ARC Raiders: Dieser Extraction-Shooter hat mir die Ohren weggeblasen!
Special
Nach dem letzten Playtest ist ARC Raiders in die Top 20 der Wishlist-Charts auf Steam geschossen. Wir checken, was der Extraction-Shooter drauf hat.
Der Sound bläst euch die Löffel weg
Was mich dafür aber umso mehr weggeblasen hat, ist alles, was durch meine Kopfhörer gekommen ist. Das Sounddesign ist nämlich der absolute Wahnsinn. Eigentlich ist das nicht überraschend, schließlich sitzen viele der Sounddesigner der Battlefield-Serie im neuen Team und gerade ab Battlefield 3 stieg die Serie zum Sound-König auf.
ARC Raiders legt großen Wert auf dezente, aber sehr treffend gesetzte Sound-Elemente. Läuft man über die Maps, hört man neben den eigenen Schritten meist nur das leichte Rauschen des Windes oder das Zirpen der Grillen. Nur manchmal setzt dezente Hintergrundmusik ein, um das Spielgefühl zu verstärken.
Quelle: Embark Studios
Allerdings wird die Ruhe dann doch immer wieder unterbrochen, wenn man nämlich Schüsse in der Ferne hört, und die lassen sich exakt verorten. Wie bei der Battlefield-Serie kann man ziemlich genau bestimmen, wie weit ein Schussgefecht entfernt ist und wie sicher man selbst dementsprechend ist.
Das Spiel nimmt dabei sogar darauf Rücksicht, ob man sich gerade in Gebäuden befindet, und auch die Verzögerung des Schalls spielt eine Rolle. Man sieht also etwa eine Explosion in der Ferne schon, bevor man sie hört. Außerdem macht man beim Rennen sehr viel mehr Lärm als in der Hocke.
Dazu kommt die Geräuschkulisse bei den ARC-Robotern. Für die haben sich die Entwickler anscheinend von alten PCs inspirieren lassen. Wenn die Robos Daten verarbeiten, klingt das manchmal wie alte Diskettenlaufwerke oder übersteuernde Lautsprecher.
Dieses großartige Soundsystem sorgt für eine unfassbar dichte Atmosphäre, da man eben Gegner genau orten kann. Wenn ich ein Haus durchstöbere und in der Etage über mir Schritte höre, dann halte ich selber unbewusst die Luft an, um auch ja nicht zu laut zu sein. Und ja, ich weiß natürlich, dass das absolut unnötig ist, aber wenn ein Spiel diese Reaktion auslösen kann, dann macht es meiner Meinung nach schon eine Menge richtig.
Das kleine bisschen Extra
Das heißt aber nicht, dass in ARC Raiders alles perfekt ist. Ich mache mir etwa um die Langzeitmotivation noch so einige Sorgen. Für mich liegt der Knackpunkt bei allen Extraction-Shootern nämlich immer in der Frage: Warum mach ich das eigentlich alles? Wofür schmeiße ich mich hier jedes Mal ins Getümmel und riskiere im Zweifel meine richtig gute Ausrüstung? Was habe ich davon?
Eine Antwort sind natürlich die spannenden Matches, in die ich potenziell gerate und ja, die hat ARC Raiders definitiv. Aber irgendwann habe ich auch davon genug. Escape from Tarkov reichert seine Mischung mit Quests, Crafting und einer Basis an, die man mit Ressourcen weiter ausbauen kann. All das bietet auch ARC Raiders. Die Händler im Spiel geben mir manchmal Aufträge, die ich während meiner Matches erledigen soll. In einer kleinen Abstellkammer richte ich mich häuslich ein und stelle mit genug Ressourcen Crafting-Tische rein. An denen bastele ich mir dann wieder mit Ressourcen, Waffen und Ausrüstung zusammen.
Auch das ist alles nett, aber eben auch kein Gamechanger, vor allem, weil das Balancing bei den Ressourcen noch nicht ganz stimmt. Nach nur wenigen Stunden hatte ich etwa alle Basistische gekauft, und trotzdem ist mein Lager nur so vor Materialien übergequollen.
Zuletzt gibt es noch einen Skilltree, mit dem man die eigenen Werte verbessern kann. Dann erhalte ich etwa mehr Ausdauer oder kann mich geduckt schneller bewegen.
Quelle: Embark Studios
Aber das sind alles Dinge, die mich nur besser für den eigentlichen Einsatz machen. Wenn ich aber keinen richtigen Anreiz habe, um überhaupt in neue Matches zu starten, abseits vom Match selber, dann finde ich das etwas dünn. Ich merke einfach, dass mich Extraction-Shooter ohne höheres Ziel einfach recht schnell gelangweilt zurücklassen.
Ich hoffe daher auf einen weiteren Moneydrain, in den ich meine gesammelten Ressourcen stecken kann, eventuell gekoppelt an die Story. Das Universum von ARC bietet einen spannenden Ausgangspunkt, und wenn ich die Geschichte durch meine Handlungen wenigstens etwas weiterschreiben kann, wäre das für mich schon ein besserer Anreiz, dranzubleiben.
Die Grundlagen dafür sind sogar schon da. Innerhalb der Testphase gab es diverse zeitliche Events auf den Maps, die etwa einen Riesenroboter auf der Karte haben spawnen lassen. Wird das weiter ausgebaut, könnte ich mir da mehr Langzeitmotivation abseits der Matches vorstellen.
Einen genauen Release-Termin gibt es bisher noch nicht. Nur 2025 steht bisher fest, ebenso die Plattformen: PC, Xbox Series und PS5. In der Zeit bis zum Launch kann sich also noch ein bisschen was tun.
Ich bleibe auf jeden Fall an dem Spiel dran, denn die Grundlage ist vielversprechend und poliert. Jetzt hoffe ich nur, dass diese letzten Hindernisse aus dem Weg geräumt werden, denn dann steht hier endlich mal eine würdige Konkurrenz für die etablierten Extraction-Shooter an! Transparenzhinweis: Nexon stellte uns eine Vorschau-Version des Spiels zur Verfügung.
