ARC Raiders statt Battlefield 6: So hat der Extraction-Shooter mein Herz gestohlen
Kolumne
Eigentlich sollte Battlefield 6 Carlos Shooter des Jahres werden. Doch Live-Service-Frust, Patches und Monetarisierung trieben ihn weg - und völlig unerwartet und mit voller Wucht zu ARC Raiders.
Ein verspätetes frohes neues Jahr wünsche ich euch! Ich hoffe, ihr seid gut ins Jahr 2026 gestartet und konntet euch über die Feiertage ein bisschen erholen. Vielleicht habt ihr ja sogar die Zeit genutzt, um das eine oder andere Spiel von eurem Pile of Shame zu streichen.
Das war zumindest mein großer Plan. Expedition 33, Ghost of Yōtei, Silksong, Avowed - alles Spiele, die ich angefangen habe. Alles Spiele, die mir eigentlich richtig Spaß gemacht haben. Und trotzdem alles Spiele, die ich irgendwann zur Seite gelegt habe, weil keine Zeit mehr da war und der Wiedereinstieg später einfach nicht mehr funktioniert hat. Genau da wollte ich über die Feiertage ansetzen.
In diesem Artikel
Battlefield 6: Stark angefangen...
Der Titel dieser Kolumne verrät es allerdings schon: Das hat natürlich wunderbar gar nicht geklappt. Stattdessen bin ich völlig überraschend bei einem ganz anderen Spiel hängen geblieben - und zwar mal so richtig. Nämlich ARC Raiders (jetzt kaufen 39,99 € / 35,99 € ).
Warum mich das selbst überrascht hat? ARC Raiders hatte ich zwar auf dem Schirm, aber in meinem Kopf stand eigentlich fest, dass Battlefield 6 dieses Jahr mein Shooter werden würde. Als alter Fan der Reihe war ich entsprechend begeistert, dass der neue Teil endlich wieder eine Rückkehr zu alter Stärke versprach.
Und das schien sich zunächst auch zu bewahrheiten. Zum Release entpuppte sich Battlefield 6 als wieder deutlich geerdeterer Shooter, der bewusst auf seine alten Stärken setzte. Klar, die Matches waren immer noch chaotisch - aber das waren sie in Battlefield 3 und 4 schließlich auch. Mich hat das sofort abgeholt. Dieses alte Gefühl war wieder da.
Damit war ich offensichtlich nicht allein. Battlefield 6 ist der meistverkaufte Shooter des Jahres 2025. In der Spitze haben über 750.000 Spieler gleichzeitig allein auf Steam gezockt. Das Problem ist nur: Diesen Erfolg hat sich EA in den letzten Wochen Stück für Stück selbst wieder verspielt. Battlefield 6 ist für mich inzwischen ein Paradebeispiel dafür, wie man ein Spiel mit Patches und Updates verschlimmbessern kann.
... und stark nachgelassen
Angefangen hat das mit dem Battle-Royale-Modus Redsec. Der spielte sich zwar ganz ordentlich, wirkte aber eindeutig unfertig. Immer wieder kam es - zumindest bei mir - zu Glitches und kleinen Haklern. Ein Modus, der ganz offensichtlich noch ein oder zwei Monate mehr Entwicklungszeit gebraucht hätte.
Dazu kommt, dass es EA bis heute nicht schafft, einige der wirklich nervigen Probleme zu fixen. Dass der Netcode nicht ganz sauber läuft, ist mir schon im Test aufgefallen, und auch das Hauptmenü ist nach wie vor ein Krampf, weil es unnötig verschachtelt ist und mehr nervt, als es hilft.
Mit den neueren Updates scheint es sogar eher schlimmer als besser geworden zu sein. Dazu kommt die nachträglich eingeführte Monetarisierung, die für mich deutlich an der Frechheitsgrenze kratzt - Battlefield 6 kostet schließlich schon initial 70 Euro.
Der Live-Service von Battlefield 6 wirkt nach dem Release insgesamt einfach chaotisch und gehetzt. Patches gehen online, die offenbar nicht ausreichend getestet wurden, und reißen neue Probleme auf, statt alte zu lösen. Damit wurde die eigentlich richtig gute Grundlage nach und nach wieder zunichtegemacht.
Nach dem phänomenalen Start ist das Spiel auf Steam inzwischen auf nur noch ausgeglichene, teils sogar negative Bewertungen abgerutscht und liegt bei unter 90.000 gleichzeitigen Spielern. Das ist für sich genommen immer noch keine schlechte Zahl, aber von den einstigen Spitzenwerten ist Battlefield 6 inzwischen weit entfernt. Viele Spieler sind weitergezogen. Und ehrlicherweise: Mir ging es genauso.
Quelle: PC Games
Der Abschussturm auf Spaceport verdeutlicht ganz gut die Dimensionen der Maps.
Auftritt: ARC Raiders
Ich habe Battlefield 6 seit Wochen kaum noch angefasst. Stattdessen hat sich ein anderes Spiel immer mehr in den Vordergrund geschoben und mich regelrecht in seinen Bann gezogen: ARC Raiders.
Wie schon erwähnt, hatte ich das Spiel schon länger auf dem Schirm. Der Stil hat mir bereits ab dem ersten Trailer gefallen, in den frühen Playtests, an denen ich teilnehmen durfte, hat es mich gut unterhalten, und spätestens beim Test zum Release konnte ARC Raiders - abgesehen von ein paar kleineren Kritikpunkten - wirklich überzeugen.
Trotzdem hatte ich anfangs die Befürchtung, dass ein Extraction-Shooter zwischen den dicken Mainstream-Boliden Battlefield und Call of Duty einfach zerquetscht wird. Ich weiß: Da lachen die Call-of-Duty-Hater. Aber Fakt ist nun mal, dass sich die Reihe weiterhin millionenfach verkauft - selbst bei einem Tiefpunkt wie Black Ops 7. Dazu kommt ein Battlefield 6 mit Rekordstart. Das ist gefährlich für einen eher nischigen Titel wie ARC Raiders. Dachte ich zumindest.
