Wasserkühlung zusammenstellen: Planung, Einbau, Befüllen
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Eine Wasserkühlung, die man sich aus mehreren Einzelkomponenten zusammenstellt, bringt eine gute Kühlung und sorgt auch für eine beindruckende Optik. Doch es gibt viel zu beachten, damit die Planung und der Zusammenbau reibungslos funktionieren - dies werden wir euch näher erläutern und gehen auch auf die Nachteile ein, zu denen vor allem die Kosten gehören.
Planung und Einbau
Eine individuelle Wasserkühlung sollte man gut planen. Dabei reicht es nicht aus, sich über die möglichen Montageorte für Radiatoren zu informieren. Einige Dinge ergeben sich bereits aus dem, was wir bei der Erläuterung der Komponenten auf der vorigen Seite beschrieben haben - zum Beispiel über den Sinn und Zweck von Winkel-Adaptern.
In diesem Artikel
- Seite 1 Wasserkühlung zusammenstellen: Wasser- und Luftkühlung
- Seite 2 Wasserkühlung zusammenstellen: Vor- und Nachteile; AiO-Varianten
- Seite 3 Wasserkühlung zusammenstellen: Die Komponenten und ihre Aufgaben
- Seite 4 Wasserkühlung zusammenstellen: Planung, Einbau, Befüllen
- Seite 5 Wasserkühlung zusammenstellen: Kosten und Schlusswort
- Seite 6 Bildergalerie
Doch auch wenn auf dem Papier in das Gehäuse beispielweise oben ein 240mm-Radiator und vorne ein 360mm-Radiator Platz hat, kann es in der Praxis später scheitern. Denn vielleicht ist der Wunsch-Radiator inklusive Lüftern zu dick und überdeckt Mainboard-Teile, oder aber die Anschlüsse des einen Radiators liegen laut Planung so, dass die Lüfter des zweiten Radiators sie verdecken und man somit keine Chance mehr hat, Anschlüsse einzuschrauben.
Quelle: AntonioFunes
Es geht eng zu: Der umwindende Schlauch führt zum verdeckten linken Anschluss des rechten, hinteren Radiators.
Letzteres war auch bei unserem zunächst eingeplanten Bauplan in unserem Praxistest mit dem Gehäuse Lian Li PC-O11 Dynamic der Fall, so dass wir umplanen mussten. Möglicherweise hilft es - wie auch in unserem Fall - den Radiator einfach nur umzudrehen. Unser auf dem linken Bild links zu sehender Radiator hatte seine Anschlüsse zunächst links, also zur Gehäuserückseite zeigend - seine Lüfter, die bündig mit dem anderen Ende des Radiators abschließen, waren aber deswegen logischerweise weiter rechts und verdeckten den linken Anschluss des mit weißen Lüftern ausgestatteten rechten Radiators. Wir mussten den linken Radiator also umdrehen, so dass die Seite mit den Anschlüssen nach rechts zeigt, was die entscheidenden Zentimeter Freiraum ermöglichte, um an den linken Anschluss des rechten Radiators heranzukommen.
Allerdings kann auch ein Umdrehen des Radiators in anderen Fällen scheitern, und selbst falls es gelingt passt der Rest des Plans vielleicht nicht mehr, ohne dass man sich weitere Fittings mit einem 90-Grad-Winkel besorgen muss. Die Schläuche sollte man wegen solcher möglichen Fallstricke daher am besten erst ganz am Ende zurechtschneiden, damit man stets genug Schlauchmaterial übrig hat. Wir hatten für unsere Kühlung nur einen Meter Schlauch verwendet - dies reichte gut aus, aber hätten wir beispielsweise zwei Stücke zu je 25cm abgeschnitten und wegen unvorhergesehenen Änderungen dann doch jeweils 27cm benötigt, hätten wir extra neues Schlauchmaterial nachbestellen müssen - denn wir hätten ja nur noch 50 Zentimeter Schlauch am Stück übrig gehabt.
In welcher Reihenfolge man Kühler und Radiatoren platziert, ist übrigens nicht besonders wichtig. Die Erfahrung zeigt, dass sich das Wasser im ganzen Kreislauf nach einer Weile auf eine sehr ähnliche Temperatur einpendelt, egal welche Komponente man wo platziert. Allerdings sollte der AGB oberhalb der Pumpe sitzen und was die Reihenfolge betrifft vor der Pumpe platziert sein.
In unserem Testgehäuse war dies ein Problem, da wir vorne, wo wir den AGB gerne montiert hätten, keine Fixierungsmöglichkeit hatten. Daher verläuft der Schlauch nun - wir manch ein Auge nicht besonders elegant - vom vorderen Radiator quer durch das Gehäuse kommend zum hinten angebrachten AGB, wo aus dann ein weiterer Schlauch links unter der Grafikkarte hindurch nach vorne zur Pumpe führt. Mit einer aufeinander abgestimmten Pumpen-AGB-Kombination, die wir einfach vorne unten hätten verbauen können, ließe sich dies vermeiden. Trotz einer guten Planung kann es also am Ende immer passieren, dass etwas nicht so funktioniert, wie man dachte. Man sollte daher für den Einbau vorsichtshalber ein ganzes Wochenende einplanen. Dies beginnt schon bei Kleinigkeiten wie der Kraft, mit der man die Fittings verschraubt: Zunächst dreht man es nämlich in das Gewinde des Bauteils (Kühler, AGB, Pumpe oder Radiator) ein, dann setzt man den Schlauch auf, und erst am Ende dreht man
Wasserkreislauf: Befüllen und Ablassen
Beim Befüllen des Systems mit Wasser kann es häufig nötig sein, den PC ein wenig anzustoßen oder gar zu drehen, damit die letzten Luftkammern, die sich in Radiatoren oder Kühlern verstecken können, abwandern.
Quelle: AntonioFunes
Den Absperrhahn am Ende dieses Schlauchstücks dient der Entleerung des Systems beim Wasserwechsel.
Hilfreich ist dabei ein kleines externes Netzteil, um die Pumpe, und zwar nur die Pumpe, mit Strom zu versorgen. Auf diese Weise kann man auch eventuell leckende Stellen im System finden, ohne das bereits der gesamte PC unter Strom ist. Denn man verwendet zwar ohnehin nicht-leitendes Wasser, aber durch Staub kann es theoretisch doch dazu kommen, dass austretendes Wasser leitend wird und einen Kurzschluss verursacht. Die Empfehlung, den AGB oberhalb der Pumpe zu platzieren, rührt auch daher, dass viele Pumpen das Wasser nicht ansaugen, so dass das Wasser rein durch die Schwerkraft zum Pumpe gelangen muss. Dies ist aber, wenn es vom AGB aus beispielsweise erst durch einen Kühler und zwei Radiatoren wandern müsste, praktisch unmöglich. Selbst bei einer ansaugenden Pumpe wäre dies nur mit mehrfachem Kippen des Gehäuses und viel Zeitaufwand machbar. Hat man den AGB laut unserer Empfehlung platziert, dann kann man ihn auch sehr gut als Ausgangspunkt für das Befüllen des Systems verwenden. Aus diesem Grunde sollte man über dem AGB auch etwas Platz lassen, um ihn befüllen zu können, oder aber am oberen Anschluss ein Stück Schlauch befestigen, um dort Wasser einfüllen zu können.
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