Assassin's Creed Shadows im Test: Mehr Assassinen-Gefühl mit Naoe

Test Matthias Dammes
Assassin's Creed Shadows im Test: Mehr Assassinen-Gefühl mit Naoe
Quelle: Ubisoft

Im Test von Assassin's Creed Shadows nehmen wir die beiden Protagonisten unter die Lupe und beleuchten ihre spielerischen Unterschiede.

Yasuke der Samurai

Deutlich mehr hat mich Assassin's Creed Shadows beim Gameplay überzeugt. Hier kommt dem Spiel die Aufteilung auf zwei Protagonisten zugute. Denn statt wie bei Valhalla einen Helden zu haben, der alles ein wenig, aber nichts so wirklich gut kann, bin ich nun in der Lage mich zu spezialisieren.

Yasuke ist ein Krieger für den direkten Kampf. Ich habe die Wahl aus mehreren Waffen, mit denen ich verschiedene Kampfstile verfolgen kann. Mit brutaler Wucht durch den Kanabou-Streitkolben, auf Distanz mit dem Yumi-Langbogen oder klassisch elegant mit dem Katana.

Der Nahkampf läuft sehr klassisch ab. Mir stehen ein leichter und schwerer Angriff zur Verfügung. Gegnerischen Attacken weiche ich entweder aus oder pariere sie. Gelingt mir das im richtigen Moment, kann ich die Gegner überraschen und für meine nächsten Angriffe verwundbar machen.

Darüber hinaus setze ich dann noch Spezialfähigkeiten ein, die ich über die jeweiligen Talentbäume der einzelnen Waffen freischalte. Das geht alles ziemlich leicht von der Hand und es macht Spaß, sich auf diese Weise durch die Gegner zu schnetzeln.

In passenden Situationen können wir Unterstützer herbeirufen. Die kräftige Yaya nimmt im Nahkampf nervige Gegner aus dem Geschehen. Quelle: Ubisoft In passenden Situationen können wir Unterstützer herbeirufen. Die kräftige Yaya nimmt im Nahkampf nervige Gegner aus dem Geschehen.

Naoe die Shinobi

Allerdings spiele ich Assassin's Creed ja in erster Linie, weil ich mich mit einem Assassinen lautlos an meine Ziele anschleichen und aus den Schatten heraus ausschalten möchte. Da kommt Naoe ins Spiel. Als Shinobi ist sie für diese Art des Gameplays natürlich wie geschaffen. Mit ihrem Katana und dem Kusarigama hat sie zwar auch effektive Offensivwaffen. Aber es macht immer wieder Freude mit Geduld und Planung eine Herausforderung zu meistern, ohne diese Waffen zum Einsatz bringen zu müssen.

Und das gelingt nicht immer. Vor allem weil die Gegner wesentlich schlauer agieren, wenn es darum geht, eine Gefahr in ihren eigenen Reihen zu erkennen. Früher reichte es zum Beispiel häufig aus, über Dächer zu klettern, um relativ gut unerkannt zu bleiben. In Shadows schauen die Feinde auch gerne mal über ihre Köpfe, wenn sie meinen, dort etwas wahrgenommen zu haben. So können die Gegner hören, wenn ich über laute Dachschindeln renne oder im Winter durch meine Bewegungen Eiszapfen vom Dach abbrechen.

Naoe ist als Shinobi eine Meisterin des lautlosen Vorgehens. Dem armen Kerl da unten weiß noch gar nicht, was ihm gleich blüht. Quelle: Ubisoft Naoe ist als Shinobi eine Meisterin des lautlosen Vorgehens. Dem armen Kerl da unten weiß noch gar nicht, was ihm gleich blüht. Zum Glück hat Naoe auch ein paar Tricks dazugelernt. So kann ich mich in niedrigem Wasser mit Hilfe eines Schilfrohrs zum Atmen verstecken und oder mit meinem Greifhaken schnell auf höhere Ebenen entkommen. Nicht mehr dabei ist der Vogel, der in den letzten Teilen der Reihe das Ausspähen von Gegnern sehr einfach gemacht hat. Stattdessen muss ich mich wieder voll und ganz auf Naoes Adlerblick und meine eigenen Augen verlassen.

Die spielerischen Unterschiede zwischen den beiden Protagonisten erstrecken sich teilweise auch auf Bereiche außerhalb der Kämpfe. So kann nur die agile Naoe gewisse Synchronisationspunkte erreichen, während Bogenschieß-Herausforderungen logischerweise nur von Yasuke angegangen werden können. Manche dieser Trennungen erscheinen mir aber auch künstlich erzwungen und unlogisch. Warum zum Henker kann Naoe zum Beispiel keine Holzkisten verschieben oder explosive Behälter tragen? An ihrer Kraft kann es ja eigentlich nicht liegen, schließlich ist sie in der Lage große muskelbepackte Gegner nach dem Attentat über Hindernisse zu ziehen.

Rollenspiel mit Kompromissen

Apropos Attentat. Assassin's Creed Shadows ist im Kern wieder ein Rollenspiel. Also bestimmen Charakterwerte und Fähigkeiten über ausgeteilten Schaden und viele andere Aspekte des Kampfes. Das gilt auch für die Attentate. Für diese sind die Lebensleisten von Gegnern in Segmente unterteilt. Wie viele von diesen Segmenten bei einem Attentat zerstört werden, hängt stark von meiner Skillung und weiteren Boni auf meiner Ausrüstung ab.

Für mich als alten Rollenspieler ein schlüssiges System, das mich dazu verleitet, einen passenden Build für die effektivste Art des heimlichen Meuchelns auszutüfteln. Ich verstehe aber auch die Puristen unter den Assassin's-Creed-Fans, für die ein Attentat immer gleichbedeutend mit einem Kill stehen muss. Auf die gehen die Entwickler mit einer optionalen Einstellung zu, die es erlaubt, dass Attentate immer zum Tod führen. Ein guter Kompromiss, um beide Lager zufriedenzustellen.

  1. Seite 1 Story, Erzählstruktur
  2. Seite 2 Yasuke und Naoe Gameplay
  3. Seite 3 Basisbau, Spielwelt
  4. Seite 4 Wetter, Jahreszeiten, Nebenquests
  5. Seite 5 Technik, Fazit, Update: Switch 2
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