Wasserkühlung: Individuell zusammenstellen

Special Antonio Funes
Wasserkühlung: Individuell zusammenstellen
Quelle: bequiet.com

Nachdem wir uns in einem ersten Special bereits mit klassischer Luftkühlung beschäftigt haben, wollen wir nun auf das Thema Wasserkühlung eingehen. Wir erklären das Grundprinzip der Wasserkühlung, erläutern im Detail, wie ihr eine individuelle Wasserkühlung zusammenstellen könnt und nehmen Komplettlösungen, auch All-in-One-Kühlung genannt, unter die Lupe. Die Pro und Contras einer Wasserkühlung kommen dabei nicht zu kurz.

Individuelle Wasserkühlung - das braucht ihr

Für eine individuell zusammengestellte Wasserkühlung, die die CPU kühlen soll, braucht ihr mindestens acht verschiedene Komponenten: einen CPU-Kühler, einen Radiator, eine Pumpe, einen Ausgleichbehälter sowie für jedes der genannten Bauteile auch ein je ein Paar Anschlussschrauben.

Hinzu kommt ausreichend viel Schlauch mit dem passenden Durchmesser, genügend Lüfter und natürlich das Wasser. Für jedes weitere zu kühlende Bauteil kommt der passende Kühler hinzu, und wenn die zu kühlende Energie (der Strombedarf beziehungsweise die TDP der zu kühlenden Komponenten gibt hierbei Aufschluss) einen gewissen Wert überschreitet oder die Kühlung einfach nur noch leiser sein soll, werden weitere Radiatoren und Lüfter nötig.

Pro Kühler und Radiator kommen zusätzliche Anschlussschrauben freilich noch dazu. Wir fassen die Funktionen der Bauteile strichpunktartig zusammen, wobei sich Schläuche und Wasser von alleine erklären und nicht in der Aufzählung auftauchen:

  • CPU-Kühler: nimmt die Wärme der CPU auf und gibt sie an das Wasser weiter, welches den Kühler durchfließt.
  • Radiator: nimmt die Wärme des Wassers auf, das ihn durchfließt, und gibt ihn an die Luft ab.
  • Lüfter: bringt die warme Luft vom Radiator fort
  • Pumpe: sorgt dafür, dass das Wasser fließt
  • Ausgleichsbehälter: auch AGB genannt - er dient als Wasserreservoir sowie zum Druckausgleich, damit sich möglichst keine Luftblasen im Kreislauf bilden.
  • Anschlussschrauben: hiermit wird der Schlauch an einem Bauteil wie beispielsweise einem Kühler oder Radiator befestigt. Pro Bauteil werden in der Regel zwei solcher Schrauben benötigt.

Sehr zu empfehlen ist auch ein Temperatursensor, der die Wassertemperatur misst, damit stets überprüfen könnt, ob alles in Ordnung ist. Zudem ist es ratsam, für einen Wasserablass zu sorgen, der den Wasserwechsel erleichtert. Dies funktioniert am besten mit einem T-Stück, an das ein Stück Schlauch herankommt an dessen Ende ein Ventil sitzt. Ein solches T-Stück kann auch anstelle einer normalen Anschlussschraube zum Beispiel an die Pumpe angeschlossen werden.

Ausgleichsbehälter: Alphacool Eisbecher Quelle: Alphacool Ausgleichsbehälter: Alphacool Eisbecher Was den AGB angeht: es gibt auch viele Sets bestehend aus Pumpe und AGB, die eine Einheit bilden, so dass in der Summe etwas weniger Anschlussschrauben benötigt werden als bei getrennter Pumpe und AGB. Alles in Allem ist eine solche Wasserkühlung aber sehr kostspielig - wer seine Grafikkarte mitkühlen will, muss nicht selten alleine für deren Kühler 80 Euro und mehr ausgeben und benötigt einen weiteren Radiator, der zudem je nach Größe mit zwei bis drei Lüftern bestückt wird. Wer seinen PC besonders leise machen will, der muss wiederum pro Lüfter alleine schon mit 10 Euro und mehr rechnen. Und auch Kleinvieh macht Mist: da die Anschlussschrauben zuverlässig abdichten sollen, werden alleine pro Schraube schnell drei Euro und mehr fällig - zwei Radiatoren, ein AGB mit integrierter Pumpe sowie je ein CPU und GPU-Kühler benötigen bereits 10 Schrauben, was schnell 50 Euro ausmachen kann.

In einem Special vom März 2016 hatten wir bereits einiges zu den einzelnen Bauteilen näher erläutert - ein Blick lohnt sich, da ihr dort teilweise noch weitere Details, zum Beispiel zu den Radiator-Größen, erfahren könnt. Übrigens: Die Reihenfolge, in der ihr die Komponenten miteinander verbindet, spielt keine große Rolle. Das Wasser wird nach einer gewissen Betriebszeit des PCs fast überall eine ähnliche Temperatur haben. Es ist also nicht wichtig, ob ihr beispielsweise nach dem CPU-Kühler einen Radiator einbindet, das Wasser dann zum Grafikkartenkühler und danach in einen zweiten Radiator wandert oder ob das Wasser vom CPU-Kühler zum Grafikkartenkühler fließt und danach die beiden Radiatoren nacheinander vom Wasser besucht werden.

  1. Seite 1 Wasserkühlung: Einleitung, Funktionsweise einer Wasserkühlung
  2. Seite 2 Wasserkühlung: Vor- und Nachteile
  3. Seite 3 Wasserkühlung: Individuell zusammenstellen
  4. Seite 4 Wasserkühlung: Marktübersicht mit AiO-CPU-Kühlern
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk