Daher fühlt es sich auch an, als ob die Veränderungen, die sich in der Beziehung der beiden Gefährten zum Finale der Geschichte einstellen, aus dem Nichts kommen. Es zeigt sich also: Story und Charaktere sind nicht die Stärken des Spiels.
Kniffliges Gameplay mit Lerneffekt
Geht es dann an das Gameplay, erinnert Bayonetta Origins in vielen Teilen an eine Koop-Session. Ähnlich zu Brothers: A Tale of Two Sons (unseren Test dazu findet ihr hier) steuert ihr Cereza und ihren Dämon Cheshire nämlich separat. Das ist recht gewöhnungsbedürftig und an vielen Stellen auch schwierig, weil die beiden nah beieinanderbleiben müssen, um nicht zu sterben. Da ist es recht entgegenkommend, dass die Steuerung gerade zu Beginn noch ziemlich simpel ist. Zusätzliche Features werden erst nach und nach eingebaut, sodass man sich entspannt daran gewöhnen kann.
Wenn euch die Steuerung doch einmal zu kompliziert ist, könnt ihr sie euch im Menü einfach noch einmal anschauen. Viele Elemente könnt ihr dort auch auf manuell stellen, um euch damit nicht selbst abmühen zu müssen. In den "Spielunterstützungen" ist darüber hinaus die Gegnerstärke sowie euer erlittener Schaden anpassbar.
Quelle: Nintendo
Beim Spielen haben Cereza und Cheshire jeweils bestimmte Fähigkeiten, die sich gegenseitig ergänzen. Die junge Hexe beherrscht Umbra-Künste wie den Hexenpuls, mit dem sie manche Ziele wie Inferno-Pflanzen wachsen lässt und so Abgründe und Hindernisse überwindet. Mit der Dornenfessel wiederum fesselt sie böse Gewächse und Feen, um sie kurzzeitig außer Gefecht zu setzen. Das ist ihre einzige Möglichkeit, in den Kampf einzugreifen.
