Auf dieser Seite erklärt Carlo Siebenhüner, warum ARC Raiders ein so großartiger Geschichtengenerator ist.
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Zum Release hat ARC Raiders dann allerdings direkt einen richtig starken Start hingelegt. Bereits wenige Tage nach Veröffentlichung konnte das Spiel über 700.000 gleichzeitige Spieler vorweisen, fast 500.000 davon allein auf Steam. Ein absoluter Traumstart und ich kann das ehrlich gesagt komplett nachvollziehen. ARC Raiders ist einfach ein rundes Erlebnis. Es erfindet das Extraction-Rad nicht neu, aber die Entwickler sind hier ganz klar den klassischen Blizzard-Weg gegangen.
Sie haben sich ein bestehendes Konzept genommen - in diesem Fall den Extraction-Shooter - und es von Grund auf analysiert: Was funktioniert gut? Und wo liegen die Schwächen? Anschließend haben sie so lange daran gefeilt, bis am Ende das bestmögliche Ergebnis herauskam. Das Resultat ist ein Extraction-Shooter, der sich richtig gut spielt, erstaunlich wenige Bugs hat und vor allem eines ist: ein unfassbar guter Geschichten- und Erlebnisgenerator.
G'schichten aus dem ARC-Raiders-Garten
Ich bin ja eine etwas seltsame Mischung. Ich liebe Singleplayer-Rollenspiele mit guten Geschichten - schon allein, weil ich dort meine Ruhe vor anderen Menschen habe. Gleichzeitig mag ich aber auch Multiplayer-Shooter. Und ARC Raiders bringt für mich genau diese beiden Welten fast perfekt zusammen.
Quelle: ARC Raiders Review
Die Quests und Projekte halten Spielern eine narrative Karotte vor der Nase, die in das eh schon stimmige Story-Konstrukt eingebettet sind.
Das fängt schon beim Story-Unterbau an. Der macht genau das richtig, woran viele andere Extraction-Shooter bei mir gescheitert sind: Er bietet mir eine nachvollziehbare narrative Ebene. Die Menschheit wurde von Maschinen unter die Erde getrieben, und nur ein paar Wagemutige trauen sich noch an die Oberfläche, um Ressourcen zu sammeln.
Für mich ist das ein hervorragender Grund, warum mein Raider - und damit auch ich - sich immer wieder in diese Gefahr begebe. Schließlich könnte nach der nächsten Runde meine komplette Ausrüstung weg sein, weil es mich erwischt hat. Dazu kommen inzwischen auch kleine, aber sehr stimmige Story-Events, die mich gezielt auf bestimmte Ziele hinarbeiten lassen. Perfekt fürs Kopfkino. In der gerade zu Ende gegangenen Winter-Saison gab es zum Beispiel das Flickering-Flames-Projekt.
Da half man der Untergrundstadt, ein Winterfest aufzubauen, und musste dafür bestimmte Ressourcen von der Oberfläche beschaffen. Belohnt wurde ich dafür nicht nur narrativ, sondern auch ganz konkret auf der Gameplay-Ebene - mit Items und kosmetischen Belohnungen.
Und an dieser Stelle muss ich auch wirklich einmal offen sagen: Ja, ARC Raiders hat Mikrotransaktionen, obwohl das Spiel aktuell 40 Euro kostet. Und ja, die Preise im In-Game-Shop sind auch nicht ohne. Ein komplettes Skin-Set kann durchaus mal zwischen 10 und 20 Euro kosten.
Allerdings wird man über die Projekte und die kostenlosen Battle-Pässe - zumindest zum jetzigen Zeitpunkt - auch mit einer Menge kostenloser Cosmetics versorgt, die man sich schlicht durchs Spielen freischaltet. Und wenn man nicht aktiv in den Shop klickt, drängt sich das System auch nicht wirklich auf.
Das empfinde ich insgesamt als mehr als fair. Natürlich wäre es schöner, wenn es komplett ohne Mikrotransaktionen ginge - aber sagen wir es so: besser als das EA-Niveau ist es allemal.
Das glaubt mir kein Mensch...
Das ist aber erst einmal nur das, was einem das Spiel ganz grundsätzlich mitgibt. Die wirklich guten Geschichten entstehen dann innerhalb der Matches selbst. Und ich kann inzwischen schon gar nicht mehr aufzählen, wie viele aufregende, coole und schlicht spannende Momente ich dort erlebt habe.
Quelle: ARC Raiders Review
Gemeinsam ist man stark - oder hat einfach Spaß. Hier tanzen Raider zu einem Flötenspieler.
Da wären zum einen die Squad-Runden, idealerweise mit Freunden, in denen man automatisch mutiger unterwegs ist. Im Zweifel können einen die Mitspieler ja wiederbeleben. Was in diesen Runden stellenweise passiert, ist wirklich abenteuerlich. Ich war zum Beispiel einmal zu zweit mit meinem Kollegen Michi auf der extrem verschachtelten Map Stella Montis unterwegs.
Wir hatten eine richtig gute Runde, haben ordentlich hochwertigen Loot eingesammelt und uns sogar mit einem anderen Squad zusammengetan, um einen fetten Robo zu erledigen. Langsam rückte allerdings das Rundenende näher - und weil die Karte so verwinkelt ist, haben wir den Ausgang einfach ums Verrecken nicht gefunden.
Dann, noch eineinhalb Minuten vor Schluss, rutsche ich aus Versehen ab, stürze drei Stockwerke nach unten und gehe down. Michi klettert mir hinterher und schafft es tatsächlich, mich wieder aufzustellen. Noch 30 Sekunden bis zum Rundenende. In diesem Moment sehen wir endlich den Weg zum Ausgang. Wir nehmen die Beine in die Hand und rennen um unser Leben. Und exakt zwei Sekunden vor Schluss schaffen wir es gerade noch, den Knopf für den Ausgang zu drücken.
Das sind Geschichten, die kannst du dir nicht ausdenken. Du weißt nie, was passiert - und genau das treibt das Adrenalin durch die Decke. Diese Momente bleiben einfach im Gedächtnis.
Quelle: Embark Studios
In ARC Raiders weiß man nie, was passiert. In einem Augenblick lootet man noch, im nächsten steht man vor einem riesigen Roboter und nimmt die Beine in die Hand.
Auch solo ist ARC Raiders ein Genuss
Man muss aber auch nicht zwingend mit Freunden unterwegs sein, um mit ARC Raiders Spaß zu haben. Auch wenn es im Team natürlich besonders unterhaltsam ist, spiele ich den Shooter tatsächlich größtenteils solo. Klar, ein klassischer Singleplayer im Sinne von "Mensch gegen Maschine" ist es nicht. Der menschliche Faktor ist immer mit dabei. Aber genau das hat seinen eigenen Reiz.
Solo kann einen niemand wieder aufstellen, und dadurch verändert sich das Spielgefühl enorm. Ich bin viel vorsichtiger unterwegs und höre auf jedes noch so kleine Geräusch. Auch hier kann ich eigentlich nur das wiederholen, was ich schon im Test gesagt habe: Das Audio-Design von ARC Raiders gehört aktuell zum Besten, was das Shooter-Genre zu bieten hat. Und das macht einen riesigen Unterschied.
