Assassin's Creed Shadows im Test: Wetter und Jahreszeiten sorgen für Abwechslung

Test Matthias Dammes
Assassin's Creed Shadows im Test: Wetter und Jahreszeiten sorgen für Abwechslung
Quelle: Ubisoft

Im Test von Assassin's Creed Shadows schauen wir uns die Auswirkungen der Jahreszeiten und des neuen dynamischen Wettersystems an.

Es windet sehr in Japan

Ein weiteres Atmosphäre-Plus ist nämlich das dynamische Wetter- und Jahreszeiten-System. Während ich in der Spielwelt unterwegs bin, kann sich jederzeit das Wetter ändern. Regenschauer kündigen sich dabei sogar durch allmählich aufziehende schwarze Wolken an.

Bei Wind macht sich besonders das aufpolierte Partikelsystem der Anvil Engine bemerkbar. Es fliegen Sandkörner und Blätter durch die Luft, im Winter wirbelt es den Schnee auf. Das sieht alles sehr stimmungsvoll und schick aus.

Nun bin ich wahrlich kein Experte für japanisches Wetter, allerdings hatte ich manchmal das Gefühl, dass die Entwickler die tollen Effekte ein wenig zu oft präsentieren wollen. Starker Regen und vor allem starker Wind treten für meinen Geschmack etwas zu häufig auf. Das hat mich teilweise schon an das legendär schlechte Wetter in Velen in The Witcher 3 erinnert.

Die Jahreszeiten ändern sich nicht ganz so dynamisch wie das Wetter. Stattdessen fülle ich durch verschiedenste Aktivitäten in der Spielwelt eine Anzeige. Hat diese einen bestimmten Wert erreicht, kann ich den Jahreszeitenwechsel entweder manuell auslösen, oder ich warte, bis es bei der nächsten Schnellreise oder beim Charakterwechsel automatisch geschieht. Das ist zwar nicht so schön wie ein fließender dynamischer Übergang, macht es für mich als Spieler aber berechenbarer.

Yasuke ist der Mann fürs Grobe. Er glänzt vor allem, wenn wir uns direkt in den Kampf mit unseren Gegnern stürzen. Quelle: Ubisoft Yasuke ist der Mann fürs Grobe. Er glänzt vor allem, wenn wir uns direkt in den Kampf mit unseren Gegnern stürzen. Schließlich verändern sich mit den Jahreszeiten auch spielerische Voraussetzungen. Besonders im Winter muss ich mich auf neue Bedingungen einstellen. Da verschwindet Vegetation, die ich sonst zum Verstecken nutzen würde, und ein Burggraben, den ich sonst für eine tauchende Flucht genutzt hätte, ist jetzt plötzlich zugefroren.

Darüber hinaus sind die Wechsel auch für meine Spione von Bedeutung. Diese setze ich ein, um Bereiche der Karte auszukundschaften, oder Rohstoffe aus feindlichen Lagern zu schmuggeln. Habe ich die Spione einmal einer solchen Aufgabe zugewiesen, sind sie damit bis zum Ende der Jahreszeit beschäftigt. Daher kommt mir das halbautomatische System eigentlich sehr entgegen.

Serientypisch klettern wir wieder auf jede Menge Aussichtspunkte. Die decken aber nicht automatisch alles auf, sondern geben uns die Gelegenheit, selbst nach interessanten Orten Ausschau zu halten. Quelle: Ubisoft Serientypisch klettern wir wieder auf jede Menge Aussichtspunkte. Die decken aber nicht automatisch alles auf, sondern geben uns die Gelegenheit, selbst nach interessanten Orten Ausschau zu halten. Allerdings habe ich das System auch nach über 70 Stunden noch nicht vollständig verstanden. Es kommt nämlich immer wieder vor, dass mir ein Jahreszeitenwechsel angezeigt wird, meine Spione zurückgesetzt werden, ich mich aber noch immer in der gleichen Jahreszeit befinde. Ob es sich um einen Bug handelt, oder eine Systematik, die ich nur nicht ganz durchschaut habe, weiß ich nicht.

Abgerundet wird das Ganze übrigens noch mit dem obligatorischen Tag-Nacht-Zyklus. Bei diesem fehlt mir jedoch die Kontrolle, die bei den Jahreszeiten gewährt wird. Es kam mehr als einmal vor, dass ich ein Missionsziel hatte, das nur bei Nacht auftaucht und natürlich war gerade helllichter Tag. Leider gibt es aber keine Möglichkeit manuell Zeit verstreichen zu lassen. Gerade bei einem Spiel, das viel Wert darauf legt, dass es sich im Dunkeln einfacher schleichen lässt, wäre so ein Feature ein offensichtlicher Zugewinn.

Auf dem Kartenbildschirm sehen wir auf der rechten Seite die Anzeige zum Fortschritt der aktuellen Jahreszeit. Quelle: Ubisoft Auf dem Kartenbildschirm sehen wir auf der rechten Seite die Anzeige zum Fortschritt der aktuellen Jahreszeit.

Kreativlose Nebenquests

Ich reite allerdings nicht nur durch die Spielwelt, um mir schöne Landschaften und das unbeständige Wetter anzuschauen. Das mittelalterliche Japan hält jede Menge zum Entdecken bereit. Sehr gefallen hat mir dabei, dass mich das Spiel dazu animiert, auch tatsächlich loszuziehen und die Welt zu erkunden. Es wird mir nicht automatisch alles vorgekaut. Es gibt nach wie vor die typischen hoch gelegenen Synchronisationspunkte. Diese decken aber nicht mehr automatisch die Karte auf und legen alle interessanten Orte offen.

Stattdessen erhalte ich von dort nur Kartenmarkierungen für Objekte, die ich auch tatsächlich von dem Aussichtspunkt in Form von Gebäuden oder ähnlichem erkennen kann. Dazwischen können immer noch interessante Orte liegen, die ich aufgrund von Wald oder Bergen nicht sehen kann. Die muss ich dann schon selbst finden. Alternativ erfahre ich unter Umständen auch bei zufällig getroffenen NPCs einen wichtigen Hinweis.

Zu den Nebenbeschäftigungen, die ich dabei entdecke, gehören Tempel, in denen ich an Schreinen bete oder verlorene Buchseiten finde. In antiken Gräbern suche ich nach versteckter Beute und auf Geschicklichkeitspfaden stelle ich meine Parkour-Künste auf die Probe.

Die Nebenquests sind dann am interessantesten, wenn sie sich um Charaktere drehen, die sich unserer Sache als Begleiter anschließen. Quelle: Ubisoft Die Nebenquests sind dann am interessantesten, wenn sie sich um Charaktere drehen, die sich unserer Sache als Begleiter anschließen. Hin und wieder treffe ich auch auf NPCs, die mir Nebenmissionen auftragen. Meist geht es dabei darum, der Bevölkerung in den jeweiligen Provinzen unter die Arme zu greifen. Bei den Nebenquests gibt es ein paar wenige, die positiv mit interessanten kleinen Geschichten auffallen.

Die meisten sind jedoch leider sehr einfallslos gestaltet. Meist geht es nur darum, eine Gruppe von Leuten auszuschalten. Korrupte Händler hier, ein paar Piraten dort und in der nächsten Provinz sind es erpresserische Steuereintreiber. Es war teilweise zum Haare raufen, wenn sich in meinem Questlog ein neuer Kreis mit einer zu tötenden Gruppierung aufgetan hat. Auf diesen Füll-Content hätte ich sehr gut verzichten können, wenn es dafür zwei, drei wirklich gut geschriebene Nebenquests mehr gegeben hätte.

  1. Seite 1 Story, Erzählstruktur
  2. Seite 2 Yasuke und Naoe Gameplay
  3. Seite 3 Basisbau, Spielwelt
  4. Seite 4 Wetter, Jahreszeiten, Nebenquests
  5. Seite 5 Technik, Fazit, Update: Switch 2
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