eFootball 2022: Auch das 1.0.0-Update ist eine Farce - Seite 2

Special Michael Grünwald
eFootball 2022: Auch das 1.0.0-Update ist eine Farce - Seite 2
Quelle: PC Games

Mit dem Update 1.0.0 soll eFootball 2022 den Ruf als Spielegurke des Jahres 2021 wettmachen. Wir haben uns den umfangreichen Patch einmal genauer angesehen.

Ein Armutszeugnis stellen die Spieleinstellungen dar. Seit dem Launch sind viele Optionen ausgegraut, das hat sich nicht geändert. Die Spiellänge ist beispielsweise auf fünf Minuten festgesetzt; genauso das Wetter auf "Klar". Die zahlreichen Optionen stehen nur theoretisch zur Verfügung. Auch beim Schwierigkeitsgrad können wir lediglich zwischen "Fortgeschritten" und "Superstar", der höchsten Stufe, wählen.

Was genau hat Konami in den letzten sechs Monaten gemacht? Oder wollen die Entwickler durch die Arbeitsverweigerung bei Authentic Team die Spielerinnen und Spieler in den Dreamteam-Modus und damit zu den Echtgeld-Inhalten locken? Dort dauern die Partien zehn Minuten. Die Funktion ist also im Spiel, nur eben nicht im Offline-Bereich, in dem es für den Entwickler nichts zu verdienen gibt. Immerhin können wir belanglose Dinge wie die Graslänge oder den Spielfeldzustand einstellen. Bevor Fans aber jetzt in Jubelstürme ausbrechen: Auswirkungen haben diese Anpassungen nicht. Und grafische Unterschiede suchen wir auch vergeblich. Haben sich die Entwickler stattdessen auf die Verbesserung des Gameplays und sonstige Fehlerbehebungen fokussiert? Schließlich wurden ja auch die Pläne der 40-Euro-Erweiterung, die am 11. November 2021 hätte erscheinen sollen, schnell über Bord geworfen. Macht eFootball also mittlerweile zumindest Spaß? Nun, die kurze sowie einfache Antwort lautet: nein!

Die Kreisklasse lässt grüßen

Mehr Schatten als Licht: Die Beleuchtung in der Allianz Arena führt ebenfalls ein Eigenleben.  Quelle: PC Games Mehr Schatten als Licht: Die Beleuchtung in der Allianz Arena führt ebenfalls ein Eigenleben.  Die Spielintelligenz der KI schwankt nach wie vor zwischen Kevin-Großkreutz- und Thorsten-Legath-Niveau. Die Laufwege unserer Mitspieler sind weiterhin katastrophal. Das liegt auch daran, dass es keine Taste gibt, um unsere Kicker in den freien Raum zu schicken. Stattdessen verstecken sie sich in aussichtsreichen Kontersituationen lieber hinter ihren Gegnern und machen viele Angriffe so zunichte.

Unverändert ist auch das Gestöpsel auf dem Platz geblieben. Der Ballbesitz wechselt in einem Zweikampf teilweise immer noch drei- oder viermal, da die Spieler die Pille ständig viel zu weit vom Fuß abtropfen lassen. Mit einem neuen Feature lässt sich nun zusätzlich die Schulter einsetzen, um den Ball zu erobern. Doch in solchen Duellen stellt sich eFootball mit der miserablen Kollisionsabfrage selbst ein Bein.

Noch dazu zückt der Schiedsrichter bei Fouls viel zu schnell Karten. Nach leicht übertriebenen Körpereinsätzen handeln wir uns mehr gelbe Karten ein als Stefan Effenberg zu seiner besten Zeit. Für ein leichtes Foulspiel an der Mittellinie gibt's auch ganz gerne mal Rot. Ein richtiger Spielfluss kommt bei derart pingeligen Referees definitiv nicht auf.

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