Tomodachi Life 2 im Test: Der Spaß liegt im Beobachten

Test Lukas Bohnau
Tomodachi Life 2 im Test: Der Spaß liegt im Beobachten
Quelle: PC Games

So unterhaltsam das Inselleben auch ist, zeigt sich im Detail schnell, dass das ungewöhnliche Spielprinzip nicht für jeden gleichermaßen funktioniert. Denn Tomodachi Life 2 geht bewusst einen anderen Weg als klassische Simulationen.

Allerdings bringt dieses Konzept auch Schwächen mit sich. Wer klare Ziele oder einen strukturierten Fortschritt erwartet, könnte sich schnell fragen, worauf das Ganze eigentlich hinausläuft. Hin und wieder kommt es zu Wiederholungen, und nicht jede Situation fühlt sich superspannend an. Dennoch ist es die Mischung aus dem persönlichen Bezug und dem chaotischen Miteinander, die das Inselleben auf seine eigene Art und Weise so besonders macht.

Beobachten statt spielen

Spielerisch bleibt Tomodachi Life 2 seiner Linie treu und setzt weniger auf klassische Spielmechaniken und mehr auf eine Mischung aus Interaktion und Beobachtung. Keine herkömmliche Simulation, sondern eher eine Art Reality-Show, bei der ihr zwar eingreifen könnt, die eigentliche Dynamik aber von euren Bewohnern selbst ausgeht.

Ihr seid die lenkende Hand. Ihr entscheidet, wie eure Miis auf Probleme reagieren sollen, und helft ihnen bei Entscheidungen oder gebt ihnen kleine Denkanstöße. Komplett kontrollieren könnt ihr das Geschehen aber nie. Das sollte euch bewusst sein. Aber genau darin liegt auch ein Teil des Charmes: Tomodachi Life 2 funktioniert am besten, wenn man es einfach passieren lässt.

Dicke Luft zwischen Pia und Mario! Einschreiten oder in Ruhe lassen? Es liegt ganz bei euch. Quelle: PC Games Dicke Luft zwischen Pia und Mario! Einschreiten oder in Ruhe lassen? Es liegt ganz bei euch. Dabei läuft vieles in kurzen, meist einfachen Interaktionen ab. Ein Mii hat Hunger, ein anderer braucht Rat in Liebesfragen - das sorgt gerade zu Beginn für einen angenehmen Spielfluss, bei dem ständig etwas passiert. Für erfüllte Wünsche erhalten eure Miis Erfahrungspunkte und können aufgelevelt werden. Nach jedem Level-Up winkt euch eine Belohnung, mit der ihr euren Mii noch mehr individualisieren könnt. Zum Beispiel durch eine bestimmte Begrüßungsform oder Gangart.

Durch Eigenarten könnt ihr eure Miis noch persönlicher gestalten. Quelle: PC Games Durch Eigenarten könnt ihr eure Miis noch persönlicher gestalten. Langfristig stellt sich jedoch die Frage nach der Motivation. Ein Fortschrittssystem gibt es nicht wirklich. Ihr schaltet zwar mit der Zeit neue Gegenstände, Einrichtungen und Eigenheiten für eure Miis frei, die Motivation und der Hauptantrieb bleiben aber vor allem die eigene Neugier: Was passiert als Nächstes? Wie entwickeln sich die Beziehungen? Welche absurden Situationen entstehen noch? Das kann unglaublich unterhaltsam sein, erst recht, wenn man eine Verbindung zu seinen Miis aufgebaut hat.

Tomodachi Life 2 ist damit kein Spiel, das euch dauerhaft an die Hand nimmt oder mit klaren Zielen vorantreibt. Wenn ihr euch dessen bewusst seid, werdet ihr mit den kleinen, oft unerwarteten und überraschenden Momenten aber viel Spaß haben.

Das ist neu

Die größte Neuerung in Tomodachi Life 2 betrifft die Insel selbst. Während eure Miis im Vorgänger noch größtenteils an ihren Wohnblock gebunden waren, bewegen sie sich nun frei über die gesamte Insel. Dadurch wirkt das Inselleben deutlich lebendiger und natürlicher. Ihr könnt eure Bewohner nicht mehr nur in einzelnen Räumen, sondern im gesamten Umfeld beobachten.

  1. Seite 1 Endlich wieder Miis
  2. Seite 2 Keine Zensur und Insel-Alltag
  3. Seite 3 Der Spaß liegt im Beobachten
  4. Seite 4 Mehr gestalterische Freiheiten plus Wertung und Fazit
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