Nichts für schwache Nerven! - so überlebt man Deutschlands coolste LAN-Party
Special
Ein Survival-Tagebuch mit dem Besten und Schlechtesten, was PC Games zu bieten hat.
Der Held der LAN
Er ist so etwas wie der coolste LAN-Besucher überhaupt, denn er hat nicht nur Retrogames und Couch-Coop-Spiele dabei, sondern auch ein aufblasbares Sofa. An seinem Platz findet man neben einem High-End-PC auch einen kleinen Greifhaken-Automaten und Röhrenfernseher, und wer mit ihm zockt und gewinnt, darf sich etwas aus seiner Grabbelkiste krallen. Da sind zum Beispiel Booster für Magic the Gathering drin oder Poster zu Spielen. Nachdem ich im Rudern und Tischtennis absolut verdient gewinne, suche ich mir eine Nuka-Cola-Flasche aus, die jemand wohl mal selbst mit einem 3D-Drucker angefertigt hat. Für mich als Fallout-Fan ist das ein echter kleiner Schatz.
Quelle: PC Games
Mein Preis, der inzwischen bei mir Zuhause einen Ehrenplatz hat!
Wirklich weiterzocken kann ich leider nicht, weil ich einen Artikel darüber schreibe, dass sich etliche Streamer auf der Messe für eine hohe Wahlbeteiligung einsetzen und in einem Zusammenschluss ihre Zuschauer darauf aufmerksam machen, dass Politik jeden etwas angeht. Tobi nimmt derweil mehr Interviews auf und macht lustige Dinge vor der Kamera mit Kalle, Fishc0p und co. - vielleicht das spaßigere Ende der Aufgabenverteilung, aber ich bin leider nur dann lustig, wenn alle Kameras ausgeschaltet sind.
Unterbrochen wird mein Schreibfluss vor allem von den Rufen nach "Helga", die immer wieder durch die Hallen gehen, ein alter Festival-Brauch, den ich von Rock am Ring kenne und der stets auch von einem selbst mit "Helga" beantwortet werden muss. Eine willkommene Ablenkung, die ich vielleicht auch im Büro einführen will.
Das beste aller LAN-Spiele
Nach weiterer verrichteter Arbeit belohne ich mich damit, das einzig wahre LAN-Spiel zu zocken, das wirklich immer für Party-Stimmung und gute Laune sorgt: Stray. Immerhin sind Katzen die besten aller Tiere, und wenn sie über den Bildschirm springen, ist auch die Müdigkeit schnell verflogen. Weniger gelassen und deutlich brodelnder ist die Stimmung am Platz neben mir. Während ich mit meiner Katze genüsslich sämtliche Tapeten in einer von Robotern bewohnten Bleibe zerkratze, vernehme ich zu meiner Linken immer wieder mal ein Meckern. Als ich schließlich meinen Kopfhörer abnehme und Tobi frage, ob es in Valorant nicht läuft, muss er sich sichtlich anstrengen, mir nicht die Pest an den Hals zu wünschen.
Quelle: PC Games
Tobis und mein liebevoller Umgang miteinander
Als ich ihm dann noch über die Schulter schaue und immer in mich hineinschnaube, wenn er das Zeitliche segnet (was erstaunlich schnell und regelmäßig passiert), gibt Tobi schließlich auf. Eine weitere Hallen-Pause an der frischen Luft ist fällig. Diesmal marschieren wir mit acht Mann zum Bahnhof Deutz, wo mit McDonald's und Subway ein Schlemmerparadies auf uns wartet, das vom Niveau her unserem geistigen Zustand entspricht.
Das Glück ist mit den Dummen
Wie schlimm der geistige Verfall bereits voranschreitet, ist spätestens klar, als Tobi sich ein Hühnchen-Nugget krallt. Offensichtlich viel zu heiß, um es lange in der Hand zu halten, lässt Tobi das Nugget aber nicht etwa los, sondern führt es in Richtung Mund. Gleichzeitig legt er den Kopf in den Nacken, um das frittierte Hühnchen im Ganzen zu verschlingen und dabei nicht seine Lippen zu berühren.
Wie in Zeitlupe sehe ich dabei zu und bin trotzdem nicht schnell genug, um Tobi davon abzuhalten, sich den kompletten Mund zu verbrennen. Dass das nicht so schlau war, stellt er nach kurzer Zeit ebenfalls fest. Das Nugget wieder aus dem Mund zu nehmen, fällt ihm aber trotzdem nicht ein, weswegen er stattdessen einen "Mein Mund verbrennt"-Tanz aufführt. Da sich Betrunkene und Kinder aber nie etwas tun, hat auch Tobi dieses Spektakel gut überstanden und wir haben uns wieder in den Bunker begeben.
