Age of Empires 4: Belagerungen, Seeschlachten und Fazit
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Neue Zivilisationen, Features und Belagerungen: Wie Relic Entertainment Age of Empires 4 seinen Stempel aufdrücken, aber dennoch der 24-jährigen Serientradition treu bleiben möchte. Ob das gelingt, verrät euch unsere Vorschau zum potenziellen Strategie-Hit!
Stärkerer Fokus auf Belagerungen
Die Recherche und der Wille, Geschichte nachzuerzählen, bringt einige wichtige Gameplay-Veränderungen mit sich. Vor allem das taktische Element des Burgenbaus sowie das Belagern dieser Anlagen werden in Age of Empires 4 eine deutlich größere Rolle spielen als in den Vorgängern. Auf Burgmauern finden nun - ähnlich wie beispielsweise in der Stronghold-Serie - auch Bogenschützen und andere Einheiten Platz. Für Game Director Quinn Duffy waren diese Funktionen eine Herzensangelegenheit: "Das Aufregende daran ist, dass Spieler diese neuen Möglichkeiten sowohl defensiv als auch offensiv einsetzen können." Auf den Zinnen positionierte Bogenschützen können weiter schießen, nehmen aber zugleich weniger Schaden.
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Einher mit der stärkeren Einbindung von Mauern kommen viele zusätzliche Variablen in der Schlachtführung: Wie können Angreifer die Wände einnehmen und wie gar durchbrechen? "Es gibt dem Spiel eine zusätzliche taktische Ebene. Mauern sind wertvoll. Es erfordert viele Steine, um sie aufzubauen. Defensive Spieler müssen ihre Wirtschaft darauf abstimmen. Angreifer wiederum müssen Schwachstellen in der Verteidigung erkennen und das Puzzle hinter den Anlagen entschlüsseln", erläutert Duffy in der Videokonferenz. Gerade Gelegenheitsspieler sollen so die Möglichkeit erhalten, ihr eigenes Reich abzusichern und sich auch gegen überlegene Konkurrenten im Multiplayer länger zu behaupten.
Quelle: Microsoft
Die Sultanate von Delhi rücken mit ihren schweren Kriegselefanten aus. Diese eignen sich nicht nur für den Infanteriekampf, sondern können auch als „Rammböcke“ zum Einreißen von Burgmauern eingesetzt werden.
Diese logische Ergänzung zur Age-of-Empires-Formel bringt neue Einheiten mit sich. Beispielsweise greift ihr zu diesem Zweck auf Schwarzpulver zurück. Die frisch angekündigte Fraktion der Chinesen etwa fährt schwere Kanonen auf, die gleich mehrere Schüsse in schneller Folge abfeuern können. Das ebenfalls vorgestellte Sultanat von Delhi, ein islamisches Reich in Nordindien, schickt dagegen Kriegselefanten zu Felde. Diese halten eine beträchtliche Menge Schaden aus und sind auch gegen Fußtruppen ausgesprochen effektiv. Die europäischen Zivilisationen setzen dagegen auf Belagerungstürme, Trebuchets oder besagte Rammen. Diese in Stellung zu bringen, gehört zu den schwierigeren Aufgaben im Spiel.
Das Spiel erkennen und verstehen
Die Vertreter von Relic Entertainment betonten in der Interviewrunde immer wieder, dass man Age of Empires 4 für eine möglichst breite Zielgruppe auslegt. An dem Spiel sollen nicht nur Veteranen ihre Freude haben, sondern auch die besagten Gelegenheitsspieler. Als Inspiration diente vor allem der zweite Teil. Grundmechaniken wie beispielsweise das Gewinnen von Rohstoffen blieben nahezu unangetastet. Wer beim Gameplay-Material genau hinschaut, erkennt sofort die Basisressourcen Nahrung, Holz, Stein und Gold. Eine kleine Figur daneben zeigt an, wie viele Arbeiter gerade in den entsprechenden Bereichen tätig sind. Für Städtebauer erweitert man das Spiel zudem um ein neues Bonussystem, das wiederum auf darauf basiert, ob ihr etwa euren Standort um ein bestimmtes Wahrzeichen auf der Karte herum aufbaut.
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Bei größeren Gebäuden oder Wundern beobachten wir, wie die Bauten Stück für Stück Form annehmen. Der Detailgrad ist bedeutend größer als noch im dritten Teil des Echtzeitstrategiespiels.
Das zugrundeliegende Spielprinzip von Age of Empires bleibt also unverändert, allerdings wurde der Grafikstil angepasst, um Übersichtlichkeit und Lesbarkeit des Geschehens zu verbessern. Zach Schläppi, Art Director bei Relic Entertainment, führt gerade diesen Punkt noch einmal aus: "Bei den Einheiten fällt etwa auf, dass die Waffen zu groß sind. Die Teamfarben sind satter und Muster auf den Uniformen sind über alle Zivilisationen hinweg identisch. Dadurch erkenne ich aus der Distanz sofort, ob ich einen Bogenschützen oder einen Schwertkämpfer vor mir habe." Die Kameraperspektive legt den Fokus stark auf den Kopf und auf die Schultern der Figuren.
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Die Mongolen sind in der Lage, in kürzester Zeit den Standort zu wechseln und ihr Camp zusammenzupacken. Auf diese Weise sind sie im Multiplayer extrem schwer auszurechnen.
Beim gezeigten Gameplay-Material wird deutlich, dass Pfeile groß und extrem weiß dargestellt sind. Das wirkt zwar im ersten Moment künstlich, erleichtert aber das Nachvollziehen der Flugkurve. Das Team arbeitete zu diesem Zweck eng mit der Community zusammen und optimierte so das Spielerlebnis.
Während also die Einheiten fast schon ein wenig cartoonhaft aussehen, zeichnen sich die Umgebung und die Gebäude durch einen extrem hohen Detailgrad aus. Bei den Belagerungen etwa fallen die Mauern - wie schon in den Definitive Editions - formschön in sich zusammen. "Bei der Farbpalette haben wir zwar Inspiration bei früheren Age-of-Empires-Spielen gesucht, legen aber zugleich eine fotorealistischere Beleuchtung darüber. Durch diese physik-basierten Materialien erhalten wir eine gewisse Tiefe und verpassen der Grafik eine an ein Gemälde erinnernden Look. Das wiederum hat den Vorteil, dass das Spiel auch auf leistungsschwächeren Rechnern gut und vor allem nicht zu unruhig aussieht", bringt Zach Schläppi die angepasste Grafik auf den Punkt.
Seeschlachten, ja. Informationen, nein!
Wo sind jetzt aber die handfesten Gameplay-Veränderungen abseits der neu inszenierten Kampagne und den Belagerungen? Das Team hebt vor allem die Unterschiedlichkeit der verschiedenen Fraktionen hervor und unterstreicht diese auch mit Hilfe der Sprachausgabe. Wie gewohnt arbeitet ihr euch im Verlauf einer Partie durch vier Zivilisationsstufen. Das bringt euch nicht nur neue Bauoptionen und Einheiten, sondern verändert auch die Sprache eurer Untertanen. Age of Empires 4 greift also detailverliebt sogar die Veränderung von Sprache in seinem Gameplay auf.
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Auch wenn die Grundstrukturen der verschiedenen Zivilisationen gleich sind, so unterscheiden sie sich dennoch in ihren Möglichkeiten und dem Gameplay. Spieler sollen so motiviert sein, auch neue Völker auszuprobieren.
Aber natürlich gibt es auch handfeste Besonderheiten und Optionen, die die Völker voneinander unterscheiden. Einige davon haben wir bereits in Form der Chinesen und der Sultanate hier angemerkt. Das vorgestellte Volk der Mongolen etwa besitzt einen gänzlich anderen Ansatz als die übrigen Zivilisationen. Per Tastendruck könnt ihr nämlich euer Camp zusammenpacken und einfach auf einen anderen Platz auf der Karte umziehen. Die Mongolen besitzen ebenfalls die Möglichkeit, umstehende Einheiten mit Hilfe von Signalpfeilen im Umkreis zu verbessern.
Ein großes Fragezeichen steht derzeit noch hinter den Seeschlachten. Diese gehören natürlich traditionell zur Echtzeitstrategieserie. Allerdings offenbarten die Entwickler nur einen kurzen Augenblick, als eine offenbar chinesische Flotte von Schiffen in Richtung des Festlands schipperte. Auffällig: Im Vergleich zu Häusern und sogar Burgen wirkten die Schiffe extrem groß, und wahrscheinlich wird hier auch Schwarzpulver im Kampf zum Einsatz kommen. Darauf angesprochen, kontert Emma Bridle von World's Edge lediglich mit dem beliebten Entwicklersatz: "Das, was ihr hier gesehen habt, ist erst der Anfang. Im Spiel steckt noch viel mehr."
