Nintendo Wars - Retro-Special Teil 2

Special Thomas Eder Lukas Schmid
Nintendo Wars - Retro-Special Teil 2
Quelle: Nintendo

Retro-Special zu Nintendo Wars: Nintendo mal anders: kriegerisch, aber auf sehr charmante Weise! In unserem Retro-Special zur Nintendo Wars-Reihe nehmen wir die Reihe unter die Lupe!

Das Gameplay wurde in verschiedenen Einzel- und Mehrspielermodi verwurstet und mag auf den ersten Blick sehr komplex wirken, erklärt sich aber schnell im Spielverlauf (nicht zuletzt dank der Hilfe der charmanten Ausbilderin Nell) und entpuppt sich letztlich als unkomplizierter Weg, überraschend tief ins rundenbasierte Taktikgenre einzusteigen. Damit der Spaß auch von Dauer ist, verdient man sich mit seinen Erfolgen in den verschiedenen Spiel­modi Sterne beziehungsweise Credits, die man im Shop bei Hachi in neue Karten, Outfits, spielbare K.O.s, eine Galerie (Black Hole Rising) und weitere Goodies investieren kann. Zudem könnt ihr in beiden GBA-Teilen selbst Karten mit dem Editor entwerfen und euch in verschiedenen Mehrspielermodi mit bis zu insgesamt vier Spielern austoben.

Militärisch knuffig

Super Famicom Wars sieht klasse aus und lässt sich super spielen, doch leider ist der Teil hierzulande nie veröffentlicht worden. Quelle: Nintendo Super Famicom Wars sieht klasse aus und lässt sich super spielen, doch leider ist der Teil hierzulande nie veröffentlicht worden. Die Darstellung der ersten Teile (vor allem auf dem Ur-Game-Boy) ließ nur sehr wenig Spielraum für den Grafikstil: Die Optik war anfangs sehr spartanisch und zweckmäßig - und bis auf die Zwischen- oder Kampfsequenzen auch alles andere als schön. Dennoch deutete der Stil - im Gegensatz zu den alten Verpackungen - bereits den zunehmend charmanten Look der Reihe an. Das Kriegsgeschehen wird verniedlicht dargestellt - alles wirkt mehr wie ein Spiel als eine realistische Kriegssimulation.

Hierzu tragen auch die im freundlichen Anime-Stil dargestellten K.O.s mit ihren teils witzigen und sehr japanisch angehauchten Dialogen bei. Hut ab, wie sich ein familienfreundlicher Hersteller wie Nintendo an dieses Thema heranwagt und in einem Spiel präsentiert. So putzig wurden Kampfhandlungen noch nie inszeniert, so harmlos hat es sich noch nie angefühlt, Militäreinheiten zu kommandieren. Mit den wachsenden technischen Möglichkeiten des Nintendo DS wagte man sich bei Intelligent Systems an einen ernsteren Look heran, was nicht bei allen Fans auf Anklang stieß. Während Dual Strike noch stark an die GBA-Teile erinnert, wirkt Days of Ruin mit seinem erwachseneren Anime-Look und der Endzeit-Atmosphäre insgesamt düster und weit weniger niedlich.

Auf eure Distanzwaffen müsst ihr ganz besonders achtgeben – bei direkten Angriffen sind diese sogar gegen schwache Einheiten völlig wehrlos. Quelle: Nintendo Auf eure Distanzwaffen müsst ihr ganz besonders achtgeben – bei direkten Angriffen sind diese sogar gegen schwache Einheiten völlig wehrlos. Japanischen Spielern behielt man diesen Serienvertreter erst einmal 5 (!) Jahre vor, bis er dort 2013 immerhin via Download im eShop veröffentlicht wurde. Ob dies am Look, dem seit vielen Jahren leider schwindenden Interesse am Genre oder den Kosten lag, ist uns nicht bekannt. Bemerkenswert bei der Präsentation ist auch die musikalische Untermalung der Reihe (insbesondere der beiden GBA-Advance Wars), die auch über Stunden nicht nervt und mit zur lockeren Atmosphäre beiträgt. Die Handlungen im Story-Modus beziehungsweise der Kampagne sollen das Spiel zusätzlich anheizen, wobei diese oftmals weniger spannend und zum Glück kurz gehalten sind.

Es bekriegen, vertragen und hintergehen sich verschiedene Parteien - Blue Moon, Orange Star, Green Earth, Yellow Comet und natürlich die ewig Bösen von Black Hole. Die Hintergrundgeschichte wurde mit jedem Teil komplexer, aber nicht wirklich interessanter. Im bislang letzten Ableger der Reihe Days of Ruin, der sich vor allem durch den erwachsenen Anime-Stil abhebt, ist der Krieg bereits verloren und die Einheiten formieren sich neu.

Und jetzt? Besteht plötzlicher Nachholbedarf?

Die 8-Bit- und Game-Boy-Teile der Reihe haben es ehrlich gesagt hinter sich. Sie sind technisch nicht mehr zeitgemäß, hinzu kommt, dass sämtliche Ableger der Reihe bis Advance Wars ausschließlich in Fernost veröffentlich wurden und daher schwer zu bekommen und vor allen zu verstehen sind. Super Famicom Wars ist auch heute noch klasse spielbar, aber dank des exotischen Vertriebswegs wird's auch hier nicht leicht und vor allem teuer, an ein Original zu kommen.

Es ist überraschend, wie viel Tiefgang selbst die alten Handheld-Titel bieten. Quelle: Nintendo Es ist überraschend, wie viel Tiefgang selbst die alten Handheld-Titel bieten. Quelle: Nintendo

Die beiden GBA-Titel sind eindeutig die Highlights der Serie und sogar in Deutsch erhältlich, jedoch kosten die Spiele gebraucht bereits bis zu 100 Euro! Wer die locker hat, kann sich dann auch gleich den GBA Micro holen, denn darauf spielen sich die Advance Wars einfach fantastisch. Zum Glück gibt's noch eine kostengünstige, technisch astreine Möglichkeit, in den Nintendo-Krieg zu ziehen: die Wii UVirtual Console, für die Advance Wars und Advance Wars 2 für 6,99 Euro und Advance Wars: Dual Strike für € 9,99 erhältlich sind. Unser Tipp: Steigt mit den GBA-Klassikern ein und legt mit dem DS-Nachfolgern nach!

Mittels des sympathisch einfach zu bedienenden
Editors könnt ihr euch in den beiden GBA-Teilen schnell eure eigenen Schlachten basteln. Quelle: Nintendo Mittels des sympathisch einfach zu bedienenden
Editors könnt ihr euch in den beiden GBA-Teilen schnell eure eigenen Schlachten basteln. Quelle: Nintendo

Sind die Nintendo-Kriege beendet?

In den letzten Jahren war es leider sehr ruhig um die Reihe, Days of Ruin wurde in Japan Jahre später nur als eShop-Titel veröffentlicht. Für die Zukunft liegen leider keine Neuankündigen vor, vielleicht schafft es der ein oder andere Teil der Reihe immerhin noch auf die Switch, so Nintendo endlich einmal beginnt, dort regelmäßig Klassiker aus dem eigenen Haus zu veröffentlichen. Eine ideale Plattform - sowohl technisch als auch in Hinsicht auf die Reichweite - wäre zudem eine Fassung für Smartphones. Auf Mobilgeräten ist die Serie seit jeher zu Hause, von daher wäre zumindest ein Remake, wofür sich auch der Aufwand in Grenzen halten sollte, sehr wünschenswert - und ließe sich auf der Switch im Mobil-Betrieb ebenso gut spielen. Daumen drücken und die Hoffnung nicht aufgeben!

Meinung

Meinung

Bildergalerie

  1. Seite 1 Nintendo Wars - Retro-Special Teil 1
  2. Seite 2 Nintendo Wars - Retro-Special Teil 2
  3. Seite 3 Nintendo Wars - Retro Special Teil 3: Zeitleiste und Kriegsgeräte
  4. Seite 4 Nintendo Wars - Retro-Special Teil 4: Kommandierende Offiziere
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