Mit Theme Park begründete Bullfrog 1994 ein Subgenre der Wirtschaftssimulationen: Freizeitpark-Manager. In welchen anderen Spielen kann man Achterbahnen bauen, Besucher glücklich machen und ordentlich abkassieren?
Spannender wird es dann wieder mit Planet Coaster (2016) und der 2020 veröffentlichten Konsolenfassung für PS4/5, Xbox One und Xbox Series S/X. Kreative Freiheit ist hier Trumpf - und das nicht nur im umfangreichen Achterbahn-Editor. Dank des modularen Baukastensystems basteln wir uns Gebäude mühelos zusammen.
"Wie bei Lego-Steinchen setzen wir in Planet Coaster aus beliebigen Einzelobjekten eigene Objekte zusammen. Ein mehrstöckiges Kaufhaus mit Imbissständen ist ebenso realisierbar wie ein in Felsen gehauener Drache oder eine Raumstation mit Nebelanlage und integrierten Fahrgeschäften", so unser Tester Max Falkenstern, der Planet Coaster damals plattformübergreifend mit 9 von 10 Punkten bewertete.
Ein ganz großer Pluspunkt von Planet Coaster sind die integrierten Community-Funktionen: Durch die Anbindung an Steam beziehungsweise Frontier Workshop können von der Online-Community erstellte Inhalte einfach heruntergeladen werden.
So entsteht ein schier unendlicher Fundus an Gebäuden, Fahrgeschäften oder sogar ganzen Anlagen. Trotz Optimierungs- und Forschungsmöglichkeiten bleibt das Parkmanagement jedoch eine kleine Baustelle. Wer zwischen all der Editor-Zuckerwatte und den Kreativspielzeugen eine knallharte Wirtschaftssimulation erwartet, liegt hier falsch.
Altes Genre, neue Ideen: Parkitect und Park Beyond
Das von Texel Raptor entwickelte Parkitect (2018) ist auf den ersten Blick der krasse Gegensatz zu Planet Coaster: Grafisch weit weniger bunt und cartoonig, konzentriert sich das Spiel viel stärker auf die Verwaltungsaufgaben hinter dem Freizeitparkbetrieb. Das Besondere an Parkitec: Es wurde im Kern von einem dreiköpfigen Team entwickelt - nämlich von den beiden Designern Sebastian Mayer und Garret Randell sowie dem Komponisten Gordon McGladdery.
Spielerisch erinnert es eher an Rollercoaster Tycoon als an Theme Park. Die Entwicklung begann 2014 und wurde schließlich über eine Kickstarter-Kampagne finanziert, die 63.730 US-Dollar einbrachte. Vordergründig platzieren wir auch hier Achterbahnen, Essensbuden und legen ein Wegenetz für unsere Besucher an.
Hinter den Kulissen beschäftigt sich Parkitect aber viel mehr mit den wirtschaftlichen Aspekten eines Freizeitparks und so kümmern wir uns zum Beispiel verstärkt um das Personalmanagement, bauen Schulungsräume oder optimieren Besucherwege, Warenkreisläufe und Logistik. Auch grafisch ist es zwar hübsch anzusehen, aber bei Weitem nicht so überzeichnet und schrill wie etwa Planet Coaster.
Quelle: Texel Raptor
Parkitect
Zuletzt versuchte sich Limbic Entertainment (bekannt für Tropico 6 und Might & Magic) am Erbe von Theme Park und Rollercoaster Tycoon: Park Beyond (2023). Diese verknüpfte Spaßoptik mit Komplexität, wie uns Johannes Reithmann im Interview bestätigte: "Insgesamt schaut das Spiel natürlich sehr bunt aus.
Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass unter der Haube sehr viel Komplexität steckt, in der man sich drin verlieren kann. (...) Man kann die Preise von allem einzeln einstellen, ich kann in den einzelnen Shops sagen, was genau verkauft werden soll und was nicht." Je mehr unterschiedliche Waren wir anbieten, desto langsamer die Bedienung.
Gerade das Layout des Parks ist hier entscheidend. Neue Ideen bringen die sogenannten "Impossifications". Mit diesen leveln wir Attraktionen auf und schalten so immer halsbrecherische Fahrgeschäfte frei. Auch Aspekte wie einen modularen Baukasten, einen Achterbahn-Editor oder auch einen Story-Modus greift das Spiel auf. Leider litt Park Beyond anfangs unter teils heftigen Bugs, was dem späteren Verkaufserfolg aber keinen Abbruch tat.
