Thymesia im Test: Eine Mikrodosis Adrenalin - Seite 3
Test
Die Soulslike-Welle reißt nicht ab: Mit seinem Erstlingswerk Thymesia will das taiwanesische OverBorder Studio vor allem Freunde von Bloodborne und Sekiro abholen. Intensives Gameplay, Gothic-Horror-Artstyle und kompakter Umfang - wir verraten, für wen sich das verseuchte Hardcore-Abenteuer lohnt.
Zudem fühlt sich der Ausweichsprung zu Beginn abgehackt und die Bewegung allgemein hakelig an. In den meisten anderen Spielen wären solche Schönheitsfehler keinen ganzen Absatz wert, Thymesia stützt sich aber so sehr auf sein Kampfsystem und verlangt euch so schnell so viel ab, dass euch dieses etwas unsaubere Spielgefühl Nerven kosten kann. Zumindest, bis ihr euch daran gewöhnt, oder euren Charakter mit dem Talentsystem an den Gameplay-Defiziten vorbeientwickelt habt.
Berge und Täler
Schafft ihr es am ersten Boss vorbei, erwartet euch die Kehrseite des etwas unausgegorenen Schwierigkeitsgrades: Weil sich die Standardfeinde nicht mehr wirklich weiterentwickeln und die Bosse zwar sehr abwechslungsreich, aber meistens wenig anspruchsvoll sind, marschiert ihr recht problemlos bis zum Ende durch, wo euch dann wieder ein bockschwerer, humanoider Gegner aufhalten wird. Mit gerade einmal drei Gebieten und acht Bossgegnern, von denen vier optional sind, fällt Thymesia alles andere als umfangreich aus. Es hat im Test nur etwa fünf Stunden gedauert, um das Ende zu sehen - jeweils eine Stunde beim ersten und letzten Obermotz mit eingerechnet.
In diesem Artikel
Absolviert ihr sämtliche Nebenquests, die euch teils in bekannte, teils in neue Sub-Gebiete führen und eigene Bosse bereithalten, könnt ihr nochmal vier bis fünf Stunden einplanen. Wegen des flexiblen Skillsystems und der wenigen levelbaren Attribute sind zusätzliche Durchgänge, um einen anderen Build auszuprobieren, kaum nötig.
Quelle: PC Games
Die einzige Rettung vor der Seuche: Ein Heilmittel aus den Herzen besonders mächtiger Krieger und Monster. Viel mehr müsst ihr über Thymesias Geschichte auch nicht wissen.
Ein New Game+ gibt's auch nicht, ihr könnt aber jedes Level und jeden Boss auf Wunsch beliebig oft wiederholen. Die fünf verschiedenen Enden sind schließlich nur für Trophäenjäger interessant, denn abseits langweiliger Textboxen gibt's dort nichts zu sehen. Unser Fazit ziehen wir nach dem Meinungskasten!
Meinung
Fazit: Wer sollte zugreifen?
Thymesia ist ein Spiel, bei dem Höhen und Tiefen nah beieinanderliegen. Das Kampfsystem ist klasse, wenn auch im Detail manchmal unsauber. Jeder Bossgegner spielt sich dramatisch anders, dafür schwankt der Schwierigkeitsgrad extrem und es gibt nicht sonderlich viele davon. Waffen und Fähigkeiten sind angenehm vielseitig, das Spiel ist aber viel zu kurz, um sie wirklich ausreizen zu können.
Die Levels sehen nett aus und sind oft klug designt, sie bieten Kennern der Vorbilder aber nichts Neues. Für den fairen Preis von 30 Euro bekommt ihr hier trotzdem ein kompetentes, durchdachtes Soulslike geboten, das wir euch wegen des harten Einstiegs und der unausgegorenen Schwierigkeit aber nur empfehlen würden, wenn ihr Bloodborne und Sekiro bereits gespielt habt.
