Wasserkühlung: Vor- und Nachteile
Special
Nachdem wir uns in einem ersten Special bereits mit klassischer Luftkühlung beschäftigt haben, wollen wir nun auf das Thema Wasserkühlung eingehen. Wir erklären das Grundprinzip der Wasserkühlung, erläutern im Detail, wie ihr eine individuelle Wasserkühlung zusammenstellen könnt und nehmen Komplettlösungen, auch All-in-One-Kühlung genannt, unter die Lupe. Die Pro und Contras einer Wasserkühlung kommen dabei nicht zu kurz.
Vor- und Nachteile einer Wasserkühlung
Für die Pro und Contras einer Wasserkühlung müssen wir neben der Luftkühlung auch zwischen einer AiO-Lösung sowie einer selber zusammengestellten Wasserkühlung unterscheiden.
In diesem Artikel
Wir haben eine Vergleichstabelle vorbereitet, die in Kurzform die wichtigen Vor- und Nachteile als Vergleich zusammenfasst. Nach der Tabelle erläutern wie die einzelnen Punkte im Detail.
| Eigenschaft | Luft | Wasser | AiO |
|---|---|---|---|
| Montage | leicht | kompliziert | mittel |
| Platzbedarf | gering, bis auf Höhe | mittel bis hoch | mittel |
| Wartung | gering | mittel | gering |
| Erweiterbarkeit | keine | umfangreich | meist keine |
| Lautstärke | leise bis laut | leise bis fast lautlos | mittel bis fast lautlos |
| Kosten | günstig | teuer | mittel |
Wir werfen nun einen genaueren Blick auf die einzelnen Vor- und Nachteile:
Montage: Was den CPU-Kühler betrifft, ist die Montage bei allen drei Prinzipien ähnlich. Bei einer AiO-Lösung müsst ihr aber auch noch den Radiator montieren, so dass der Aufwand etwas höher ist. Eine individuell zusammengestellte Wasserkühlung bedeutet wiederum einen meist sehr hohen Montageaufwand, denn ihr müsst für jeden Kühlkörper, die Pumpe, die Radiatoren und so weiter Anschlussschrauben eindrehen, in die die Schläuche kommen, die ihr wiederum passend zurechtschneiden müsst.
Quelle: Cooler Master
AiO-Wasserkühlung: Cooler Master MasterLiquid ML240R
Auch müsst ihr gut planen, welche Komponenten in das Gehäuse überhaupt hineinpassen und wo ihr sie am besten platziert. Allein schon zu planen, ob und an welchen Komponenten vielleicht gewinkelte Anschlussschrauben nötig sind erfordert einiges an Planung. Auch das Befüllen des Wasserkreislaufs kann unter Umständen viel Geduld erfordern.
Platzbedarf: Es kann bei einem Luftkühler zwar beispielsweise mit dem RAM oder der Gehäuseseitenwand etwas eng werden, aber Platz wird nur um den Sockel herum benötigt. Bei einer Aio-Wasserkühlung kann aber wegen des Radiators ein Gehäuse schnell ungeeignet sein. Selbst wenn es beispielsweise oben Platz für bis zu drei Lüfter hat kann es passieren, dass ein Radiator mit zwei montierten Lüftern insgesamt zu dick ist. Bei einer selber zusammengestellten Wasserkühlung muss zudem noch Platz für die Pumpe und weitere Komponenten gefunden werden.
Wartung: Ab und an Entstauben muss man bei allen drei Varianten, auch die Wärmeleitpaste sollte nach ein paar Jahren aufgefrischt werden. Bei einer Luft- oder AiO-Kühlung gibt es aber ansonsten keine Wartung, die nötig wäre. Bei einer selber zusammengestellten Wasserkühlung hingegen fällt durchaus etwas mehr Arbeit an: das Wasser sollte ein Mal pro Jahr gewechselt werden, und auch die Anschlussschrauben sollte man ab und an auf ihren Sitz prüfen, damit kein Wasser auslaufen kann.
Erweiterbarkeit: Bei einer Luftkühlung gibt es nichts zu erweitern, denn falls ihr einen Grafikkarten-Luftkühler dazukauft, spielt der CPU-Kühler keine Rolle. Eine AiO-Wasserkühlung lässt ebenfalls in der Regel nicht erweitern. Eine individuell zusammengestellte Wasserkühlung lässt sich aber sehr gut erweitern: Ihr könnt zuerst nur die CPU kühlen, später dann die Grafikkarte oder auch das RAM oder Mainboardteile mit integrieren. Ebenso lässt sich ein weiterer Radiator einbauen, oder eine stärkere oder leisere Pumpe.
Lautstärke: Moderne Luftkühlungen können bereits sehr leise arbeiten. Wer nicht zu wenig investiert, der wird eine dermaßen leise Kühlung erhalten, dass eine Wasserkühlung oftmals keinen Sinn mehr macht. Vor allem eine günstigere AiO-Lösung mit nur einem Lüfter ist am Ende manchmal genau so laut wie eine Luftkühlung, da der Lüfter trotzdem recht schnell drehen muss. Bei manchen AiO-Kühlungen kann die Pumpe unter Umständen hörbar sein und nerven. Wer es wirklich extrem leise haben möchte, der kann mit einer ausgewachsenen eigenen Wasserkühlungs-Zusammenstellung auch die Grafikkarte mitkühlen und erntet einen PC, der mit der passenden Investition selbst bei Volllast quasi unhörbar ist. Aber hier kommt der letzte Punkt ins Spiel.
Kosten: Wer nicht übertaktet, kann schon ab 20 bis 25 Euro einen recht leisen CPU-Luftkühler kaufen - unser Special der vergangenen Woche hat ja hierbei viele Vorschläge für euch in der Marktübersicht parat. Eine AiO-Lösung kostet mit Preisen ab etwa 45 Euro bereits deutlich mehr, und oftmals ist eine solche Kühlung nicht oder nur wenig leiser als eine sehr gute, deutlich günstigere Luftkühlung. Wer wirklich einen nennenswerten Vorteil zu einer 50-60-Euro-Luftkühlung haben will, der braucht eine AiO-Lösung mit zwei oder drei Lüftern und muss eher ab 80 bis 90 Euro investieren. Noch viel teurer wird es, wenn ihr selber eine Pumpe, einen Radiator, einen Kühler, Schläuche und so weiter zusammenstellen wollt - wer auch noch die Grafikkarte einbinden will, ist schnell bei 400 bis 500 Euro und mehr. Mit den einzelnen Komponenten einer selbst zusammengestellten Wasserkühlung beschäftigen wir uns als nächstes.
