Assassin's Creed Shadows vs. Ghost of Tsushima: Welches Japan ist besser?

Kolumne Michael Grünwald
Assassin's Creed Shadows vs. Ghost of Tsushima: Welches Japan ist besser?
Quelle: Ubisoft | Bildmontage: PC Games

Der Release von Assassin's Creed Shadows ist da und die Vergleiche mit Ghost of Tsushima liegen nahe. Welches Spiel schneidet besser ab?

Genau die zeigt Jin Sakai, der Protagonist aus Ghost of Tsushima, in beeindruckender Art und Weise. Zunächst ist er noch hin- und hergerissen, wenn es darum geht, den Samurai-Kodex zu wahren, doch er erkennt die Veränderungen im eigenen Land und weiß sich anzupassen. Er eckt mit seiner Einstellung auch immer wieder an und genau das macht häufig den Unterschied zwischen einem gut geschriebenen und einem mittelmäßigen Charakter aus. Naoe und Yasuke sind zwar manchmal nicht derselben Meinung, jedoch lassen sie sich viel zu schnell doch wieder vom anderen überzeugen. Und das ist nicht wirklich nachvollziehbar.

Und täglich grüßt das Murmeltier

Auch nicht gerade überzeugend finde ich das Questdesign in Shadows. Nach Abwechslung muss ich dabei schon sehr suchen. In den meisten Missionen gilt es, am Ende eine Zielperson auszuschalten, aber bitte versteht das nicht falsch: Genau das möchte ich an sich als Assassinen-Fan auch. Aber ich hätte nichts dagegen, wenn sich die Aufträge mehr unterscheiden würden.

Yasuke in Assassin's Creed Shadows Quelle: Ubisoft Schleiche oder metzle dich zu einem bestimmten Punkt und töte den Anführer - diese Questnachricht habe ich in Shadows viel zu häufig gelesen. Warum kann ich denn nicht einmal eine Veranstaltung infiltrieren und mein Ziel dort ausschalten? Oder eine bestimmte Gelegenheit abpassen, wo vielleicht weniger Wachen um mein baldiges Opfer herumstehen? Auch in diesen Punkten hat Ghost of Tsushima ordentlich die Nase vorn.

Dort gibt's zudem auch schön eingebundene Nebenhandlungen. Es macht Spaß, Dinge mal ein wenig abseits der Story zu erledigen. Das bringt mir Hintergrundwissen rund um Jin Sakai, andere Figuren und auch die Spielwelt. In Shadows fühlt es sich lediglich nach dem Abarbeiten von Quests an, um die Fähigkeiten von Naoe und Yasuke zu verbessern.

Außerdem habe ich das Gefühl, durch diese Nebenmissionen vom Assassinen zur absoluten Killermaschine zu werden. Ständig soll ich für meine Mitmenschen Leute umbringen und so richtig erklärt, warum genau ich das machen sollte, wird mir das auch nicht.

Yasuke sitzt auf einem Pferd und blickt über die Landschaft Quelle: Ubisoft Trotz der negativen Punkte bleibe ich aber dabei: Ein schlechtes Spiel ist Shadows deswegen nicht. Es hat mit Ghost of Tsushima und vermutlich auch mit dem noch in diesem Jahr erscheinenden Nachfolger Ghost of Yotei nur ziemlich starke Konkurrenz. Für mich macht die Reihe mit dem neuen Teil dennoch wieder einen Schritt in die richtige Richtung.

Assassin's Creed Shadows hält mich schon deutlich länger bei der Stange als Valhalla, Odyssey und Origins. Das liegt zum einen am unterschiedlichen Gameplay der beiden Charaktere, zum anderen an einer tollen Spielwelt. Wenn Ubisoft jetzt endlich wieder lernt, wie man eine interessante Story mit charismatischen Figuren schreibt, dann steht der Zukunft nichts mehr im Weg.

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