Mein absolutes Highlight 2025! Warum Avowed trotz seiner Fehler schon jetzt zu meinen Top-Games des Jahres gehört

Kolumne Vivien Ziermann
Mein absolutes Highlight 2025! Warum Avowed trotz seiner Fehler schon jetzt zu meinen Top-Games des Jahres gehört
Quelle: Xbox Game Studios

Nach über 30 Stunden in Avowed kann Vivi mit Sicherheit sagen: Fehler hin oder her, Avowed gehört für sie trotzdem schon jetzt zu den Top-Games des Jahres.

Manchmal ist weniger mehr

Viele Rollenspiele überwältigen nicht nur mit einer großen, offenen Welt, sondern überfordern damit auch direkt zu Anfang. Oft bin ich regelrecht erschlagen von der Vielzahl an Neben-Quests, Kopfgeldjagden, Schatzkarten, Miniaufträgen, interessanten Orten und allem anderen, was den Kompass vor lauter Symbolen aus allen Nähten platzen lässt; nur um anschließend enttäuscht zu sein, dass die Quests sich alle ähneln und es sich bei den "interessanten Orten" immer wieder um die gleiche Blaupause auf unterschiedlichen Stellen der Map handelt; aber nicht so bei Avowed.

Obsidian hat hier bewusst den Rahmen etwas kleiner gehalten, und das ist auch gut so. Anstelle einer offenen Welt bietet Avowed offene Areale zum freien Erkunden. Dadurch bleibt die Welt überschaubar und erschlägt mich nicht direkt zu Beginn mit ihrer Größe. Und dabei ist sie nicht weniger schön als beispielsweise die atemberaubenden Welten der Assassin's-Creed-Reihe. Die verschiedenen Landschaften, von karibischen Stränden über bunte Wälder bis hin zu sandigen Wüsten und eisigen Bergen, einfach alles in Avowed lädt zum Erkunden ein.

Dank des Parcourssystems stehen mir oft viele verschiedene Möglichkeiten offen, mein Ziel zu erreichen. Oder ich werde vor kleine Umgebungsrätsel gestellt, um in ein verbarrikadiertes Gebäude zu kommen. So oder so geht nichts über das befriedigende Gefühl, endlich den Gipfel eines Berges zu erreichen und dort eine Truhe mit kostbaren Gegenständen zu finden. Und auch das ist ein entscheidender Punkt: Erkundung in Avowed ist belohnend! Nicht einmal habe ich mich im Nachhinein geärgert, dass ich den mühsamen Weg auf einen Berg oder durch eine Höhle auf mich genommen habe, denn am Ende hat immer etwas Wertvolles auf mich gewartet.

Die überschaubare Größe der einzelnen Areale verhindert außerdem, dass sich beim Erkunden Frust einstellt. Ich brauche keine 30 Stunden, nur um ein Gebiet vollständig aufzudecken, in dem am Ende doch nichts Interessantes zu finden ist. Und durch die verschiedenen Vegetationen der Gebiete, die alle ihre eigenen Eigenheiten und individuelle Flora und Fauna mit sich bringen, ist Abwechslung garantiert und jede Reise fühlt sich frisch an.

Avowed Erkundung Quelle: PCGH

Ein absolutes Highlight, trotz seiner Fehler

Natürlich könnte ich noch weitere Seiten damit füllen, warum ich mich bereits nach wenigen Minuten in Avowed verliebt habe. Ich könnte von den richtig coolen Zaubern schwärmen, die ich nahtlos in meinen Nah- und Fernkampf einfügen kann und die von simplen Elementzaubern bis hin zu sehr kreativen Beschwörungen reichen. Ich könnte endlos von den kreativen Geschichten und überraschenden Wendungen schwärmen oder von der Vielfalt der verschiedenen Crafting-Rezepte. Doch ich denke, mein Punkt ist deutlich: Avowed ist für mich ein absolutes Highlight geworden und gehört schon jetzt zu meinen Toptiteln in diesem Jahr.

Allerdings ist das Spiel auf keinen Fall perfekt. Wie schon in The Outer Worlds sind beispielsweise die Animationen und die Mimik der Charaktere statisch und detailarm. Auch im Weltdesign wurde auf übermäßige Details wie Windbewegungen der Vegetation oder Wetter verzichtet, auch wenn es einen dynamischen Tag-und-Nacht-Wechsel gibt. Dennoch läuft Avowed ja nach Grafik-Modus mit 30 bis 60 FPS, letztere allerdings nicht konstant, zumal eine volle 4K-Auflösung auch moderne Grafikkarten vor eine Herausforderung stellt. Von Optimierung kann hier also nicht gesprochen werden.

Nichtsdestotrotz hat sich auch dieser Rollenspieltitel von Obsidian Entertainment einen festen Platz in meinem Herzen gesichert, auch wenn ich den schwarzen Humor, mit dem mich das Studio ursprünglich für sich gewinnen konnte, ein wenig vermisst habe. Wer sich auch nach meiner Liebeserklärung noch nicht sicher ist, ob er über die technischen Mängel hinwegsehen kann, sollte den ausführlichen Test meines Kollegen Felix zurate ziehen. Und jetzt entschuldigt mich, ich muss zurück nach Eora und das Land endlich von der Seelenseuche befreien. Transparenzhinweis: Die Testversion des Spiels wurde uns vom Publisher zur Verfügung gestellt.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk