Wing Commander 3 war vor 30 Jahren genial - und ist auch heute noch ein Meisterwerk
Special
Wing Commander 3 brachte 1994 PC-Systeme an ihre Grenzen und begeisterte mit seiner filmreifen Inszenierung. Das unter der Regie von Chris Roberts entstandene Weltraum-Epos sorgt auch 30 Jahre später noch für Gänsehaut.
Wing Commander 3 hat mich mit Haut und Haaren in eine fremde Welt hineingezogen und mir viele Optionen und Entscheidungsmöglichkeiten gegeben, die ich bis dahin höchstens aus Rollenspielen kannte.
Dazu gehörte für mich zum Beispiel die Möglichkeit, an Bord des Schiffes herumzulaufen. Diese Spaziergänge fanden zwar Bild für Bild statt, brachten aber trotzdem mehr Authentizität ins Spiel. Zwischendurch konnte ich mich mit meinen Kameraden plaudern.
Vor den Missionen hatte ich später sogar die Möglichkeit, meinen Wingman auszuwählen. Charaktere wie Hobbes haben ihre eigene Persönlichkeit und auch ihre eigene Moral. Wenn zum Beispiel der großmäulige Maniac zu sehr unter Beschuss geriet, machte er sich aus dem Staub.
Gleichzeitig waren die Wingmen keine Lebensversicherung. Denn auch sie konnten im späteren Spielverlauf getötet werden und waren dann weg. Wenn ich in einem der Dogfights gar das Zeitliche segnete, folgte sogar eine zünftige Weltraumbestattung im schwarzen Sarg. Wing Commander 3 zelebrierte auch diese Momente und schuf so ein glaubwürdiges Gesamtbild.
Wie spielte sich Wing Commander 3?
Ich habe bis dato viel über die Videosequenzen und das Drumherum schwadroniert. Hat mich Wing Commander 3 damals auch spielerisch überzeugt? Die klare Antwort: auf jeden Fall! Natürlich war der Umstieg vom pixeligen und fast schon cartoonigen Wing Commander 2 zum deutlich düsteren, vor allem aber auch dreidimensionalen dritten Teil ein echter Kulturschock.
Quelle: Moby Games
Die Raumgleiter wirkten hier deutlich eckiger, weil sie aus dreidimensionalen Polygon-Modellen bestanden. Vorbei waren die Zeiten der hübsch gezeichneten, aber im Grunde platten Sprite-Animationen.
Meinen Rechner brachte das Spiel, wie eingangs erwähnt, mächtig ins Schwitzen. Aber das war mir damals egal. Denn ich war der festen Überzeugung, dass das Auge ohnehin nur 25 Bilder pro Sekunde wahrnehmen kann. Nun ja, heute bin ich klüger.
Vor den Missionen habe ich meinen Gleiter selbst definiert und mit verschiedenen Raketen und Waffensystemen ausgestattet. Genau so hatte ich mir damals das Leben als Weltraumheld vorgestellt. Und ich liebte es, meinem Jet dabei zuzusehen, wie er aus dem Hangar in den Weltraum eintauchte.
Spielerisch war Wing Commander 3 im Grunde nichts Weltbewegendes. Das Handling war besser als beim Vorgänger. Aber aus heutiger Sicht dreht man einfach jede Menge Loopings und versucht so, irgendwie hinter die gegnerischen Flieger zu kommen.
Mit Maus und Tastatur klappt das ordentlich. Mein heutiges Ich bevorzugt dann aber doch ein Gamepad. Das Missionsdesign kombiniert Dogfights mit klassischen Elementen wie Eskort- oder Rettungseinsätzen.
Nach ein paar Runden Wing Commander 3 für diesen Artikel habe ich gemerkt, wie sehr ich diese Art von Spielen vermisse: geradlinige Weltraum-Action mit einer starken Präsentation und vielen Kleinigkeiten drumherum.
Schöne Zeiten waren das 1994! Als es noch große Techniksprünge gab, die einen buchstäblich in andere Sphäre gebeamt haben. Wing Commander 3: Heart of the Tiger wird auf ewig einen besonderen Platz in meinem Herzen tragen - und sei es nur wegen der schlechten Romanze zwischen "Maverick" und Rachel.
