ARC Raiders: Dieser Extraction-Shooter hat mir die Ohren weggeblasen!
Special
Nach dem letzten Playtest ist ARC Raiders in die Top 20 der Wishlist-Charts auf Steam geschossen. Wir checken, was der Extraction-Shooter drauf hat.
So weit, so Standard. Bis hierhin könnte der Text mehr oder weniger auch Escape from Tarkov, Hunt Showdown oder andere Extraction-Vertreter beschreiben. ARC macht diese Dinge aber schon einwandfrei und erscheint mir sehr poliert.
Allerdings hat ARC Raiders auch ein paar Alleinstellungsmerkmale. Allen voran ist da das Setting. Das ist grundsätzlich erst mal Science-Fiction. Die Erde ist unbewohnbar geworden und die Menschen haben sich unter die Oberfläche zurückgezogen.
Star Wars meets Postapokalypse
In der letzten Stadt namens Speranza versuchen sie, über die Runden zu kommen. Um neue Ressourcen für das Überleben aufzutreiben, werden Raider ausgeschickt, die die Ruinen der Zivilisation nach Loot abgrasen.
Und warum hat es die Erde zerrissen? Weil mit den ARCs wildgewordene Roboter über die Oberfläche patrouillieren und alle Menschen sofort niedermachen. Es wird zwar nirgends genau beschrieben, wo die Maschinen herkommen, aber ich würde Geld verwetten, dass dieses ARC-System zum Schutz der Menschheit eingerichtet wurde und dann durchgedreht ist. Die klassische KI-Nummer halt.
Sehr cool ist dabei der Style, den das Spiel auffährt, denn der orientiert sich ganz stark an einem retrofuturistischen Design, wie man es etwa aus Star Wars kennt. Damit meine ich vor allem das Aussehen der Raider. Die tragen meistens abgewetzte Utility-Ausrüstung. An Helmen ist der Lack abgeplatzt, Funkgerät und andere Elektronik zeigen blanke Kabel und sehen aus wie aus den 80ern, und die Waffen sind teilweise selbst zusammengebastelt.
Quelle: Embark Studios
Ich halte das für ein richtig stimmiges Aussehen, und es verdeutlicht noch mal, dass die Leute halt alles irgendwie wieder reparieren und neu aufbereiten müssen, anstatt einfach Dinge vom Fließband zu haben.
Vor allem steht dieses Design im klaren Kontrast zu den Robotergegnern von ARC mit ihren weiß lackierten oder verchromten Oberflächen. Die werden immer frisch aus der Umlaufbahn der Erde auf die Oberfläche geschossen und sind High-Tech. Meist in Form von Drohnen, fliegen sie dann herum und scannen die Gegend nach Menschen. Es gibt allerdings auch Kugeln, die herumrollen, und richtig große Brocken, die dann wie Insekten durch die Gegend krabbeln. Gerade um Letztere kleinzubekommen, braucht es gute Ausrüstung und mehr als einen Raider.
Die Levels tun ihr Übriges und vermitteln ein schönes Bild der Postapokalypse, mit halb im Sand verschütteten Gebäuden und lange verlassenen Industrieanlagen. Beim Design und beim Stil macht den Entwicklern also keiner so schnell was vor.
Gunplay mit Luft nach oben
Doch auch beim Gameplay merkt man die geballte Erfahrung, die in diesem Studio sitzt. Wer Spiele wie Battlefield 3, 4 oder 5 so schätzt wie ich, der wird sich bei ARC Raiders tatsächlich schnell zu Hause fühlen.
Quelle: Embark Studios
Das Animationssystem ist zum Beispiel wieder richtig gut. Die menschlichen Figuren haben ein merkbares Gewicht, wenn sie loslaufen oder sich über Objekte drüberhieven. Sie sind auch einfach nicht schnell unterwegs, vor allem, wenn der Ausdauerbalken leer ist. Durch die Third-Person-Optik kann man das auch genüsslich bewundern.
Von Pistolen über Sturmgewehre und Karabiner bis hin zu Schrotflinten gibt es bekannte Waffenarten. Die nutzen übrigens auch unterschiedliche Munitionsarten, also aufpassen beim Kofferpacken vor dem Einsatz. Dank einer relativ hohen Time to Kill geht man auch nicht sofort zu Boden, wenn man auf Gegner trifft. Man kann die eigene Verteidigung sogar noch mit Schilden verstärken. Dafür haben die Waffen nur sehr wenig Rückschlag und lassen genaueres Zielen zu.
Sehr cool ist, dass es nicht nur bei den Menschen, sondern auch bei den Robos unterschiedliche Trefferzonen gibt, die sich teilweise drastisch auswirken. Schießt man bei den Drohnen etwa auf die Propeller, dann fangen sie an zu schlingern und müssen sich erst mal wieder fangen. Ich weiß nicht genau, was mir das gibt, aber ich finde das unheimlich befriedigend und es sieht einfach geil aus, wie die Feinde dann durch die Gegend zuckeln.
Insgesamt würde ich aber sagen, dass das Gunplay eher guter Standard ist. Es ist keinesfalls schlecht, macht jetzt aber auch nichts groß herausragend anders als vergleichbare Titel. Das kann sich mit besseren Waffen natürlich noch ändern. Ich habe zum Beispiel mal Energiemunition gefunden. Es gibt also irgendwo auch Laserwaffen oder etwas in der Art.
