Mein absolutes Highlight 2025! Warum Avowed trotz seiner Fehler schon jetzt zu meinen Top-Games des Jahres gehört
Kolumne
Nach über 30 Stunden in Avowed kann Vivi mit Sicherheit sagen: Fehler hin oder her, Avowed gehört für sie trotzdem schon jetzt zu den Top-Games des Jahres.
Zusammen ist man weniger allein
Ein weiteres Highlight stellen für mich die Begleiter dar. Jeder der vier Gefährten ist einzigartig, nicht nur bezüglich der Fähigkeiten, sondern auch hinsichtlich des Charakters und der Vorgeschichte. Sobald die Begleiter sich mit mir angefreundet haben, verraten sie mehr über ihre Vergangenheit und die charakterlichen Stärken und Schwächen treten deutlich zur Geltung. Obsidian ist es gelungen, eine natürlich wirkende Dynamik in die Gespräche mit den Begleitern zu bringen, denn wer plaudert schon direkt aus dem Nähkästchen, wenn er jemanden ganz frisch kennengelernt hat?
Auch werden die charakterlichen Besonderheiten subtil in die Dialoge und die Betonungen in den Gesprächen gelegt, anstatt sie mir direkt mit dem Zaunpfahl ins Gesicht zu schlagen. Die englischen Sprecher haben hier hervorragende Arbeit geleistet. Übrigens haben die Entwickler sich einen weiteren Kniff einfallen lassen, um auch gesprächsmüde Spieler bei der Stange zu halten. Ich verstehe jeden, der es besonders in den ersten Stunden eines jeden Rollenspiels irgendwann leid ist, mit jedem wichtigeren NPC knapp zehn Minuten lange Gespräche über Gott und die Welt zu führen. Mir selbst geht es auch oft genug so.
Doch bei Avowed lohnt es sich, in den Gesprächen mit den Begleitern durchzuhalten. Nicht nur, dass ich mehr über ihre individuellen Geschichten erfahre, die teilweise sehr tragisch sind, wird mein konsequentes Interesse auch belohnt. Denn sobald meine Begleiter mich wirklich ins Herz geschlossen haben, bringen sie mir etwas aus ihrem jeweiligen Spezialgebiet bei. Unterhalte ich mich also oft genug mit ihnen, bekomme ich neue Attributspunkte und verbessere mein eigenes Können auf den unterschiedlichen Gebieten.
Und auch unterwegs sind meine Begleiter sehr nützlich. Zwar weisen sie mich nicht wie die Gefährten in Dragon's Dogma 2 auf verstecke Schätze oder interessante Orte hin. Doch geben sie mir immer wieder neue Informationen über die Welt oder lassen mich durch ihre tiefgründigen Gespräche über vergangene Ereignisse und getroffene Entscheidungen mein eigenes Moralsystem noch einmal überdenken. Zudem kann ich bei vielen Entscheidungen meine Begleiter um Rat fragen und meine Wahl anhand ihrer kritischen Antworten treffen.
Quelle: Xbox Game Studios
Auch hier machen sich ausgiebige Gespräche mit jedem einzelnen Begleiter bezahlt, da ich so besser beurteilen kann, welche Beweggründe hinter den Ratschlägen stecken. Dank der individuellen Fähigkeiten meiner Gefährten ist es mir außerdem möglich, versteckte Truhen aufzudecken oder versperrte Pfade oder Höhlen freizulegen. Damit erweisen sie sich auch außerhalb der Kämpfe als von unschätzbarem Wert.
In den Kämpfen selbst ergänzen die verschiedenen Fähigkeiten der Begleiter perfekt den eigenen Spielstil. Zwar sind für einige Quests bestimmte Begleiter Pflicht, aber in den meisten Fällen kann ich aus den vier Gefährten frei die beiden auswählen, die meinen Spielstil im Kampf am besten ergänzen. Zusätzlich hat jeder der Gefährten einzigartige Kampffähigkeiten, die ich mithilfe eines Auswahlrads manuell im Kampf einsetzen kann. Gebe ich ihnen keine Anweisungen, setzt die KI die Fähigkeiten nach eigenem Ermessen ein.
Ohnehin haben die Entwickler bei der KI der Begleiter gute Arbeit geleistet. Nicht nur, dass sie innerhalb und außerhalb der Kämpfe sehr nützlich sind, führen sie auch untereinander unabhängige Gespräche über ihre Vergangenheit, persönliche Interessen und Dinge, die sie bewegen. So entsteht ein natürliches Gruppengefühl, in dem ich mich richtig wohlfühle und mich immer wieder dabei erwische, wie ich ein paar Minuten innehalte, um den Gesprächen meiner Begleiter zu lauschen.
