Anschlag zum Advent

Special Christoph Holowaty

Unser Chefreporter Christoph Holowaty traf Jade Raymond, Producerin von Assassin´s Creed.

Assassin's Creed Assassin's Creed Jade Raymond: Es gibt viele Gründe, warum wir am dritten Kreuzzug so interessiert sind. Zunächst gibt es nicht viele Spiele, die diesen Blickpunkt verfolgen und insbesondere nicht viele Action-Spiele. Es zwar einige Echtzeitstrategietitel, die um diese Zeit herum spielen, aber dies ist das erste Spiel, in dem man die Welt in diesem Zeitalter wirklich erkunden kann. Das Stadtbild war damals geprägt von engen Straßen und dicken Mauern, die einfach zu erklettern sind und somit kann der Charakter sich jederzeit und überall frei bewegen. Diese Art von Gebäuden, die engen Straßen und das viele Militär überall lassen einfach einen schönen Rahmen für die Art von Action, die wir rüberbringen wollten, entstehen.

Cynamite.de: Nun war die historische Assassinen-Gilde ja der Überlieferung nach eigentlich die erste islamistische Terror-Organisation, deren Mitglieder sich als Märtyrer sahen und sich nach dem Attentat widerstandslos umbringen ließen. In Assassin´s Creed flieht man nach dem Anschlag. Wie weit habt Ihr Euch vom historischen Vorbild entfernt?

Jade Raymond: Natürlich muss das Spiel spielbar bleiben, so dass der Spieler letztlich edle Ziele verfolgt, auch wenn er ein Attentäter ist. Wir haben uns jedoch beraten lassen, und zwar nicht nur von einem, sondern von vier renommierten Historikern. Da die Assassinen tatsächlich ein Geheimbund waren, liegen nur relativ wenig historisch verbürgte Informationen vor, und daher wollten wir die Sichtweise von Historikern aus aller Welt mit aufnehmen. Um das gesamte Ambiente darstellen zu können, haben wir uns auch an den Beschreibungen von Marco Polo orientiert und auf Motive des Buchs Alamut von Wladimir Bartol zurückgegriffen. Die typische Architektur der Städte wurde dagegen bereits bei der Produktion von Prince of Persia vom Team im Detail fotografiert und dokumentiert. Hier konnten wir bereits auf eine große Bibliothek zurückgreifen.

Cynamite.de: Nun haben Teile des Teams zuvor an Prince of Persia mitgewirkt, das ja von Szenario her nun nicht so weit von Assassin´s Creed weg ist. Warum habt Ihr nicht einfach ein neues Prince-of-Persia-Spiel gemacht?

Jade Raymond Quelle: http://www.manolith.com Jade Raymond Jade Raymond: Wir wollten eine neue Marke erschaffen. Wir sind Spieler und wir haben uns natürlich wie alle anderen auch auf die Konsolensysteme der nächsten Generation gefreut. Aber das war vier Jahre her, und es gab damals ein Versprechen, aber wir wussten nicht genau, was uns erwartet. Sony und Microsoft hatten neue Konsolen angekündigt, und normalerweise zieht die PC-Technologie damit immer gleich. Ich dachte, Spiele werden absolut anders werden. Als Spieler wollte ich daher etwas Neues. Ich wollte nicht ein verbessertes FIFA oder Final Fantasy. Das sind tolle Spiele, aber ich wollte jemanden sehen, der ein komplett neues Spiel speziell für diese Systeme macht und die Technologie so gut wie möglich ausnutzt.

Wir wollten nicht uns daher nicht durch ein Prince of Persia beschränken lassen, das als eingeführte Marke bestimmte Dinge von vornherein erfüllen muss. Wir haben uns also gefragt, was ein Next-Genration-System überhaupt leisten kann und uns auf dieser Basis vorgenommen, ein möglichst innovatives Spiel zu machen. 150 realistisch simulierte Leute gleichzeitig auf dem Bildschirm – das müssen wir tun! Und was war sonst bisher unmöglich? Im Spiel wirklich überall hingehen zu können – das stand auch auf unserer Wunschliste.

Cynamite.de: Wo Du gerade von Versprechen der nächsten Technologie-Generation sprichst - ist es nicht schwierig, überhaupt die zukünftige Leistungsfähigkeit von Konsolen vier Jahre im Voraus detailliert abschätzen zu können?

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk