Mein absolutes Highlight 2025! Darum gehört Avowed trotz seiner Fehler schon jetzt zu meinen Top-Games des Jahres!
Kolumne
Nach über 30 Stunden in Avowed kann Vivi mit Sicherheit sagen: Fehler hin oder her, Avowed gehört für sie trotzdem schon jetzt zu den Top-Games des Jahres.
Das Thema Rollenspiele ist für mich immer ein zweischneidiges Schwert. Einerseits liebe ich es, mich in neuen Welten zu verlieren, meine eigenen Geschichten zu erschaffen und einen Charakter ganz nach meinen Vorstellungen zu entwickeln. Andererseits verlangen viele Genrevertreter mehr als hundert Stunden, um wirklich alles gesehen, jede Quest erledigt und jedes Item gesammelt zu haben. Und wer hat schon die Zeit für sowas?
Da begrüße ich Rollenspieltitel wie The Outer Worlds, die mit allen Vorteilen des Genres überzeugen, aber in einer angenehmen Zeitspanne von 40 bis 50 Stunden durchgespielt sind. Und spätestens seit ich The Outer Worlds gespielt hatte, hat das Entwicklerstudio Obsidian Entertainment mein Herz gewonnen. Ja, technisch war das Spiel alles andere als perfekt, von der misslungenen Spacers Choice Edition will ich gar nicht erst anfangen, aber dank seiner Rollenspielmechaniken, den gut geschriebenen Charakteren und des einzigartigen Humors hat sich das Spiel einen festen Platz auf meiner Top-Liste gesichert.
Kein Wunder also, dass ich mich seit dem ersten Trailer 2020 auf das nächste Rollenspiel von Obsidian gefreut habe und es kaum erwarten konnte, Avowed (jetzt kaufen 49,99 € ) endlich spielen zu dürfen. Nachdem ich inzwischen über 30 Stunden in Eora und dem Land der Lebenden verbracht habe, kann ich mit Sicherheit sagen, dass Avowed schon jetzt zu meinen absoluten Highlights in diesem Jahr gehört. Und um das gleich vorwegzunehmen, das Spiel ist alles andere als perfekt. Auf der Xbox Series X ist es mehrmals abgestürzt, und auch einige Bugs und Grafikhänger sind mir auf meiner Reise durch das Land der Lebenden begegnet. Trotzdem habe ich mich sofort in das Spiel verliebt.
Ein süßes Gefühl von Freiheit
Als Gottähnlicher werde ich als Gesandter des aedyranischen Kaisers in die Lande der Lebenden geschickt, um eine mysteriöse Seelenseuche zu untersuchen. Zwar sind damit meine Rasse und mein Hintergrund sehr festgelegt, doch bietet Avowed überraschend viele Freiheiten. Im Charaktereditor lege ich zudem eine Klasse fest, die Dialogoptionen im Spiel beeinflusst und die Verteilung der Attributspunkte zum Start vorschlägt. Die Punkte kann ich aber nach Belieben neu verteilen, ohne dass sich dabei etwas an meiner Klasse ändert.
Im Spielverlauf ist die Wahl der Klasse, abgesehen von den schon erwähnten speziellen Dialogoptionen, gar nicht weiter relevant. Denn die erhaltenen Fähigkeitspunkte kann ich frei auf jeden Skilltree verteilen. So kann ich mir aus jeder Klasse die für mich besten Fähigkeiten heraussuchen und kreuz und quer leveln. Dadurch eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten und Herangehensweisen, das Spiel zu spielen, ohne einen anderen Spielstand mit einem anderen Charakter anfangen zu müssen.
Ich kann alle Arten von Nah- und Fernkampfwaffen ausprobieren und mich gleichzeitig in der Kunst der Magie versuchen, mich als brachialer Nahkämpfer durch die Gegner schnetzeln, als Scharfschütze aus sicherer Entfernung meine Ziele ausschalten oder alles bunt miteinander kombinieren. Meiner Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt und die wenigen, die es gibt, lassen sich in den meisten Fällen durch die Verteilung von Attributs- oder Fähigkeitspunkten lösen. Und sollte ich mich einmal verskillt haben, kann ich gegen eine geringe Gebühr an Ingame-Währung alles noch einmal neu verteilen.
Zudem stehen mir meine Entscheidungen frei. Ja, ich bin der offizielle Gesandte des aedyranischen Imperiums, doch das heißt noch lange nicht, dass ich mit allem einverstanden sein muss, was auf dem anderen Kontinent so vor sich geht. Mein Hauptinteresse gilt dem Erkunden der Seelenseuche, wem meine Loyalität gehört, entscheide ich.
Bildergalerie
Damit erfüllt Avowed einen der Punkte, die in einem Rollenspiel für mich unerlässlich sind. Ich möchte meine eigene Geschichte schreiben, selbst entscheiden, ob ich gut oder böse bin, meinen Spielstil selbst wählen; und ganz besonders möchte ich merken, dass meine Entscheidungen, meine Attribute und meine Fähigkeiten auch wirklich eine Auswirkung auf den Spielverlauf haben. Und dieses Gefühl habe ich bei Rollenspielen von Obsidian mehr als bei den meisten anderen, Avowed ist da keine Ausnahme.
