Next-Gen-Konsolen: SSDs, Kühlung und mehr

Special Antonio Funes
Next-Gen-Konsolen: SSDs, Kühlung und mehr
Quelle: Microsoft

Noch vor Weihnachten soll in diesem Jahr die neue Konsolengeneration von Sony und Microsoft starten. Zu der Xbox Series X gibt es schon seit einiger Zeit genauere technische Daten. Sony ist mit den Angaben zur Playstation 5 erst am 17. März rausgerückt. Wir schauen uns die Daten näher an und versuchen, die beiden kommenden Konsolen einzuschätzen.

Next-Gen: Der Gamechanger SSD?

Neben der puren Grafikleistung heben beide Hersteller auch die Verwendung einer schnellen SSD hervor. Sony tut dies besonders intensiv, da die SSD in der Playstation 5 die Daten etwa doppelt so schnell lesen kann wie die in der Xbox Series X, zumindest laut Datenblatt. Dabei spricht der japanische Konzern sogar von einem "Gamechanger". Dass sich Spiele verändern könnten, trifft aber auch auf die Xbox Series X zu. Die SSDs sollen Spiele zumindest in Teilen und je nach Einzelfall aufwerten können, und zwar nicht nur, was die Ladezeiten zwischen zwei Leveln oder dem Spielstart angeht, sondern auch die Grafik betreffend.

Die Idee ist logisch leicht nachvollziehbar: Nehmen wir als Beispiel an, dass ihr mit eurer Spielfigur nur noch wenige Sekunden von einem Dorf in einer Spielewelt entfernt seid. Das RAM ist bereits mit Texturen (und anderen Daten) voll, so dass für das Dorf neue Texturen geladen werden müssen und länger nicht mehr benötigte Texturen entfallen. Man könnte per Festplatte pro Sekunde Texturen laden, die etwa 100 Megabyte groß sind.

Die SSD-Erweiterung wird seitlich in das Gehäuse gesteckt. Quelle: Microsoft Die SSD-Erweiterung wird seitlich in das Gehäuse gesteckt. Wären es Texturen, die doppelt so groß sind, kann dies bereits zu Rucklern führen, da die Engine noch auf das Laden der Texturen warten muss - oder aber es würde zwar keine Ruckler geben, aber dafür für eine Weile nur eine relativ hässliche Basisversion der Textur oder auch bei manchen Objekten gar keine Textur zu sehen sein. Mit einer schnellen NVMe-SSD wären aber bezüglich der Texturengröße bei der Xbox Series X mehr als 2000 Megabyte, bei der Playstation 5 mehr als 5000 Megabyte pro Sekunde drin, so dass man freilich deutlich hochauflösendere Texturen im laufenden Spiel nachladen kann. Man könnte binnen von wenigen Sekunden alle bisherigen Texturen im RAM austauschen. Dies ermöglicht nicht nur bessere Texturen, sondern auch mehr Vielfalt bei den Texturen. Und ein Nachladen von Daten ist gerade bei Open World-Spielen wichtig, da der Grafik- und Arbeitsspeicher ja begrenzt ist. Diesen möglichen Vorteil der schnellen SSD haben also beide Konsolen, was den Spielen abseits der puren Rechenleistung noch einen optischen Schub geben kann und es den Entwicklern zudem ermöglicht, Spiele deutlich leichter übergangslos zu gestalten, wo früher noch ein kurzer Ladebildschirm nötig war.

An der Gehäusedecke kommt die warme Luft bei der Xbox Series X heraus. Frische Luft saugt sie unten ein. Quelle: Microsoft An der Gehäusedecke kommt die warme Luft bei der Xbox Series X heraus. Frische Luft saugt sie unten ein. Die SSD der PS5 ist dabei theoretisch doppelt so schnell wie bei der Xbox Series X, und Sony hebt diesen Fakt besonders stark hervor - ob dieses Plus an Geschwindigkeit am Ende auch wirklich einen optisch sichtbaren Vorteil für Sonys Konsole im Vergleich zur Konkurrenz von Microsoft einbringt, wird sich noch zeigen. Denn die Xbox Series X könnte wiederum durch die potenziell stärkere Rechenleistung andere Dinge der Grafik detaillierter gestalten.

Eine ganz andere Frage ist zudem, wie das angepriesene SSD-Feature überhaupt umgesetzt werden soll. Denn man wird ja optional auch laut aktuellen Informationen eine externe Festplatte für Spiele nutzen können - solche Festplatten kommen aber eben maximal auf etwa 100 MB/s im Durchschnitt. Es kann also im Grunde genommen nicht sein, dass eine so schnelle SSD wie in der Playstation 5 zwingend für ein Spiel erforderlich ist. Möglicherweise wird ein auf externer Festplatte installiertes Spiel, das eigentlich auf die SSD hin optimiert wurde, einen Modus bieten, in dem man mit leichten Abstrichen auch eine Festplatte nutzen kann. Solche Detailfragen müssen noch beantwortet werden - spätestens zum Release der Konsolen werden wir schlauer sein und auch sehen, wie teuer ein PC sein wird, der eine vergleichbare Leistung und Grafik bietet.

  1. Seite 1 Next-Gen-Konsolen: Einleitung und aktuelle Generation
  2. Seite 2 Next-Gen-Konsolen: Technische Daten
  3. Seite 3 Next-Gen-Konsolen: Rechen- und Spieleleistung
  4. Seite 4 Next-Gen-Konsolen: SSDs, Kühlung und mehr
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