Age of Mythology: Retold im Test: Grandioses Remake oder doch nur ein Remaster?

Test Felix Schütz
Age of Mythology: Retold im Test: Grandioses Remake oder doch nur ein Remaster?
Quelle: PC Games, Xbox Game Studios

Prostagma! Age of Mythology ist zurück, mit frischer Grafik und sinnvollen Upgrades. Aber genügt das im Jahr 2024 noch? Im Test gibt's alle Antworten.

Nebenbei arbeitet das Team auch noch an einem frischen Spielmodus namens Arena der Götter, der völlig neue Inhalte für Einzelspieler und Koop bringen soll - zum Launch ist davon aber noch nichts zu sehen, die Qualität kann man also bestenfalls raten.

Game Design von 2002

Aber natürlich ist Age of Mythology: Retold schon jetzt ein ziemlich dickes Paket. Ihr erhaltet hier die umfangreiche Hauptkampagne, die erste offizielle Titans-Erweiterung und die Bonuskampagne "Die Goldene Gabe", die alle noch aus der Feder von Ensemble Studios stammten. Das ergibt insgesamt 50 Story-Missionen von unterschiedlicher Länge, da bekommt man also was für sein Geld.

Beim Zeitalterwechsel müsst ihr zwischen zwei Göttern wählen. Quelle: PC Games Und auch wenn Age of Mythology streng genommen schon 22 Jahre auf dem Buckel hat, spielen sich die Kampagnen immer noch ziemlich ordentlich. Die Story ist zwar so spannend wie Zähneputzen, führt euch aber schlüssig von einem Level in den nächsten und es gibt unterwegs auch jede Menge unterschiedliche Missionsziele zu erfüllen. Den Einsätzen selbst fehlt es aber oft an Überraschungen, Tempo und spannenden Ereignissen. Da war der Hauptkonkurrent Warcraft 3 schon vor 22 Jahren deutlich weiter.

Vier Völker und ihre Götter

Was das Spiel außerdem bis heute richtig gut und einzigartig macht, sind seine vier unterschiedlichen Völker: Egal ob Griechen, Ägypter, Nordmänner oder Atlanter - jedes Volk hat eigene Gebäude, Einheiten, Stärken und Schwächen. Wichtige Unterschiede finden sich da schon in der Wirtschaft: Die einen sammeln ihre Glaubensenergie zum Beispiel, indem man Monumente errichtet. Andere schicken dafür Dorfbewohner zum Tempel oder verteilen Orakel über der Map (die dann netterweise gleich noch einen großen Bereich sichtbar machen).

Manche Völker brauchen mehr Nahrung, andere setzen voll auf Gold. Manche bauen schnell und teuer, andere dafür langsam und günstig. Überhaupt macht der Mix aus Basisbau, Rohstoffen sammeln und Upgrades erforschen einfach noch viel Spaß - und spätestens da fühlen sich dann auch die Fans von Age of Empires gut aufgehoben.

Der Pegasus ist eine fliegende, griechische Erkundungseinheit. Quelle: PC Games Sobald man in ein neues Zeitalter aufsteigt, dürft ihr euch eine von zwei Gottheiten aussuchen - das ist auch heute noch ein cooles Feature! Jedes der vier Völker bietet nämlich mehre Untergötter mit eigenen Upgrades, Einheiten, Zaubern und Vorteilen - und das sorgt im Single- und im Multiplayer für angenehme Abwechslung.

Auch die vielen mystischen Einheiten sind immer noch ziemlich cool: Neben klassischen Speerkämpfern, Bogenschützen, Reitern und Katapulten führt ihr hier nämlich auch mächtige Zyklopen, knabbernde Riesenkäfer, Frostriesen, Hydras, Phönixe und vieles mehr in die Schlacht. Die mythologischen Einheiten laufen den menschlichen Truppen zwar etwas den Rang ab, bringen aber auch ordentlich Würze ins Kampfgeschehen und punkten immer noch mit guten Ideen. Der Hydra wachsen zum Beispiel mehrere Köpfe, sobald sie ein paar Einheiten besiegt hat, dadurch wächst ihre Kampfkraft - damals wie heute eine coole Idee!

Zwischen Remaster und Remake

Age of Mythology: Retold punktet also alten Stärken, die sich aber auch heute noch bezahlt machen - schon allein, weil es in dieser Hinsicht auch heute kaum Konkurrenz gibt!

Gleichzeitig sollte man von Age of Mythology: Retold auch nicht zu viel erwarten: Gerade in Sachen Story ist man ist man heutzutage mehr Spannung, coolere Charaktere und eine hochwertige Inszenierung gewohnt.

Auch beim Gameplay zeigt sich oft der Zahn der Zeit: Die KI hat uns meistens nur wenig entgegenzusetzen und schickt einfach uns nur stur geskriptete Gegner-Gruppen entgegen, die man leicht kontern kann. Und auch das Spieltempo ist längst nicht so zackig, wie man es vielleicht von modernen Strategiespielen kennt.

Aber das alles sind eben auch Punkte, bei denen man klar zwischen Remaster und Remake unterscheiden muss. Die neue Grafik und ein paar spielerische Upgrades sind zwar großartig, doch letztendlich bekommt ihr hier trotzdem das gleiche Spiel mit den gleichen Missionen und dem gleichen Spielgefühl wie im Jahr 2002. Wer also ein wirklich modernes Echtzeitstrategiespiel wie in Age of Empires 4 erwartet, wird ziemlich sicher enttäuscht sein - so ein Erlebnis kann und will Age of Mythology nicht bieten.

Wertung zu Age of Mythology Retold (PC)

Wertung:

8.0 /10
Fazit

Tolle Neuauflage eines Strategie-Klassikers, der sich nicht ganz zwischen Remake und Remaster entscheiden kann.

Wer aber einfach nur das gute alte Age of Mythology mit mehr Komfort und besser Grafik genießen will, bekommt hier ein starkes Strategie-Paket, genau so schön und rund präsentiert, als hätte man eine verklärte Erinnerung umgesetzt. Ihr bekommt hier also wirklich die definitive Version eines echten Echtzeit-Strategie-Klassikers - auch wenn der hier und da schon etwas in die Jahre gekommen ist.

Age of Mythology: Retold ist ab dem 4. September 2024 für PC und Xbox Series S/X erhältlich. Die Standard-Ausgabe kostet 30 Euro, für die Premium-Edition werden 50 Euro fällig. In der Premium-Edition ist das Freyr-Götterpaket enthalten, außerdem erhaltet ihr damit die beiden Erweiterungen kostenlos dazu. Als Bonus dürft ihr mit der Premium-Edition schon 7 Tage vor dem Release ins Spiel einsteigen. Alle anderen müssen bis zum 4. September warten. Transparenzhinweis: Für diesen Test wurde uns die PC-Fassung vom Publisher zur Verfügung gestellt.

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