Tomodachi Life 2: Warum die Reihe bis heute einzigartig ist

Kolumne Lukas Bohnau
Tomodachi Life 2: Warum die Reihe bis heute einzigartig ist
Quelle: Nintendo

Tomodachi Life kommt zurück - Was auf den ersten Blick wie eine simple Lebenssimulation wirkt, entpuppt sich schnell als völlig absurdes, überraschend persönliches Chaos. Warum genau das den Reiz ausmacht, lest ihr in dieser Kolumne.

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr so genau, was mich 2014 dazu gebracht hat, Tomodachi Life für den Nintendo 3DS überhaupt zu kaufen. Klar, ich war schon damals ein ziemlicher Nintendo-Fan, aber Tomodachi Life war eben kein Super Mario oder Zelda.

Wahrscheinlich war es einfach diese seltsame, irgendwie faszinierende Idee, den Miis mal ein eigenes Spiel zu widmen. Figuren, die man sonst nur als Profilbild oder für eine schnelle Runde Wii Sports benutzt hat, standen plötzlich im Mittelpunkt eines ganzen Spiels. Das klang zumindest interessant genug, um es einfach mal auszuprobieren.

Dass mich dieses Spiel dann aber so in seinen Bann ziehen und ich auch noch Jahre später an die absurd witzigen Situationen denken würde, hätte ich wirklich nicht gedacht.

Denn was ich da auf meinem 3DS erlebt habe, war weniger ein klassisches Spiel, sondern mehr ein kompletter Fiebertraum. Allerdings im positiven Sinne!

Was habe ich damals gespielt?

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich damals mit fünf Freunden in meinem Kinderzimmer saß. Wir hatten uns alle um diesen kleinen 3DS versammelt, haben abwechselnd gespielt oder besser gesagt eher zugeschaut. Denn jeder von uns war Teil dieses Spiels. Unsere eigenen Miis lebten plötzlich zusammen auf einer Insel, hatten Beziehungen, führten Gespräche und trafen Entscheidungen, die wir selbst nicht wirklich kontrollieren konnten.

Am meisten Spaß macht Tomodachi Life, wenn man Personen mit realem Bezug in das Game integriert. Quelle: Nintendo Am meisten Spaß macht Tomodachi Life, wenn man Personen mit realem Bezug in das Game integriert. Zu sehen, wie wir uns in diesen virtuellen Figuren widerspiegeln, hatte etwas unglaublich Faszinierendes. Wer versteht sich mit wem? Wer streitet sich? Und wer heiratet oder bekommt sogar ein Kind? Es war nicht nur irgendeine Simulation. Es war unsere Simulation. Und gleichzeitig lief sie völlig nach ihren eigenen Regeln ab.

Gerade im Vergleich zu Spielen wie Die Sims wird dieser Unterschied besonders deutlich. Während man dort jeden Schritt plant, Häuser baut, Beziehungen bewusst steuert und im Grunde alles unter Kontrolle hat, wirkt Tomodachi Life fast schon erschreckend simpel. Die Möglichkeiten sind begrenzt, die Eingriffe minimal. Aber genau darin liegt die eigentliche Stärke.

Tomodachi Life hat viele verrückte Szenarien zu bieten, die alle auf eine einzigartige Weise präsentiert werden. Quelle: Nintendo Tomodachi Life hat viele verrückte Szenarien zu bieten, die alle auf eine einzigartige Weise präsentiert werden. Denn statt auf komplexe Systeme setzt das Spiel auf etwas ganz anderes: Präsentation, Timing und vor allem seinen ganz eigenen Charme. Die absurden Dialoge, die unvorhersehbaren Ereignisse und diese leicht unbeholfene Art der Miis sorgen dafür, dass ständig Dinge passieren, mit denen man einfach nicht rechnet. So eine Art von Simulation gab es bis zum Release des Erstlings auch noch nicht, wodurch sich Tomodachi Life innerhalb des Genres noch mehr von seinen Konkurrenten abhebt.

  1. Seite 1 Was zur Hölle haben wir da gespielt?
  2. Seite 2 Miis in einer scripted Reality-Show
  3. Seite 3 Verliert auch nach über 10 Jahren nicht seinen Witz
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