WWE 2K18: ​Die Switch-Version im Test - Ein technisches Armutszeugnis

Test Christian Dörre
Die Wrestler sehen auch auf der Switch gut aus. leider bewegen sie sich in Zeitlupe.
Quelle: PC Games

Bereits im Oktober erschien WWE 2K18 für PS4, Xbox One und PC, nun wird kurz vor Weihnachten auch endlich die Nintendo-Fassung auf den Markt geworfen. Der erste Ausflug der beliebten Wrestling-Reihe auf die Switch glänzt mit großem Umfang, ist technisch aber leider eine absolute Frechheit und teilweise sogar unspielbar. Im Test klären wir, warum der Titel so versagt.

Mit der Switch bekommt eine Nintendo-Konsole endlich wieder vernünftigen Third-Party-Support. Die FIFA-Reihe von Electronic Arts ist nicht mehr auf dem technischen Stand von 2004, Bethesda versorgt uns mit Shootern wie Doom oder Wolfenstein 2: The New Colossus und 2K Games brachte unlängst eine richtig gute Umsetzung der Basketball-Simulation NBA 2K18 auf Big Ns Schmuckstück. Nun wagt sich auch die Wrestling-Reihe des letztgenannten Publishers in den Switch-Ring. Eigentlich ein Grund zur Freude, doch die Umsetzung des Prügelspiels ist so miserabel, dass man sich in dunkelste Wii- oder Wii-U-Zeiten zurückversetzt fühlt. WWE 2K18 (jetzt kaufen 19,90 € ) hätte in diesem Zustand nie veröffentlicht werden dürfen.

Umfangreich und hübsch

Doch kommen wir erstmal zu den positiven Aspekten des Spiels. Auf dem Papier sieht WWE 2K18 nämlich richtig gut aus. Spielermodelle und Arenen wurden gut auf die Switch portiert. Die Texturen sind nicht immer so scharf wie auf den anderen Konsolen und dem PC und teilweise nervt Im Karrieremodus arbeitet ihr euch vom Performance Center bis zum Wrestlemania-Main-Event. Zudem müsst ihr Promos halten. Quelle: PC Games Im Karrieremodus arbeitet ihr euch vom Performance Center bis zum Wrestlemania-Main-Event. Zudem müsst ihr Promos halten. ausgeprägtes Kantenflimmern. Ansonsten sieht der Titel echt schick aus. Auch inhaltlich wurden keine großen Einschnitte vorgenommen. Bis auf das Feature, dass acht leute gleichzeitig im Ring kämpfen können, wurde nichts für die Switch-Version gestrichen. Zocker der Nintendo-Konsole müssen eben mit maximal sechs Wrestlern im Ring vorlieb nehmen.

Ansonsten dürft ihr neben Exhibition-Matches in allen möglichen Formen auch selbst Regeln und Matches erstellen, im Universum-Modus die WWE ganz nach euren Wünschen gestalten, indem ihr Rivalitäten, Roster-Aufteilung, Wochen-Shows sowie den PPV-Kalender selbst bestimmt, oder im Mein-Spieler-Modus selbst einen Ringkämpfer erstellen und ihn in einer Story mit mehreren abweichenden Pfaden über das Performance Center und NXT zum Champion bei Wrestlemania machen.

Die Steuerung des Ringgeschehens ist für Neueinsteiger ein wenig gewöhnungsbedürftig, da fast alles Tasten doppelt belegt sind und das Zeitfenster zum Kontern ein wenig eng ist. Mit ein bisschen Eingewöhnung seid ihr jedoch in der Lage Fünf-Sterne-Matches abzuliefern. Nun, zumindest in der Theorie. Leider ist WWE 2K18 auf der Switch teilweise nahezu unspielbar.
Mit dem neuen Trage-System könnt ihr Gegner herumschleppen und gegen bestimmte Gegenstände in und um den Ring werfen. Quelle: PC Games Mit dem neuen Trage-System könnt ihr Gegner herumschleppen und gegen bestimmte Gegenstände in und um den Ring werfen.

Unzumutbares Gameplay

Im Royal Rumble friert andauernd das Bild für mehrere Sekunden ein. Spaß kommt so nicht auf. Quelle: PC Games Im Royal Rumble friert andauernd das Bild für mehrere Sekunden ein. Spaß kommt so nicht auf. Die Performance des Wrestlingspiels ist wirklich unter aller Sau! Nicht einmal normale One-on-One-Matches laufen ruckelfrei mit 30 Frames in der Sekunde. Das Geschehen ist viel langsamer als bei den anderen Versionen des Spiels, aber es ist noch spielbar. Je mehr Leute im Ring sind, desto mehr mutiert der Titel zu einem Standbild-Simulator. Triple Threats gehen noch halbwegs, doch bereits ab vier Wrestlern im Ring spielt man in Superzeitlupe. Aktionen gehen ins Leere und das Kontern ist quasi unmöglich. So sind normale Tag-Team-Matches schon eine absolute Zumutung.

Solltet ihr wahnwitzig genug sein, ein Six-Men-Match auszuwählen, könnt ihr während dem Auführen einer Aktion in Ruhe aufs Klo gehen oder euren Wocheneinkauf erledigen. In der Elimination Chamber kommt man nicht mal auf zweistellige fps. Der Royal Rumble hingegen läuft überraschenderweise flüssiger, doch andauernd friert das Bild für mehrere Sekunden einfach ein. WWE 2K18 ist in beiden Fällen unspielbar.

Matches in der Elimination Chamber gleichen einer Dia-Show und sind somit quasi unspielbar. Quelle: PC Games Matches in der Elimination Chamber gleichen einer Dia-Show und sind somit quasi unspielbar. Selbst die Entrances der WWE Superstars wurden in sämtlichen Matches versaut. Hier ist das bereits angesprochene Kantenflimmern besonders auffällig und vor allem verlaufen die Einmärsche der Kämpfer komplett asynchron und eben in Zeitlupe. Superstars, wie Finn Bálor zum Beispiel, die sich beim Entrance zu ihrer Musik bewegen, wirken so absolut lächerlich. Zudem hat der Sound oftmals arge Probleme. Die Kommentatoren hören sich blechern und verzerrt an.

Selbst wenn das Gameplay mal halbwegs flüssig läuft, stolpert man immer wieder über allerhand nervige Bugs und Glitches. So verheddern sich Wrestler in den Seilen oder laufen durch die Ringtreppe. Auf unsere Nachfrage bei 2K, warum die Switch-Version in diesem Zustand veröffentlicht wurde, teilte man uns nur mit, dass bereits an einem Patch gearbeitet werde. Unserer Meinung nach wird dieser das Spiel aber auch nicht mehr retten können.

Meinung

Wertung zu WWE 2K18 (NSW)

Wertung:

3.3 /10
Pro & Contra
Sehr umfangreichRiesige Kämpferauswahl(Fast) alle Features der anderen Versionen
KantenflimmernVerzerrter SoundUngenaue SteuerungUnfassbar lange LadezeitenLächerlich asynchrone EntrancesViele Bugs und GlitchesPerformance aus der Hölle
Fazit

„Ein technisches Armutszeugnis, an dem nicht mal die größten Fans Freude haben.“

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