Vor einem Jahr läutete Microsofts Xbox360 die nächste Videospiel-Generation ein. Im zweiten Teil unserer Next-Gen-Serie analysieren wir die Technik der Konsole nach heutigen Maßstäben.
Grafik
Die Grafikchip-Hersteller ATI und Nvidia tragen ihren erbitterten Wettbewerb nun auch im Konsolen-Bereich aus. Während die im März 2007 erscheinende PlayStation3 auf Nvidia-Grafik setzt, ist für die Bildausgabe der Xbox360 ein Chip von ATI zuständig. Dieser ist mit 500 MHz getaktet und damit etwas langsamer als die momentan stärksten PC-Grafikchips.
Die Xbox360 schickt ihre Bilder in einer maximalen Auflösung von 1280 x 720 Pixel (720p) an den Fernseher. Musste man bei den ersten Spielen aus Performancegründen meistens noch auf Anti-Aliasing verzichten, verfügen Spiele wie "Ghost Recon: Advanced Warfighters" bereits über eine Kantenglättung. Die 512 MB GDDR3-Grafikspeicher der Xbox360 werden gleichzeitig auch als Hauptspeicher genutzt.
Neben dem Shader Model 3.0 unterstützt die Xbox360 bereits das angekündigte Shader Model 4.0. Zur kommenden Grafikschnittstelle DirectX 10 – auf der "Crysis" basiert – ist die Konsole jedoch nicht kompatibel.
Sound
Der Soundchip der Xbox360 gibt die Klangdaten in Dolby Pro Logic II oder in Dolby Digital 5.1 über den optischen Digitalausgang an einen AV-Receiver weiter. Mit einer Bandbreite von 16 Bit und 48 KHz besitzt der Chip nicht ganz die Leistungsfähigkeit der besten PC-Soundkarten. Allerdings dürfte der Unterschied nur absoluten Klangfetischisten auffallen.
Laufwerke
Manch einer war sicher enttäuscht, dass Microsoft die Xbox360 nicht von Anfang an mit einem HD-Laufwerk ausgeliefert hat. Ein solches kommt nun aber wenigstens als externes Gerät. Hiermit können Sie HD-DVD-Filme in einer Auflösung von bis zu 1920 x 1080 Pixel (1080p) schauen – ein passendes Ausgabegerät vorausgesetzt.
Über den Mini-USB-Anschluss an der Rückseite verbinden Sie das Laufwerk mit der Konsole.
Das HD-DVD-Laufwerk verbinden Sie über ein USB-Kabel mit der Konsole. Es besitzt keine eigene AV-Schnittstelle, stattdessen nutzen Sie den Komponentenausgang der Xbox360. Um das Fehlen der Kopierschutz-Unterstützung müssen Sie sich keine Sorgen machen. Die Hollywood-Firmen verzichten bei der Xbox360 noch mindestens bis zum Jahr 2011 auf HDCP. Einen Preis hat Microsoft für das HD-DVD-Laufwerk noch nicht genannt. Es dürfte aber zwischen 200 und 250 Euro kosten und soll zu Weihnachten in den Handel kommen.
