Herr der Ringe: Return to Moria - Mein letzter Reisebericht

Special Malik Brugger Stefan Wilhelm
Herr der Ringe: Return to Moria - Mein letzter Reisebericht
Quelle: Free Range Games

Meine Finger sind kalt und taub. Schwert und Schild vermag ich kaum noch zu halten. Aber ich erzähle dir, was mir in den Minen von Moria widerfahren ist.

Ein letzter Rat ...

Schließlich erstreckte sich Moria vor mir. Das einstige Zwergenreich dehnte sich weit in die Dunkelheit aus: zahlreiche Meilen in die Höhe, zahlreiche Meilen in die Tiefe. Ein wundervoller Anblick. Die Stille in meinen Ohren wurde nur ab und an durch das Jammern einiger Orks durchbrochen. Ich begann mit dem Abstieg. Der Sprung von Felsvorsprung zu Felsvorsprung war äußerst riskant, weshalb ich einige Holzplattformen errichtete, die mir den Weg hinab erleichterten. Ich verirrte mich erschreckend oft in den verzweigten Gängen Morias. Die meisten der Felswände waren derart massiv, sodass ich keinen Weg hindurchgraben konnte. Ich fühlte mich gefangen, wie in einem Labyrinth. Gefangen in der eigenen Heimat.

Zwei Nächte darauf entdeckte ich einen Aufzug meiner Vorväter, der noch weiter in die Tiefen führte. Er führte dorthin, wo blaue Kristalle die Felsen schmückten. Würde ich dort den Ursprung der Finsternis entdecken, die sich wie ein zähes Miasma ausbreitete? Ich betrachtete das morsche Holz zu meinen Füßen, und mir wurde bewusst, dass ich nur mit reichlich Elbenholz sowie schwarzen Diamanten Leitrolle und Winde reparieren konnte. Die Orks kamen einst nach Moria, um die Schätze der Zwerge zu bergen, nachdem der Balrog uns vertrieben hatte. Es wurde also Zeit, dass ich die Diamanten wieder an mich brachte.

Viele Zwerge beim Feiern. Quelle: Free Range Games Etliche Tage und Nächte vergingen. Ich errichtete einen ansehnlichen Unterschlupf aus Holz und Stein, nah am Wasser. Auf meiner Jagd nach den hässlichen Goblins erschlug ich einen Höhlentroll. Dutzende Orks fielen durch meine Klinge. Immer öfter brachte ich mich in Situationen, die mich das Leben hätten kosten können. Dabei barg ich nicht einmal eine Handvoll schwarzer Diamanten.

Frustriert begann ich damit die Holztruhen zu plündern, die von einigen Orks bewacht wurden. Einige der kostbaren Schlüssel, die ich den toten Orks abnahm, lösten sich aber noch zwischen meinen Fingern in Luft auf. Ich weiß, ich weiß! Es klingt, als würde mich mein Verstand verlassen! Aber ich bin gewiss noch bei Sinnen! Mir scheint allerdings, als hätte ich Moria zu früh betreten. Vieles geht noch nicht mit rechten Dingen zu. Ein fauler Zauber? Nein ... die Minen hätten schlichtweg mehr Zeit benötigt. Zeit ist oftmals alles, was es braucht.

Beim Versuch, den Aufzug zu umgehen, bin ich gestürzt. Ein beißender Schmerz jagt mein linkes Bein entlang. Hier sitze ich nun, wie ein Narr, und warte auf mein Ende. Die Trommeln erschallen abermals in der Ferne. Ich kann meinen Schild nicht mehr heben. Die Fackel auf meinem Schoß verglimmt.

Du, Reisender, kennst jetzt meine Geschichte. Aber es gibt noch etwas, von dem ich dir erzählen muss. Etwas Wichtiges. Halte dich fern von den Gewässern Morias. Ein übler Gestank hängt dort in der Luft. Das Wasser kräuselt sich mit jedem Atemzug. Das Namenlose schlummert nicht. Auch in den Schatten der Minen hält sich etwas verborgen. Der Balrog ist vernichtet, aber ein anderer Fluch hat seine Wurzeln geschlagen. Ketten rascheln in der Finsternis. Was auch immer dort lauert, es versperrte mir den Weg in die Freiheit. Es wartet im Herzen Morias auf mich.

Ein letzter Rat: Solltest du, wie ich, allein hinabgestiegen sein, dann kehre heim, törichter Zwerg. Denn dein Zuhause liegt nicht länger hier. Die Zeit hierfür ist noch nicht reif. Solltet ihr allerdings gemeinsam nach Khazad-dûm aufgebrochen sein, ermutige ich euch, eure Reise fortzuführen. Beim Barte Durins, es wird sich lohnen! Ich ziehe weiter, den Schatten entgegen. Dort werde ich auf euch warten. Denn nur vereint ist der Abstieg in die Tiefen von Moria lohnend. Meine Finger sind kalt und taub, aber ich nehme Schwert und Schild ein letztes Mal in die Hände. Findet mich dort, wo die Ketten klingen. Baruk.

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