Cooler PC Teil 2: Alles Wichtige zu Wasserkühlungen - All-In-One und selber zusammenstellen

Special Antonio Funes
Cooler PC Teil 2: Alles Wichtige zu Wasserkühlungen - All-In-One und selber zusammenstellen
Quelle: bequiet.com

Nachdem wir uns in einem ersten Special bereits mit klassischer Luftkühlung beschäftigt haben, wollen wir nun auf das Thema Wasserkühlung eingehen. Wir erklären das Grundprinzip der Wasserkühlung, erläutern im Detail, wie ihr eine individuelle Wasserkühlung zusammenstellen könnt und nehmen Komplettlösungen, auch All-in-One-Kühlung genannt, unter die Lupe. Die Pro und Contras einer Wasserkühlung kommen dabei nicht zu kurz.

PC-Kühlung

In der vergangenen Woche hatten wir euch bereits ausführlich das Thema PC-Kühlung näher gebracht. Neben allgemeinen Tipps zum Standort des PCs, dem Luftstrom im Gehäuse und Wissenswertem zu Gehäuselüftern hatten wir in unserem großen Special auch mehr als 60 CPU-Kühler in einer Marktübersicht für euch zusammengestellt. Dabei handelte es sich um klassische Luftkühler: ein großer Kühlkörper sitzt auf dem Prozessor und nimmt dessen Wärme auf, mindestens ein am Kühler angebrachter Lüfter bläst die vom Kühler erwärmte Luft in den hinteren Bereich des Gehäuses.

Heute kümmern wir uns um eine Alternative: Wasserkühlung. Um es gleich vorweg zu nennen: Früher war eine Wasserkühlung vor allem für Übertakter relevant. Mittlerweile sind Luftkühler aber so stark und effizient bei einem gleichzeitig günstigen Preis, dass eine Wasserkühlung eher etwas für Nutzer ist, die ihren PC besonders leise haben wollen oder denen die Optik wichtig ist.

Denn wegen der vielen Komponenten einer ausgewachsenen Wasserkühlung sowie der Möglichkeit, farbiges Wasser zu nutzen, sind Wasserkühlungen auch bei Moddern sehr beliebt - selbst dann, falls die Lautstärke des PCs eigentlich gar nicht so wichtig sein sollte. Wir betrachten zunächst die allgemeine Funktionsweise einer Wasserkühlung und erklären die Unterschiede zwischen individuell zusammengestellten Wasserkühlungen und den günstigeren AiO-Lösungen. AiO steht für All-in-One - es handelt sich um eine meist wartungsfreie Wasserkühlung als Komplettlösung für die Kühlung der CPU. Hierzu bieten wir auch eine Marktübersicht mit 40 aktuellen AiO-Wasserkühlungen für Euren Prozessor.

Eine individuelle Wasserkühlung des PCGH-Nutzers Joselman. Hier kann jeder seine Farb- und Designideen austoben. Quelle: extreme.pcgameshardware.de Eine individuelle Wasserkühlung des PCGH-Nutzers Joselman. Hier kann jeder seine Farb- und Designideen austoben. Wir erläutern aber in unserem Special vorher auch genau, was ihr benötigt, wenn ihr euch eine individuelle Wasserkühlung aus Einzelteilen selber zusammenstellen wollt, bei der ihr bei Bedarf auch die Grafikkarte und weitere Bauteile mit in die Wasserkühlung einbinden könnt. Zunächst erläutern wir aber das Grundprinzip einer Wasserkühlung.

Funktionsweise einer Wasserkühlung

Um den Unterschied zwischen einer Luftkühlung und einer Wasserkühlung zu erklären, werfen wir zunächst einen Blick auf eine Luftkühlung bei einem PC. Das Grundprinzip ist ein großer Kühlkörper, der auf dem zu kühlenden Bauteil befestigt ist, egal ob es sich nun um eine CPU oder eine Grafikkarte oder ein anderes Bauteil handelt. Wir erklären es am besten am Beispiel der CPU und einem typischen Tower-Kühler: der untere Teil des Kühlers ist flach und steht im direkten Kontakt zu der oberen Fläche der CPU. Das Metall nimmt die Wärme der CPU auf - in der Regel leiten dann so genannte Heatpipes die Wärme in den oberen Teil des Kühlers. Dieser besteht so gut wie immer aus vielen kleinen Kühlrippen, in die die von unten kommende Wärme eindringt. In der Folge erwärmt sich auch die Luft zwischen den Kühlrippen sowie um den Kühler herum.

Radiator für einen einzelnen Lüfter Quelle: PC Games Hardware Radiator für einen einzelnen Lüfter Der am Kühler montierte Lüfter bläst nun diese warme Luft weg und sorgt gleichzeitig für frischere neue Luft. Lüfter an den Rändern des Gehäuses - meist je mindestens einer vorne und hinten im PC - sorgen wiederum dafür, dass die warme Luft aus dem Gehäuse geblasen wird und auch neue Luft von außen angesaugt wird. Eine Wasserkühlung funktioniert im Grunde genommen sehr ähnlich - allerdings sitzt der Wärme abgebende Teil des Kühlsystems, also das, was bei einem Luftkühler der obere Kühlkörper mit seinen zahlreichen Kühlrippen ist, am Rand des Gehäuses und wird Radiator genannt. Auf der CPU sitzt wiederum nur ein vergleichsweise kleiner Kühler, und zwar ein Metallkörper mit zwei Anschlüssen für Schläuche. Denn der CPU-Kühler einer Wasserkühlung nimmt wie bei der Luftkühlung die Wärme der CPU auf, allerdings übernimmt die Hauptaufgabe Wasser, das durch den Kühler fließt.

Über Schläuche, die am Kühler angeschlossen sind, fließt das Wasser hinein, nimmt die Wärme auf und fließt wieder hinaus. Das warme Wasser gelangt dann zum Radiator - dieser ist innen hohl und füllt sich mit dem warmen Wasser, das Wasser gibt dann seine Wärme wiederum an die Kühlrippen ab, diese geben es an die Luft weiter, die sich um die Kühlrippen und den Radiator herum befindet. Wie bei der Luftkühlung sorgen nun Lüfter dafür, dass die warme Luft vom Radiator weggeschafft wird. Damit das Wasser fließen kann, benötigt eine Wasserkühlung auch eine Pumpe. Bei AiO-Lösungen sitzt eine kleine Pumpe im Radiator oder im CPU-Kühler, die AiO-Kühlung selbst ist meistens ein geschlossenes System, das heißt: das Wasser bliebt für die komplette Nutzungsdauer im Kreislauf, eine Wartung ist nicht nötig, die Kühlung lässt sich aber auch nicht erweitern. Selbst wenn man die Schläuche doch abnehmen kann, reicht die Pumpe und der Radiator einer AiO-Kühlung meist nicht aus, um weitere Bauteile in die Kühlung einzubinden.

AiO-Wasserkühlung: Corsair Hydro Series H110i Quelle: Corsair AiO-Wasserkühlung: Corsair Hydro Series H110i Eine aus Einzelteilen zusammengestellte Wasserkühlung hingegen lässt sich auch erweitern, beispielsweise kann die Grafikkarte mit in das System eingebunden oder ein weiterer Radiator genutzt werden, damit die Kühlung noch effizienter wird. Hinzu kommt, dass eine umfangreiche Wasserkühlung optisch deutlich mehr hermacht als eine AiO-Lösung. Der allgemeine große Vorteil einer Wasserkühlung im Vergleich zu einer Luftkühlung: Da die Radiatoren am Rand des Gehäuses sitzen (theoretisch kann man die Radiatoren sogar außerhalb des PCs platzieren), kann ein Radiator deutlich größer als ein normaler CPU-Kühler sein, dessen Raum ja durch die Nähe zum Mainboard und der Grafikkarte beschränkt ist. Ein größerer Radiator kann mehr Wärme an die Luft abgeben, da er logischerweise auch mehr Fläche bietet, die in Kontakt zur Luft steht. Zudem kann man auch zwei oder mehr Radiatoren in den PC einbauen. Somit lässt sich eine sehr leise Wasserkühlung zusammenstellen, und zwar trotz der Tatsache, dass dabei in der Regel sogar mehr Lüfter im Spiel sind als bei einer klassischen Luftkühlung. Denn die Lüfter können mit einer vergleichsweise geringen Drehzahl betrieben werden. Durch den sehr kleinen CPU-Kühler bei einer Wasserkühlung bleibt zudem um die CPU herum viel Platz, was für einen Luftstrom im Gehäuse von Vorteil ist. Doch es gibt auch Nachteile einer Wasserkühlung - wir haben Vor- und Nachteile im ersten Abschnitt auf der nächsten Seite zusammengefasst.

  1. Seite 1 Wasserkühlung: Einleitung, Funktionsweise einer Wasserkühlung
  2. Seite 2 Wasserkühlung: Vor- und Nachteile
  3. Seite 3 Wasserkühlung: Individuell zusammenstellen
  4. Seite 4 Wasserkühlung: Marktübersicht mit AiO-CPU-Kühlern
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