Nichts für schwache Nerven! - so überlebt man Deutschlands coolste LAN-Party
Special
Ein Survival-Tagebuch mit dem Besten und Schlechtesten, was PC Games zu bieten hat.
14:30 Uhr, Ankunft bei der gamescom LAN
Eine irre lange Schlange reiht sich vor dem Eingang der gamescom LAN auf, mit etlichen Leuten, die ganze Bollerwagen an Equipment hinter sich herziehen. Tobi läuft souverän an allen vorbei, durch die Tür zum Pressetisch und sieht dabei sehr wichtig aus - auch wenn die Aura von "ich gehöre hier zum Laden dazu" durch den Müllbeutel ein kleines bisschen an Seriosität einbüßt. Wie jedes Mal, wenn ich auf ein Event gehe, fühle ich mich mega schlecht, einfach die Schlange zu umgehen, aber ich halte mich an meinen neuen Chef, bekomme ein Bändchen in die Hand und schnell sind wir drin.
Hallo gamescom LAN
Eine dunkle Halle breitet sich vor uns aus, in der schon hunderte PCs aufgebaut sind, teilweise mit irren Set-ups. Auch zahlreich vorhanden sind Röhrenfernseher mit Retro-Konsolen, dazwischen finden sich Musik-Instrumente, oder gigantische LED-Lampen in Lava-Optik. Prüfend halte ich die Nase in den Wind bzw. die stehende Luft: Noch ist kein markanter Gamer-Geruch wahrzunehmen, die Hallenlüftung hält stand, ein gutes Zeichen.
Bei einem kurzen Abstecher in den B2B-Bereich versuchen wir herauszufinden, wo wir unser Gepäck hinbringen können und wo eigentlich der Schlafplatz ist. Letzteres sorgt für einige Verwirrung, weil wirklich niemand von den Presseleuten direkt hier auf der LAN schläft.
Nach einer Stunde mit Leuten reden und einem ungeführten Rumstreunen über die LAN und die angeschlossene Trading-Card-Games-Zone stolpern wir glücklicherweise über den Ruhebereich, der die nächsten beiden Nächte unser Schlafplatz sein soll. Mit noch originalverpackten Isomatten und Campingdecken bewaffnet haben wir uns schnell einen Platz gesichert, wo ich in stolzer Pfadfinder-Manier Tobi erkläre, wie man das alles am besten aufbaut. Und weil ich das alles so gut kann, habe ich mir bereits beim Zerreißen der Kunststoffpackungen einen Nagel abgebrochen und bin beim Aufpumpen der Isomatte ins Schwitzen gekommen.
Quelle: PC Games
Noch habe ich gute Laune, ich ahne nicht, wie unbequem dieser Boden sein wird
Aus Tobis und meiner anhaltenden Paranoia heraus, dass uns unsere Sachen geklaut werden könnten, entscheiden wir uns, das Gaming-Equipment ganz hinten im B2B-Bereich zu verstauen. Mit der Gewissheit, dass nun nichts Schlimmes passieren wird, mischen wir uns unter die LAN-Besucher und führen Interviews für Kurzvideos (Die Ergebnisse könnt ihr auf unserem Tiktok-Kanal begutachten).
Da wir vor lauter coolen Leuten und Gesprächen nicht wirklich zum tatsächlichen Arbeiten kommen, geschweige denn zum Zocken, beschließen wir, das einfach auf die Nachtstunden zu verschieben. Man ist ja schließlich nur einmal jung. Eine Aussage, die wir am nächsten Tag noch bereuen werden, aber ich will ja nichts vorwegnehmen.
00:05, erste Nacht auf der gamescom LAN
Trotzdem spule ich mal ein paar Stunden vor, auf kurz nach Mitternacht. In einem Anflug von Produktivität beschloss ich, einen ersten Artikel anzufangen und Tobi, dass er Valorant spielen will. Was wir nicht im Kopf haben: Der B2B-Bereich wurde bereits um 23 Uhr dicht gemacht, damit niemand sich an irgendwelchen Sachen vergreift. Das passt zu unserem Plan, dass niemand unser Zeug klaut, allerdings zählen wir in diesem Szenario mit zu den Leuten, die man aus Gründen der Sicherheit ausgesperrt hat.
