ARC Raiders mischt das Shooter-Genre auf! Der neue Sci-Fi-Extraction-Shooter der Ex-Battlefield-Macher bietet packende Gefechte, dichte Atmosphäre und spannenden Nervenkitzel - doch kann er sich gegen Battlefield und Call of Duty behaupten?
Shooter-Fans kommen gerade gar nicht mehr hinterher mit dem Spielen. Battlefield 6 ist ein hervorragender Multiplayershooter geworden und hat die Reihe erfolgreich wieder von den Toten auferstehen lassen. Mit dem Shadowdrop vom Battle-Royale-Modus RedSec will Battlefield auch in diesem Sektor neu angreifen und im November steht natürlich auch wieder das alljährliche Call-of-Duty-Spektakel an.
Mittenrein quetscht sich jetzt auch noch ARC Raiders (jetzt kaufen 39,99 € / 35,99 € ) und will euch ebenfalls eure Zeit abspenstig machen, allerdings als Extraction-Shooter! Der kommt tatsächlich von ehemaligen Battlefield-Entwicklern und das merkt man dem Shooter auch in seiner Qualität an. ARC Raiders spielt sich fantastisch und hatte in unserem Test eine Menge spannender Momente zu bieten. Aber reicht das, um aus der Shooter-Menge hervorzustechen?
Ein Setting mit Sinn
Für uns macht ARC Raiders schon mal eine Sache goldrichtig, die viele andere Extraction-Kollegen unterschätzen. Es baut sich ein passendes Setting. Der Clou an Extraction-Shootern ist ja, dass ihr auf einer großen Karte mit KI-Gegnern, aber auch echten Spielern zusammengeworfen werdet. Dort müsst ihr Aufträge erledigen oder einfach nur Ressourcen sammeln und dann erfolgreich einen Ausgang suchen.
Hat man ein dazu passendes Szenario, kann allein das schon den Spielmodus unterstützen und damit die Spieler anspornen, am Ball zu bleiben. ARC Raiders sucht sich dafür ein Sci-Fi-Setting aus. Die Menschheit wurde von einer wildgewordenen KI größtenteils ausgelöscht und die Maschinen beherrschen die Oberfläche. Die verbliebenen Menschen haben sich in eine Stadt im Untergrund zurückgezogen.
Weil man aber trotzdem Ressourcen braucht, schleichen sich wagemutige Raider immer wieder an die Oberfläche, sacken dort die nötigen Dinge ein und verschwinden dann wieder. Das alles im besten Falle unbemerkt. Das ergibt innerhalb der Welt absolut Sinn und liefert eine klare Motivation, immer wieder aufs Neue sein virtuelles Leben aufs Spiel zu setzen.
Quelle: Embark Studios
Ein Raider geht an einem lange zerstörten ARC-Roboter vorbei.
Bestärkt wird das noch durch das stimmige Design. ARC Raiders setzt auf ein retrofuturistisches Aussehen, wie man es etwa aus Star Wars kennt. Die letzten Reste der Menschheit müssen mit dem auskommen, was sie haben, und deswegen sieht alles schön gebraucht aus. Die Klamotten sind abgewetzt, die Kabel hängen raus und die Gadgets und Waffen sind aus altem Schrott selbst zusammengebastelt.
Wagt ihr euch in den Rust Belt, wo sich die Loot-Gegenden befinden, seid ihr natürlich auf herrlich postapokalyptisch designten Karten unterwegs. Vier Stück gibt es zum Release. Dam Battlegrounds spielt rund um einen namensgebenden Staudamm, Buried City ist eine Stadt, die langsam im heißen Wüstensand versinkt, und Spaceport ist genau das, was der Name vermuten lässt. Ein verlassenes Raumfahrtzentrum, mit einem großen Turm in der Mitte, wo der heiße Loot wartet.
Saubere Performance
Ganz neu zum Release kommt noch Blue Gate dazu. Hier seid ihr in einer bergigen Region unterwegs mit kleinen Dörfern, Wäldern und Militäranlagen, die Scharfschützen förmlich einlädt. Auf allen Karten ist der Verfall deutlich zu spüren, mit ihren teils eingestürzten und überwucherten Gebäuden und es ist herrlich stimmungsvoll, durch die abwechslungsreichen Gegenden zu pirschen. Grafisch spielt ARC Raiders dabei in den oberen Ligen mit.
Gleichzeitig ist es aber genügsam. Mit gerade mal 36 GB auf der Festplatte ist es angenehm schmal und die Hardware-Anforderungen sind ebenfalls überschaubar. Mit unserem Testrechner im High-End-Sektor mit RTX 4080 und Ryzen 7 5800 kamen wir auf epischen Einstellungen und ohne DLSS auf um die 100 FPS. Bis auf ein paar Licht-Glitches durch Mauern sind uns außerdem keine nennenswerten Bugs aufgefallen. Die Embark Studios liefern hier also ein sehr rundes Ding ab. Auch unsere Kollegen von der PC Games Hardware sind mit der Performance des Spiels sehr zufrieden.
Quelle: ARC Raiders Review
Die Grafik in ARC Raiders sieht richtig hübsch aus, ist aber dennoch nicht hardwarehungrig.
Richtig atmosphärisch wird es aber erst, wenn auf den Karten noch Regen oder Stürme aufziehen. Mit den Wettereffekten wollen die Entwickler den Karten noch etwas mehr Abwechslung verschaffen. Zusätzlich dürft ihr auch nachts losziehen, was noch mehr Spannung verspricht. Im Dunkeln ist der Loot auf den Maps nämlich besser, aber die Sichtweite natürlich weitaus geringer. Zu guter Letzt finden auf den Karten immer wieder unterschiedliche Events statt. Mal findet man bestimmte Ressourcen öfter, oder aber es krabbelt ein gigantischer ARC-Roboter durch die Gegend.
Die Entwickler geben sich also definitiv Mühe, ihre Karten abwechslungsreich zu gestalten. Trotzdem sind vier Maps zum Release doch eher überschaubar. Für Spieler von Extraction-Shootern ist es zwar essenziell, die Maps in- und auswendig zu kennen, allerdings sind Spieler eben bereits in früheren Playtests über drei der vier Karten gezogen. Die Gefahr ist also groß, dass sich die Community schnell satt gesehen hat. Eine weitere Karte ist bereits im Auswahlbildschirm vermerkt, es ist aber nicht bekannt, wann die kommt.
