Mein erstes Mal: Warcraft: Orcs & Humans - Seite 2
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Unser Autor Benedikt hat den Klassiker Warcraft: Orcs and Humans seinerzeit verpasst - höchste Zeit, ihn nachzuholen!
Obwohl die Steuerung sehr simpel und leicht verständlich ist, wirkt sie für die heutige Zeit arg antiquiert. Möchte ich eine Einheit von A nach B bewegen, dann muss ich sie zunächst anklicken und anschließend entweder das Move-Icon betätigen oder umständlich die M-Taste auf der Tastatur drücken. Erst danach peile ich das eigentliche Ziel an, wohin sich die Einheit begeben soll. All das nervt mich bereits nach wenigen Minuten, weil ich dank moderner Strategiespiele weiß: Eigentlich sollten zwei simple Klicks für eine derart schlichte Aktion ausreichen ...
Dass ich zu Beginn der Mission ungeduldig den scrollenden Text weggeklickt habe, soll sich ebenfalls rächen: Ich habe nämlich keine Ahnung, was ich überhaupt machen soll! Ich könnte meine Einheiten durch die Gegend ziehen, stoße dabei aber nur auf Ärger in Form feindlicher Soldaten. Nirgends finde ich so etwas wie eine Missionsbeschreibung; auch nicht in der hintersten Ecke der kargen Menüführung. Deshalb muss ich die Mission zähneknirschend neu starten, damit ich noch einmal den von mir weggeklickten Text lesen kann.
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Quelle: Blizzard Entertainment / Medienagentur plassma
Am Ende jeder Mission gibt es ein paar Statistiken und erneut ein kleines, vorgerendertes Filmchen.
Der sagt mir immerhin unmissverständlich, dass ich fünf Bauernhöfe und eine Kaserne bauen soll. Diese Aufgabe erledige ich im zweiten Anlauf allein deshalb mühelos, weil mich die vom Computer gesteuerten Menschen komplett in Ruhe lassen. Frei nach dem Motto: Ich tue dir nichts, also tust du auch mir nichts ...
Entsprechend schnell lande ich in der zweiten Mission, die schon eine ganze Ecke zäher ist. Hier soll ich in der Tat sämtliche feindlichen Einheiten beseitigen, die auf der ganzen Landkarte verteilt stehen. Diese bleiben zudem nicht still, sondern greifen Stück für Stück meine Basis an - sofern ich ihnen nicht zuvorkomme, versteht sich.
Quelle: Blizzard Entertainment / Medienagentur plassma
Flucht nach vorn: Dieser Tagelöhner wird von einem menschlichen Schwertkämpfer bedroht und dabei am eigenen Lager vorbeigehetzt.
Ein Genre in den Kinderschuhen
Im Zuge der gegnerischen Angriffe fällt mir ein weiteres Problem auf, das ich mich am ersten Warcraft stört: Oft steuert der Computer gezielt einen meiner Tagelöhner an, der wiederum nicht doof ist und sogleich davonläuft. Ich wiederum hefte mich mit meinen Soldaten an die Fersen der Schurken, was sich aufgrund der lahmen Laufgeschwindigkeit als ein zähes Unterfangen entpuppt.
Quelle: Blizzard Entertainment / Medienagentur plassma
Unentdeckte Ländereien sollte man besser in einer Gruppe anstatt einzeln erkunden.
Richtig schlimm wird es, wenn ich mehr als nur einen Soldaten losschicken will. Im Gegensatz zu einem modernen Strategiespiel kann ich hier nämlich nicht einfach die Maustaste gedrückt halten und einen Kasten um meine Einheiten ziehen, um sie zu bündeln beziehungsweise kollektiv zu befehligen. Stattdessen suggeriert mir das Spiel, dass ich nur einzelne Männer anklicken darf.
Erst ein Blick in die Anleitung verrät mir, wie die Gruppenanwahl funktioniert: Ich muss die Strg-Taste gedrückt halten, um den besagten Kasten zu ziehen oder alle gewünschten Einheiten einzeln mit gedrückter Shift-Taste antippen. Des Weiteren kann eine Gruppe maximal vier Soldaten fassen. Seufz ...
Mit dieser ernüchternden Erkenntnis schwindet nach und nach mein Interesse am Spiel, zumal mir immer mehr Ungereimtheiten bei der Benutzerführung auffallen.
Beispielsweise stehen sich meine Einheiten ständig im Weg und marschieren auch nicht über Felder, die von meinen eigenen Gebäuden bebaut sind. Es gibt keinen Nebel des Krieges, der bereits entdeckte Landstriche ausgraut. Und entweder wirkt Warcraft zu langsam und zu steif oder die umständliche Maus/Tastatur-Steuerung überfordert mich, sobald ich die Spielgeschwindigkeit im Hauptmenü hoch regele.
