Hey Anno 117, das MUSS noch besser werden! Diese Dinge passen derzeit noch nicht
Kolumne
Wo das Grundspiel von Anno 117 schon sehr solide daherkommt, steckt der Teufel im Detail. In seiner Kolumne klärt Carlo Siebenhüner, was noch nicht passt.
Als Letztes sind mir die Produktionsgebäude in den Städten aufgefallen. Manche Produktionsgebäude bieten jetzt Vorteile. Die Idee ist, dass man sie deshalb eher innerhalb der Städte baut. Erst dort entfalten sie dann ihre volle Wirkung. Auch das wirkt auf den ersten Blick komplett logisch. Na klar, ergibt es mehr Sinn, wenn die Bäckerei oder der Hutmacher in der Nähe von Wohngebäuden steht. Das fördert einen natürlicheren Stadtaufbau.
Schöne Stadt, planerisches Chaos
Das Problem hier ist nur, dass Gebäude im römischen Baustil sich mit ihren roten Terracotta-Dächern alle ziemlich ähneln. Da den Überblick zu behalten, was jetzt Wohngebäude und was Produktionsgebäude sind, wird auf Dauer vermutlich schwierig. Das Spiel gibt natürlich Overlays, damit man so etwas schneller erkennen kann. Ein eingeschaltetes Overlay läuft dann aber wieder dem eigentlich geförderten natürlicheren Stadtbild in der schicken Grafik entgegen.
Jetzt habe ich mich hier ganz schön in Rage geschrieben. Dabei will ich doch eigentlich gar nicht der Meckerpott sein, der Anno 117 schon vor Release in Grund und Boden hatet. Im Gegenteil will ich doch sogar, dass es ein richtig gutes Anno wird!
Für ein finales Urteil ist es eh noch viel zu früh. Wir haben einfach noch so vieles nicht gesehen. Nämlich im Grunde alles, was mit der zweiten Region zu tun hat, und genau hier könnte mich das Spiel dann auch wieder versöhnen.
Albion ist an Großbritannien bzw. die Kelten angelehnt und nach allem, was man bisher so gesehen hat, scheint sich die Architektur dort grundlegend zu verändern. Auch auf die seit vielen Jahren wieder zurückkehrenden Landeinheiten bin ich gespannt. Ich bin zwar nie Kriegstreiber in Anno, aber ein paar Einheiten auf den Mauern, das finde ich dann schon charmant.
Der Feinschliff fehlt noch
Abschließend müssen wir natürlich auch sehen, was noch alles in den letzten Bevölkerungsstufen und allgemein im Endgame steckt. Ich kann mir vorstellen, dass da noch ein paar Features oder Spielinhalte stecken, die meinen Kritikpunkten wieder mehr den Wind aus den Segeln nehmen.
Ich möchte aber auch noch mal betonen, dass ich in den drei Stunden definitiv meinen Spaß mit Anno 117 hatte! Es war sogar schon fast erschreckend, wie schnell ich in den klassischen Aufbaurausch von Anno gefallen bin. Da ist die Spielzeit nur so verflogen. Da steckt also definitiv schon ein Grundspiel drin, dessen Bausteine mehr als nur solide sind. Anno 117 steht da seinem Vorgänger in nichts nach. Aber gerade, weil die Grundlage schon hervorragend ist, schaue ich eben auf die kleinen Details, die ein gutes von einem ausgezeichneten Spiel unterscheiden.
Ich hoffe also, dass die Entwickler sich die paar Punkte vielleicht noch mal anschauen und eventuell etwas nachbessern. Möglicherweise schreibt man sich die Sachen auch für zukünftige Erweiterungen auf den Zettel. Schlussendlich wissen wir ja schließlich alle: Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Transparenzhinweis: Das Vorschau-Event für Anno 117 fand digital statt.