Wasserkühlung zusammenstellen: Die Komponenten und ihre Aufgaben

Special Antonio Funes
Wasserkühlung zusammenstellen: Die Komponenten und ihre Aufgaben
Quelle: AntonioFunes

Eine Wasserkühlung, die man sich aus mehreren Einzelkomponenten zusammenstellt, bringt eine gute Kühlung und sorgt auch für eine beindruckende Optik. Doch es gibt viel zu beachten, damit die Planung und der Zusammenbau reibungslos funktionieren - dies werden wir euch näher erläutern und gehen auch auf die Nachteile ein, zu denen vor allem die Kosten gehören.

Wasserkühlung: die Komponenten und ihre Aufgaben

Wir schauen uns nun um Detail die Bauteile an, die man für eine eigene, individuell zusammengestellte Wasserkühlung benötigt, wobei wir auch die Kühlung der Grafikkarte einbeziehen.

Um zu Beginn alle Komponenten bereits zu nennen: Es geht um Radiatoren, Lüfter, Pumpe, Ausgleichsbehälter, Kühlkörper, Anschlüsse und Zubehör.

Radiator und Lüfter: Die Funktionsweise von Radiatoren haben wir ja bereits geschildert. Radiatoren montiert man unmittelbar an der Gehäuseinnenwand, was den Vorteil hat, dass man den Platz ausnutzen kann, ohne den eigentlichen Innenraum zu stören. Je nach Gehäusemodell lassen sich Radiatoren vorne im Frontbereich, an der Decke, am Boden und/oder hinten montieren. Manche Gehäuse bieten auch andere, ungewöhnliche Montageorte - so auch das Lian Li PC-O11 Dynamic, das wir ja am letzten Wochenende in einem Special unter die Lupe genommen hatten. Einige Fotos hier im Special stammen von unserem Test-Exemplar. Für die Kühlung einer CPU sowie einer Grafikkarte sind mindestens zwei Radiatoren zu empfehlen. Je nach dem, wie viel Abwärme die Komponenten erzeugen, reichen zwei 240mm-Radiatoren aus - es kann aber auch nötig sein, zwei 360mm-Modelle zu nutzen, alternativ lässt sich auch mit 280er-Radiatoren arbeiten.

Überblick mit den beschrifteten Komponenten - die  bei diesem Setting nötigen 13 Fittings sind grün umkreist, eines des rechts zu sehenden Radiators ist auf dem Bild verdeckt. Quelle: AntonioFunes Überblick mit den beschrifteten Komponenten - die  bei diesem Setting nötigen 13 Fittings sind grün umkreist, eines des rechts zu sehenden Radiators ist auf dem Bild verdeckt. Folgende Radiatorgrößen sind üblich: 120, 240, 360 oder 480 Millimeter für einen, zwei, drei beziehungsweise vier 120mm-Lüfter. Für 140mm-Lüfter sind Radiatoren mit einer Länge von 280mm am weitesten verbreitet. In allen Fällen bezieht sich die Länge auf die Summe der Rahmenmaße der genutzten Lüfter. Wegen der nötigen Anschlüsse, durch die das Wasser in die Radiatoren gelangt, kommt in der Praxis noch ein wenig Länge hinzu.

Pumpe und AGB: Die Pumpe sorgt dafür, dass das Wasser im Kreislauf fließen kann. Wie eine Art Vorratskammer für das Wasser wirkt dabei der AGB, der Ausgleichsbehälter. Sein Name verrät allerdings, dass er nicht speziell als Wasservorrat gedacht ist. Vielmehr lässt die Luftkammer im AGB lässt dem Wasserspiegel, der auch von der Wassertemperatur abhängt, Bewegungsspielraum. Zudem können Luftblasen, die im Betrieb im Wasser entstehen und die Kühlung stören, zum AGB wandern, darin nach oben strömen und Teil dessen Luftkammer werden. Je nach Beschaffenheit des AGBs ist er zudem auch gut dazu geeignet, das Wasserkühlungssystem nach dem Zusammenbau oder nach einem Wasserwechsel im Rahmen einer Wartung neu zu befüllen. Es gibt auch Sets aus Pumpe und AGB, die zusammen eine Einheit bilden und quasi ein einziges Bauteil sind, was auch das Platzieren erleichtern kann.

Kühlkörper: Die Kühlkörper werden von Wasser durchströmt und nehmen die Wärme des zu kühlenden Bauteils auf, um sie ans Wasser weiterzugeben. Da die Kühlkörper die Wärme nicht an Luft weitergeben müssen, bestehen sie nicht aus zahlreichen Kühlrippen und Lamellen - CPU-Wasserkühler sind daher deutlich kleiner als gute Luftkühler.

XSPC Raystorm Pro RGB AM4 Quelle: XSPC XSPC Raystorm Pro RGB AM4 Sie kosten je nach Ausführung ab etwa 40 Euro und können meist auch bei CPU-Generationswechseln weiterverwendet werden. Für Grafikkarten muss man häufig nach exakt passenden Lösungen suchen, die daher auch recht teuer sind. Über 100 Euro sind dabei keine Seltenheit. Allerdings gibt es darunter auch Kühler, die durch den Austausch eines nicht ganz so teuren Bauteils kompatibel zu einer neuen Grafikkarte gemacht werden könne, so dass nur die Erstanschaffung sehr teuer ausfällt.

Anschlüsse (Fittings), Schläuche und Hardtubes: Kühler, Radiatoren, Pumpen und der AGB haben (mindestens) je zwei Löcher - durch eines fließt das Wasser hinein, durch das andere hinaus. Diese Löcher haben genormte Gewinde (ein Viertel Zoll Durchmesser) und stellen die Anschlüsse dar, in die man Anschlussschrauben für die Schläuche hineindreht. Pro Bauteil muss man also logischerweise mit mindestens zwei solcher Anschlüssschrauben, auch Fittings genannt, rechnen.

Ein Fitting besteht aus zwei Teilen: Einer Schraube mit Gewinde und einem Verbindungsstück für den Schlauch, die in den Anschluss hineingedreht wird, sowie einer Mutter, die über den Schlauch gestülpt wird und dann auf das Schraubengewinde gedreht wird, um den Schlauch quasi festzuquetschen. Bei einigen Moddern sind statt Schläuchen auch so genannte Hardtubes beliebt. Dies sind Leitungen aus hartem Kunststoff, bei denen man durch Hitze für die nötigen Biegungen sorgen kann, was recht aufwändig ist. Den Komponenten wie Radiatoren oder Pumpen liegen übrigens keine Fittings bei - und zwar nicht nur aus dem Grund, um Kosten zu sparen.

Diese metallic-roten 90-Grad-Fittings von Monsoon, in diesem Fall an der Grafikkarte monitiert, sind freilich teurer als Standardfittings. Quelle: AntonioFunes Diese metallic-roten 90-Grad-Fittings von Monsoon, in diesem Fall an der Grafikkarte monitiert, sind freilich teurer als Standardfittings. Der Hauptgrund ist vielmehr, dass man je nach Bedarf beim Durchmesser der Schläuche variieren kann und daher jeweils andere Fittings braucht. Auch die Optik spielt eine Rolle, denn der eine mag verchromte Fittings für ein bisschen Bling-Bling, der andere will lieber ein dezentes mattes Schwarz, und wieder andere möchten mit bunten Schrauben Akzente setzen.

Winkel-Adapter: Um bestimmte Winkel zu erreichen, gibt es auch Fittings, die beispielsweise einen 45- oder 90-Grad Winkel bieten, wobei man hier aufpassen muss, ob das Fitting nicht nur ein Adapter ist, der beidseitig 1/4-Zoll bietet, so dass man zusätzlich noch ein Fitting braucht. Winkeladapter sind entweder nötig, wenn man an engen Stellen ansonsten den Schlauch gar nicht erst erfolgreich anbringen könnte, oder aber auch wenn ein Biegen des Schlauches wegen des engen benötigten Radius zu Knicken führen würde. Auf dem links platzierten Bild seht ihr beispielsweise 90-Grad-Fittings an einer Grafikkarte. Mit normalen Fittings würden die Schläuche unweigerlich zuerst in Richtung Seitenfenster verlaufen - zwischen Grafkkarte und Seitenfenster ist aber nicht viel Platz. Beim Verbiegen des Schlauches würde dieser einen Knick bekommen und zudem trotzdem noch das Seitenfenster berühren - durch das 90-Grad-Fitting kann man den Schlauch aber bequem nach oben oder unten verlaufen lassen, wo genügend Platz ist.

  1. Seite 1 Wasserkühlung zusammenstellen: Wasser- und Luftkühlung
  2. Seite 2 Wasserkühlung zusammenstellen: Vor- und Nachteile; AiO-Varianten
  3. Seite 3 Wasserkühlung zusammenstellen: Die Komponenten und ihre Aufgaben
  4. Seite 4 Wasserkühlung zusammenstellen: Planung, Einbau, Befüllen
  5. Seite 5 Wasserkühlung zusammenstellen: Kosten und Schlusswort
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