Anno 117 im ultimativen Test: Der neue Diagonalbau hat nicht nur Vorteile

Test Viktor Eippert Matthias Dammes
Anno 117 im ultimativen Test: Der neue Diagonalbau hat nicht nur Vorteile
Quelle: PC Games

Beim neuen Forschungssystem und dem Diagonalbau gibt's kleinere Kritikpunkte, aber deshalb ist beides insgesamt eine Bereicherung.

Der Forschungsbaum

Dafür konnten wir sehr ausführlich prüfen, wie sich der neue Forschungsbaum auswirkt. Neue Gebäude schalten wir in Anno 117 nämlich einerseits wie üblich durch das Erreichen neuer Bevölkerungsmeilensteine frei. Doch andererseits spielt auch der große, in drei Bereiche unterteilte Forschungsbaum eine wichtige Rolle dabei. In den Disziplinen Wirtschaft, Kultur und Militär verbergen sich dort weit über hundert Forschungen für neue Gebäude, Boni oder sogar endlos wiederholbare Dinge wie die Rekrutierung legendärer Spezialisten.

Besonders gut an dieser neuen Aufteilung des Spielfortschritts gefällt uns, dass man es so mehr in der Hand hat, wie sich das eigene Reich entwickeln soll. Wer sich nicht ums Militär schert, kann sein Wissen für andere Dinge nutzen. Und wer gezielt vorgeht, kann sich schon ziemlich schnell gute Vorteile tief im Baum sichern. Doch nicht alles daran ist ideal. Denn manche Forschungen fühlen sich schon sehr fadenscheinig an.

Jetzt mal ehrlich, liebe Entwickler: Die Fähigkeit, dass Holzfäller Bäume anpflanzen können, wird einem zu Spielbeginn nur deshalb zum ersten Mal in der Serienhistorie weggenommen, damit man sie als Forschung wieder freischalten muss. Und dass man Bäume nicht abreißen kann, ist sogar ziemlich nervig. Schließlich gibt es einen Betrieb, der eine freie Wiese zum Funktionieren braucht.

Wie gut ist der Diagonalbau?

Deutlich weniger zu bemängeln haben wir dagegen bei der Bedienung. Am PC geht in Anno 117 alles richtig schön von der Hand. Dank all der Komfortfunktionen kann man mit nur wenigen Handgriffen ganze Bezirke planen, die Straßen in Windeseile auf die nächste Stufe erweitern oder sogar den letzten Winkel mit Weizenfeldern versehen.

Im Forschungsbaum schalten wir über 100 Dinge frei. Darunter sind Gebäude, Einheiten, diverse Boni und auch wiederholbare Technologien. Quelle: PC Games Im Forschungsbaum schalten wir über 100 Dinge frei. Darunter sind Gebäude, Einheiten, diverse Boni und auch wiederholbare Technologien. Nur der neue Diagonalbau ist gerne mal etwas fummelig. Wer möchte, kann im neuen Anno erstmals auch diagonale Straßen bauen und entsprechend Gebäude, Felder und Zierobjekte daran ausrichten. Das kostet allerdings deutlich mehr Platz, und immer wieder mal ist das Spiel sichtlich überfordert damit, wie herum es ein Gebäude ausrichten soll.

Doch wer sich davon nicht abschrecken lässt, hat als Schönbauer jetzt so viel Entfaltungsspielraum wie noch nie. Bodenkacheln können jetzt sogar in Form von kleinen Dreiecken platziert werden, und superpraktisch ist auch, dass wir jetzt in sich geschlossene Flächen mit nur einem Klick komplett mit einem Bodenornament füllen können.

Weitere Dekoobjekte, Profilbilder aber auch ein paar kleinere Spielvorteile kann man sich übrigens in der Ruhmeshalle verdienen. Für bestimmte Errungenschaften im Spiel erhält man Ruhmpunkte, die man im Hauptmenü dann ausgeben kann. Auch dabei ist die Freischaltung von ein paar Technologien und Spezialisten, die uns dann automatisch sofort in jedem unserer Spielstände zur Verfügung stehen. Das beschleunigt vor allem den Spielstart in neuen Partien für Langzeitspieler. Belohnungen gegen Echtgeld gibt es dort nicht. Wir rechnen eigentlich auch nicht damit, dass sich das noch ändert in Zukunft, aber die Grundlagen wären dafür technisch geschaffen.

Ausgebildet werden die Einheiten in verschiedenen Kasernen. Die Truppen erfordern allerdings einiges an Arbeitskräften und Gold. Quelle: PC Games Ausgebildet werden die Einheiten in verschiedenen Kasernen. Die Truppen erfordern allerdings einiges an Arbeitskräften und Gold.

Wie sind die Landeinheiten?

Und natürlich wollen wir auch über den Landkampf sprechen, der in Anno 117 nach langer Zeit wieder zurückkehrt. Der zählte in der Serienhistorie immer zu den Schwachpunkten, und so viel wollen wir vorwegnehmen: Diesmal ist der Landkampf echt solide, aber die Stärken liegen weiterhin beim Kern des Spiels - dem Aufbau.

Wenn man es simpel runterbrechen möchte, erwartet euch hier ein Total War Light. In verschiedenen Kasernengebäuden rekrutieren wir Speerträger, Bogenschützen, Reiter, römische Legionäre, keltische Axtkämpfer, Belagerungswaffen und mehr. Die Einheiten kommen immer in Bataillonen, haben ein paar grundlegende Kampfwerte, bestimmte Stärken und einen Moralbalken. Um einen gegnerischen Trupp zu besiegen, müssen entweder alle Einheiten erledigt werden oder - was viel häufiger passiert - die Moral muss gebrochen werden, dann rennt der Rest einfach weg und verschwindet.

Idealerweise nutzen wir dafür die Stärken unserer Truppen aus. Speerträger kontern Reiter, Axtkämpfer sind gut gegen die stark gepanzerten Legionäre, die wiederum sonstige Infanterie. Und Reiter sind natürlich klasse, um Fernkämpfern in die Flanke zu fallen. Letztendlich gewinnt man aber auch mit einer guten alten Übermacht, solange man sich nicht zu blöd anstellt.

Spannend dabei ist, dass die Truppen nicht nur gut ins Geld gehen, sondern auch ordentlich Arbeitskräfte erfordern. Wer eine große Armee aufstellen will, muss auch eine starke Wirtschaftsgrundlage dafür haben. Wenn wir die Truppen gerade nicht brauchen, können wir sie aber lagern lassen, was zumindest die Unterhaltskosten deutlich senkt. Auf Seite 5 dreht sich alles um Krieg mit der KI, die Marine und friedliche Übernahme von Spielern.

  1. Seite 1 Großartiger Spielfluss trifft auf gut umgesetztes Setting
  2. Seite 2 Spezialisten, der Kaiser, Albion
  3. Seite 3 Kampagne, Spielspaß beim Aufbau, Grafik & Sound
  4. Seite 4 Forschung, Diagonalbau, Landeinheiten
  5. Seite 5 Krieg, Schiffe und friedliche Übernahme
  6. Seite 6 Konsoleneinschätzung, Fazit und Wertung
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