Nichts für schwache Nerven! - so überlebt man Deutschlands coolste LAN-Party

Special Antonia Dreßler
Nichts für schwache Nerven! - so überlebt man Deutschlands coolste LAN-Party
Quelle: PC Games

Ein Survival-Tagebuch mit dem Besten und Schlechtesten, was PC Games zu bieten hat.

Es war schon länger geplant, dass ich mit Tobi für die PC Games auf die gamescom LAN gehen würde. Eigentlich eine Pressereise, bei der nicht viel schiefgehen konnte - bisschen zocken, bisschen networken, bisschen Content machen. Aber als genannter Tobi, der inzwischen neugebackene Redaktionsleiter der PC Games, mich fragte, wie es mit dem Hotelzimmer aussieht, hat sich bei mir ein Schalter umgelegt. "Wir können einfach kein Hotel nehmen!" Als uns die Erkenntnis traf, haben wir uns schnell entschieden. Wir schlafen in der Messehalle, mit Isomatte und was man sonst noch braucht. Wenn wir schon auf die LAN gehen, dann richtig - Teil des Schiffs, Teil der Crew und so.

Dass es trotzdem kein Erlebnis wird, wie für die anderen Besucher, war leider vorprogrammiert. Immerhin hatten wir Termine im B2B-Bereich, wo wir wussten, dass es Essen geben würde - doch selbst diesen Unbequemlichkeitseinbußen zum Trotz haben Tobi und ich nicht zurückgezogen. Was für mich die erste LAN meines Lebens war und durch meine Arbeit als Journalistin vermutlich nicht die klassischste aller LAN-Besucher-Erfahrungen, habe ich hier festgehalten.

Stray auf einem Laptop Quelle: PC Games (8)

Montag, 17. Februar, vier Tage bis zur gamescom LAN

Während ich meine Artikel für die Woche plane, meldet sich Tobi bei mir. Mit sechs Stunden Zeitverschiebung aus Boston heraus fragt er, ob ich eine Liste machen kann, was wir für die LAN brauchen. Nach kurzer Recherche, Absprache mit dem Presse-Kontakt der LAN und Rückfragen ans perfekt vorbereitete Hauptquartier in Boston fehlen uns Isomatten, Decken, eine Akkreditierung und Zugtickets. Es bleibt also noch genug Zeit, um in Windeseile alles herauszusuchen und am Freitag für die Abfahrt parat zu haben.

Freitag, 21. Februar, erster Tag der gamescom LAN

Tobi und ich treffen uns um 9 Uhr an der Redaktion. Also um halb 10, weil Tobis erster Zug des Tages eine halbe Stunde steckenbleibt. Ein schlechtes Omen? Ich bleibe positiv und kralle mir schon einmal alles an Gaming-Equipment aus dem Büro, was ich als halbwegs sinnvoll erachte: Controller, Maus, Headset, noch eine Maus (man weiß ja nie) und natürlich die von der PC Games Hardware bereitgestellten Gaming-Laptops mit verbauter RTX 4090 - man will ja nicht gleich mit einer 5090 übertreiben. Die Frage, warum die Hardware immer viel krassere Sachen hat als wir armen PC-Games-Redakteure, schiebe ich zur Seite, denn Tobi kommt herein und hat VIEL zu wenig Platz in seinem Rucksack, um da noch eine Isomatte oder Decke drin zu verstauen.

Eine schlaue Idee des Chefredakteurs und einen so gemopsten Müllbeutel aus der Küche später sind wir auch schon unterwegs zum Zug, der uns nach Köln bringt. Noch am Gleis wird uns bewusst, dass sich Tobis Müllbeutel und die Müllbeutel der Reinigungskräfte vor Ort zum Verwechseln ähnlich sehen. So alarmiert bleibt der Sack geschultert und Tobi und ich sind als dynamisches Duo und unserem Humor entsprechend in Szene gesetzt. Ich lache zwar darüber, aber innerlich ist mir das Ganze sehr peinlich.

PC Games Redakteur mit Müllsack über den Schultern Quelle: PC Games (2) Wider Erwarten kommen wir nur mit einer halben Stunde Verspätung in Köln an, eine fantastische und rekordverdächtige Leistung der Deutschen Bahn. Mit diesem guten Omen kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Ich hoffe nur, dass dieser Gedanke nicht unter die Kategorie "berühmte letzte Worte" fällt.

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