Bayonetta 3 im Test: Monströse Action-Orgie ohne Rücksicht auf Verluste - mit Video

Test Stefan Wilhelm
Bayonetta 3 im Test: Monströse Action-Orgie ohne Rücksicht auf Verluste - mit Video
Quelle: Nintendo / Platinum Games

Platinum Games' Vorzeigereihe Bayonetta ist wieder da - mit noch mehr durchschlagenden Fähigkeiten, noch durchgeknallteren Actionszenen und mit dem gewohnt fantastischen Kampfsystem. Ob Bayonetta 3 damit seine kultigen Vorgänger überflügeln kann, lest ihr im Test!

Acht Jahre ist es schon her, seit wir uns zuletzt ins hautenge Haar-Kostüm von Hexe Bayonetta gezwängt und ganze Armeen von Engeln und Dämonen zu Hackfleisch verarbeitet haben. Nun ist Platinum Games' ikonische Spectacle-Fighter-Reihe endlich zurück und beehrt mit ihrem dritten Teil exklusiv die Nintendo Switch. Das Motto von Bayonetta 3: höher, schneller, weiter - und vor allem größer. Wir haben das Action-Spektakel durchgespielt und verraten im Test, ob Teil 3 an die Brillanz seiner Vorgänger anknüpfen kann!

Bayonetta 3 (jetzt kaufen 39,99 € ) schickt das Dreiergespann aus der neu designten Hexe, ihrer Waffenschwester Jeanne und Neuzugang Viola auf einen Feldzug gegen die biomechanischen Homunculi unter der Führung von Oberbösewicht Singularity. Nachdem ihr in den beiden Vorgängern schon die Zerstörung unserer Welt verhindert habt, dreht Teil 3 den Apokalypseregler auf Anschlag und legt nicht nur die Vernichtung dieses Universums, sondern auch die aller anderen Welten auf die Waagschale.

Was geht hier eigentlich ab?

Wer dachte, der notorisch konfuse Plot wäre diesmal etwas verständlicher, wird dank multipler Universen inklusive eigener Versionen der Charaktere schnell eines Besseren belehrt. Euren großen Gegenspieler bekommt ihr bis zum Schluss kaum zu Gesicht, die Bayonettas der anderen Realitäten werden kaum vorgestellt und eine richtige Zusammenfassung der beiden Vorgänger für Neulinge gibt's auch nicht.

Kurz gesagt: Wegen der Story braucht ihr Bayonetta 3 nicht zu spielen, und wenn ihr erst mit Nier Automata ins Platinum-Universum eingestiegen seid, erwartet euch hier ein völlig anderes Erlebnis. Die Handlung ist serientypisch Mittel zum Zweck, um euch von einer völlig durchgeknallten Actionsequenz in die nächste zu peitschen. Und auch wenn es schade ist, dass die Schreiber es nicht geschafft haben, zumindest einen interessanten Antagonisten mit einem nachvollziehbaren Motiv zu erschaffen, heiligt der Zweck hier auf jeden Fall die Mittel!

Die neue Synchronsprecherin tut Bayonettas Charme und Humor keinen Abbruch. Hört man die beiden Stimmen nicht direkt nebeneinander, fällt die Neubesetzung kaum auf. Quelle: PC Games Die neue Synchronsprecherin tut Bayonettas Charme und Humor keinen Abbruch. Hört man die beiden Stimmen nicht direkt nebeneinander, fällt die Neubesetzung kaum auf.

Wird schon nicht so wichtig sein. Woohoo!

Denn Bayonetta 3 legt den Fokus noch mehr auf Daueraction als seine Vorgänger: Nach dem Story- und Cutscene-lastigen Anfang ziehen die drei Heldinnen separat auf ihre eigenen Missionen los und begegnen dabei haushohen Widersachern und irrwitzigen Setpieces am laufenden Band. Bisweilen fühlt sich das Spiel fast schon wie ein Boss-Rush an, denn der Großteil der Homunculi überragt euch um mehrere Meter.

Das hat aber auch seinen Grund, denn als wichtigstes neues Feature setzt Bayonetta 3 stark auf die riesigen Haar-Dämonen der Hexe, die ihr nun direkt im Kampf beschwören dürft, statt ihnen nur in Quick-Time-Events beim Vernichten eines Gegners zuzusehen.

Singularity ist einer dieser Bösewichte, der sich nach dem Prolog kaum noch bemerkbar macht. Die Story ist insgesamt eine ziemlich uninteressante McGuffin-Jagd.  Quelle: PC Games Singularity ist einer dieser Bösewichte, der sich nach dem Prolog kaum noch bemerkbar macht. Die Story ist insgesamt eine ziemlich uninteressante McGuffin-Jagd. 

Nicht ohne meinen Lurchi

Bis zu drei dieser Dämonen dürft ihr gleichzeitig ausrüsten und außerhalb begrenzter Areale jederzeit herbeirufen, solange eure Magieleiste ausreicht. Der Haken an der Sache: Weil die Viecher nicht viel von ihrer biomechanischen Diät halten und eigentlich viel lieber Engel verspeisen würden, muss Bayonetta einen Tanz aufführen, um sie unter Kontrolle zu halten.

Während die Hexe wehrlos an Ort und Stelle verbleibt, steuert ihr den jeweiligen Dämon direkt und verteilt kräftige Hiebe sowie eine Handvoll freischaltbarer Spezialangriffe. Blindes Draufhauen ist aber auch mit solch mächtigen Begleitern nicht drin - zum einen, weil sich die Viecher gegen euch wenden und zeitweise sterben können, wenn sie zu viel Schaden einstecken, zum anderen, weil Bayonetta beim Beschwören immer noch verletzt werden kann.

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