Assassin's Creed Shadows vs. Ghost of Tsushima: Welches Japan ist besser?

Kolumne Michael Grünwald
Assassin's Creed Shadows vs. Ghost of Tsushima: Welches Japan ist besser?
Quelle: Ubisoft | Bildmontage: PC Games

Der Release von Assassin's Creed Shadows ist da und die Vergleiche mit Ghost of Tsushima liegen nahe. Welches Spiel schneidet besser ab?

Ghost of Tsushima oder Assassin's Creed Shadows - den Vergleich habt ihr wohl schon kommen sehen, oder? Aber bevor die Fans der unterschiedlichen Lager direkt auf die Barrikaden gehen, kann ich schon einmal verraten: Beide Spiele haben ihre Daseinsberechtigung. Dennoch müssen sich die Titel einen Vergleich gefallen lassen. Nachdem ich mich erst vor kurzem zum ersten Mal nach Tsushima begeben habe, sind meine Eindrücke noch sehr frisch.

Ich könnte es mir nun ganz einfach machen und schreiben, Assassin's Creed Shadows (jetzt kaufen 49,85 € ) hat gegen das Abenteuer rund um Jin Sakai keinerlei Chance, aber so leicht ist es nicht. Ich habe in Shadows mittlerweile 50 Stunden meinen Spaß und das, obwohl die Vorgänger Valhalla, Odyssey und Origins absolut nicht mein Ding waren.

RPG, Schleichspiel oder beides?

Ich möchte in Assassin's Creed heimlich metzeln, meine Feinde aus dem Hinterhalt erdolchen und mich nicht in gewaltigen Skilltrees und etlichen, belanglosen Nebenmissionen verlieren. Im neuen Teil Shadows funktioniert das wieder ein wenig besser als in den vorherigen RPGs. Mirage klammere ich da bewusst aus, da die Rückkehr zu den Wurzeln der Marke etliche Dinge anders gemacht hat.

Allein vom Setting her ergibt ein Vergleich mit Ghost of Tsushima dafür mehr Sinn. Schon im Vorfeld hatte ich die Befürchtung, dass Shadows gegen das Sony-Spiel ziemlich abstinken wird, aber so schlimm fällt mein Fazit am Ende gar nicht aus. Es gibt sogar Punkte, da hält das Assassinen-Abenteuer von Ubisoft ziemlich gut mit.

Schick inszeniert

Da fällt mir als allererstes schon einmal die gelungene Atmosphäre auf. Ghost of Tsushima ist zwar deutlich älter, aber immer noch ein absolut hübsches Spiel. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass Shadows in Sachen Spielwelt auch nur ansatzweise das Leben im feudalen Japan so gut einfängt - aber falsch gedacht. Die allgemeine Grundstimmung kann sich absolut sehen lassen.

Unter anderem die Farbenspielereien in den unterschiedlichen Jahreszeiten machen einiges her. Im Frühling fängt alles an zu blühen, im Herbst färbt sich das Laub gelb und Blätter fallen von den Bäumen. Im Winter kämpfe ich mich durch verschneite Gebiete und muss sogar auf Eiszapfen aufpassen, die Gegner alarmieren könnten. Das ist schon ziemlich cool.

Yasuke kämpft in einem verschneiten Burghof Quelle: Ubisoft Unterwegs von A nach B beobachte ich die Tierwelt und kann mit einigen der Racker sogar interagieren. Das Japan aus dem Jahr 1579 bringt Ubisoft wirklich gut rüber. Nicht ganz so authentisch wie das Ghost of Tsushima schafft, aber die Assassins's-Creed-Reihe stand noch nie für ausgesprochenen Realismus. Der Faustkampf gegen den Papst lässt da grüßen und deswegen geht für mich das arcadigere Spielgefühl auch völlig in Ordnung.

Es macht Laune die Spielwelt zu erkunden, Geheimnisse zu entdecken und einfach nur die Atmosphäre aufzusaugen. Schließlich wurde sich das Setting von vielen Fans der Reihe schon seit Jahren gewünscht. Ein, zwei Kleinigkeiten stören mich aber dennoch. Zu viele NPC stehen einfach nur teilnahmslos in der Gegend herum, worunter meine Immersion im Endeffekt deutlich leidet. Ich erwarte nicht einmal, dass die Personen in den Städten einen festen Tagesablauf haben, aber ein bisschen mehr Lebendigkeit darf's schon sein. Da hat Tsushima dagegen deutlich die Nase vorn, da die Spielwelt insgesamt mehr Abwechslung bietet.

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