Space Marine 2 im Test: Endlich das ultimative Spiel für Fans von Warhammer 40,000?

Test Felix Schütz
Space Marine 2 im Test: Endlich das ultimative Spiel für Fans von Warhammer 40,000?
Quelle: Focus Entertainment

Bei diesem Spektakel reibt sich selbst der Imperator die Äuglein: Space Marine 2 liefert satte Warhammer-Action mit tollen Kulissen und Koop-Modus. Doch reicht das wirklich auf Dauer? Im Test suchen wir nach Antworten.

Überwältigende Massen

Ein volles Magazin braucht ihr vor allem dann, wenn die Tyraniden wie eine übermächtige Alienflut über euch hereinbrechen. Möglich macht das Saber Interactives hauseigene Swarm Engine, also der gleiche Grafikmotor, der schon in World War Z zum Einsatz kam. Damit können Gegner in wahren Massen anrücken und sich so lange zu Fleischbergen auftürmen, bis sie irgendwann in der Lage sind, zu euch vordringen. Das sieht nicht nur ziemlich beeindruckend aus, es ist auch spielerisch cool umgesetzt, weil ihr die Gegnerhäufchen zum Beispiel mit Granaten bequem sprengen könnt - so lässt sich ein Ansturm recht einfach aufhalten.

Das düstere Setting ist nichts für Zartbesaitete. Quelle: PC Games Noch cooler wird es, wenn ihr mit befreundeten imperialen Soldaten oder einem ganzen Trupp schwer bewaffneter Space Marines in die Schlacht zieht - spätestens da grinsen Fans über beide Ohren, denn da kommt eine Amosphäre auf, die man so noch in keinem anderen 40K-Spiel erlebt hat.Und das tröstet dann auch ein bisschen darüber hinweg, dass es letztendlich nur wenige Gegnertypen gibt und auch das Waffenarsenal ziemlich überschaubar ausfällt.

Überhaupt sind die gewaltigen Schlachtenpanoramen und die toll gestalteten Schauplätze immer wieder ein Grund, auch mal innezuhalten und die tolle Atmosphäre aufzusaugen. Die gigantische Architektur und die schicke Beleuchtung haben die Entwickler nämlich super hinbekommen. Es ist zwar schade, dass die gesamte Kampagne nur aus wenigen, dafür längeren Missionen besteht, doch zumindest bekommt man da optisch schon einiges geboten!

Die Beleuchtung ist stimmungsvoll. Quelle: PC Games

Besser als nichts

Und auch wenn sich die Action nie weiterentwickelt, streuen die Entwickler zumindest ab und zu kleine Ideen ein, um die Kämpfe etwas aufzulockern. Zum Beispiel erhaltet ihr in manchen Einsätzen ein cooles Jetpack. Damit könnt ihr zwar nicht richtig fliegen, aber zumindest größere Sprünge hinlegen und euch aus der Luft auf eure Gegner hinabstürzen, was die Action ein bisschen aufwertet.

In zwei Levels müsst ihr außerdem fliegende Tyraniden-Schwärme abwehren, bevor sie wichtige Ausrüstung oder euren Aufzug zerknabbern - auch das ist spielerisch ziemlich einfach gehalten, aber es bringt eben doch ein bisschen Abwechslung ins Geschehen. In einer anderen Mission seid ihr in dunklen, engen Gängen unterwegs. Dort müsst ihr dann ganzeSchwärme von Tyraniden-Absorbern (stellt sie euch wie Ratten vor) mit einem Flammenwerfer wegbrennen - ein netter kleiner Tapetenwechsel, der aber auch nicht zu lang ausfällt. Denn wann immer solche Ideen mal aufkommen, sind sie ein paar Minuten später auch schon wieder vorbei.

Auch auf Mittelklasse-PCs lässt sich dank dynamischen DLSS ein gutes Bild erzielen. Quelle: PC Games Ganz anders sieht es bei den Bosskämpfen aus. Die können sich nämlich ganz schön hinziehen, da die Gegner eine ganze Menge Treffer schlucken, während sie ihre Angriffsmuster immer wieder und wieder abspulen. Zwar ist die Inszenierung hier meistens okay, aber unterm Strich sind die Bosse doch längst nicht so beeindruckend geraten, wie wir es bei der Warhammer-Steilvorlage eigentlich erwartet hätten - da wäre also sicher mehr drin gewesen.

Koop: Alleine oder zu dritt

Doch auch wenn die Story-Kampagne nicht alle Register zieht, hat sie mit dem Koop-Modus noch ein dickes Ass im Ärmel, da ihr (abgesehen vom Tutorial) wirklich das komplette Spiel zu dritt erleben könnt. Und da hört das Koop-Erlebnis noch nicht auf, denn im Laufe der Kampagne wird Titus ein zweites Team unterstellt, das er dann auf weitere Missionen entsenden kann. Und genau diese Nebeneinsätze dürft ihr dann in einem eigenen Koop-Modus selbst erleben.

Hier spielt ihr allerdings nicht mehr Titus und sein Team, sondern müsst einen neuen dreiköpfigen Trupp bilden. Dazu sucht ihr euch erst mal eine von sechs unterschiedlichen Klassen aus. Jede Variante bringt eine andere Bewaffnung und eine besondere Fähigkeit mit. Sturmsoldaten sind zum Beispiel mit Jetpack und Hammer ausgestattet. Der Bullwark trägt dafür einen fetten Schild und kann Banner aufstellen, mit denen sich die Rüstung von Teammitgliedern erneuert. Und der vielseitige Kämpfer darf einen Scanner einsetzen, der kleine Gegnergruppen kurzzeitig verwundbar macht.

Atmosphäre pur. Quelle: PC Games Habt ihr euch eine Klasse ausgesucht, startet ihr die Spielersuche oder ladet direkt über eure Freundesliste ein. Im Koop-Modus ist auf Wunsch auch Crossplay aktiv, das heißt: Egal ob PC, PS5 oder Xbox, alle dürfen gemeinsam spielen. Das Ganze läuft nach dem Drop-In-Drop-Out-Prinzip, wenn also mal ein Spieler rausfliegt, springt einfach wieder eine KI ein und übernimmt den Begleiter.

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