Thymesia im Test mit Video: Eine Mikrodosis Adrenalin Marke Bloodborne und Sekiro
Test
Die Soulslike-Welle reißt nicht ab: Mit seinem Erstlingswerk Thymesia will das taiwanesische OverBorder Studio vor allem Freunde von Bloodborne und Sekiro abholen. Intensives Gameplay, Gothic-Horror-Artstyle und kompakter Umfang - wir verraten, für wen sich das verseuchte Hardcore-Abenteuer lohnt.
Eine Stunde. So lange haben wir gebraucht, um den ersten Boss im neuen Soulslike Thymesia zu erreichen. Und nochmal genauso lange hat es gedauert, bis wir die Arena siegreich wieder verlassen konnten. Zirkusdirektor Odur ist ein Difficulty-Spike, der sich gewaschen hat, mit zwei Phasen, langen Kombos und mikroskopisch kleinen Zeitfenstern zum Parieren. Ein Kampf, der viele Qualitäten und Macken von Thymesia gnadenlos offenlegt: blitzschnelles, intensives Gameplay, bei dem sich Fans von Bloodborne oder Sekiro sofort zu Hause fühlen, gelungene Gothic-Horror-Präsentation, aber auch teils unsaubere Systeme und eine Lernkurve, die man sich eher als Wand vorstellen kann. In unserem Test erfahrt ihr, für wen sich Thymesia trotz seiner Patzer lohnt.
Fürchtet das schwarze Blut!
Einen dieser Patzer können wir gleich zu Beginn aus dem Weg räumen. Thymesia (jetzt kaufen 13,38 € ) erzählt eine prinzipiell nette, stark von Bloodborne inspirierte Geschichte: Im Königreich Hermes sind alchemistische Experimente aus dem Ruder gelaufen, wodurch sich eine tödliche Seuche im Land ausbreiten konnte. Als Corvus, ein bewaffneter Pestarzt mit Gedächtnisverlust, werdet ihr nun von der Tochter des Königs losgeschickt, um mit den Herzen mächtiger Gegner eine Mixtur zu brauen, die der Krankheit Einhalt gebieten kann.
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Präsentiert wird diese Geschichte allerdings ziemlich dröge und uninteressant. Es gibt keine Sprachausgabe, nur zwei NPCs und die wenigen Zwischensequenzen - inklusive der fünf verschiedenen Enden - werden gerne als Standbilder mit darübergelegtem Text inszeniert. Auch die insgesamt drei großen Gebiete, die ihr von eurem Hub aus bereist, sind zwar optisch abwechslungsreich, aber zu austauschbar, um Persönlichkeit zu vermitteln.
Yharnam, Schandstadt, Hermes
Blutige Seen, zerfallene Festungen und neblige Holzdörfer haben Genrefans schon zu oft gesehen. Die unzähligen Erinnerungen der ehemaligen Bewohner, die ihr an jeder Ecke aufsammeln könnt, wirken ebenfalls extrem vertraut. Dank einiger freischaltbarer Abkürzungen und versteckter Mini-Bosse sorgt das Design der abgetrennten Levels aber immerhin für nette Erkundung.
Quelle: PC Games
Die kompakten Levels sind nett gestaltet, viel Neues dürft ihr allerdings nicht erwarten, wenn ihr mit dem Genre vertraut seid.
Trotz des Gefühls, alles irgendwie schon mal gesehen zu haben, überzeugt Thymesias Gothic-Horror-Stil optisch: Die Level-Umgebungen sind oft stimmungsvoll beleuchtet, was die Atmosphäre eines ruinierten, verseuchten Königreiches unterstreicht. Charakter- und vor allem Bossgegner-Designs haben den nötigen, morbiden Touch und die Effekte beim Kämpfen sind knallig.
Für das erste Spiel eines kleinen Indie-Studios sieht Thymesia also ordentlich aus, von einem nervigen Manko mal abgesehen: Wer bei Motion Blur die Nase rümpft, hat hier vermutlich seinen Meister gefunden. Der Effekt wird extrem aggressiv eingesetzt und ist in den Konsolenversionen nicht abschaltbar. Durch die hohe Spielgeschwindigkeit ist das Bild dadurch mehr oder weniger permanent unscharf. Außerdem leistet sich die Framerate immer wieder kleine Einbrüche.
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