Herr der Ringe: Return to Moria - Mein letzter Reisebericht

Special Malik Brugger Stefan Wilhelm
Herr der Ringe: Return to Moria - Mein letzter Reisebericht
Quelle: Free Range Games

Meine Finger sind kalt und taub. Schwert und Schild vermag ich kaum noch zu halten. Aber ich erzähle dir, was mir in den Minen von Moria widerfahren ist.

Die letzte Silbe auf meinen rissigen Lippen

Die Tage sind dunkel. Die Nächte sind finster. Als ich mich schlafen legen wollte, war es so weit: Die Goblins waren bereit für ihren ersten, heimtückischen Angriff. Sie folgten mir, trotz des hellen Schmiedefeuers, bis in mein Lager. Kohle brannte dort. Hitze stieg mir in das Gesicht. Und dann grub ich meine Klinge in ihre Köpfe. Sie waren so dumm, wie sie aussahen. Ständig wiederholten sie ihre Worte. Selbst in großen Scharen griffen sie nur vereinzelt an, was mir ermöglichte, einen nach dem anderen mit meiner Klinge niederzustrecken. Ich weiß nicht, ob es an der zähen Finsternis liegt, die von Moria Besitz ergriffen hat ... aber auch die restlichen Kreaturen, die mir in den Tiefen begegneten - ob Orks, Spinnen, Ziegen oder Höhlentrolle - sie alle schienen geistig umnachtet. Dümmer als jede Schöpfung Morgoths! Oftmals kam es vor, dass sie wie angewurzelt stehen blieben, und lediglich auf den Stahl in meiner Hand starrten. Als würde sich ein lähmendes Gift in ihren Gliedmaßen ausbreiten! Was ist ihnen bloß widerfahren?

Eine Stunde später schürfte ich einige Erze in der Dunkelheit. Nur meine Spitzhacke und ich. Als mir der Schweiß im Bart festhing, begann ich lautstark zu singen. Ich, Baruk, der letzte Zwerg Morias. Ein Zwerg, der in den Tiefen des Berges niemals allein sein würde, solange er noch seine Stimme hatte! Mein Gesang erfüllte mich mit Stolz und ich schwang die Spitzhacke, bis meine Knochen zu schmerzen begannen.

Ein Zwerg schwingt seine Waffe einem Goblin entgegen. Quelle: Free Range Games Der Hammer auf den Amboss hieb,
Der Stichel grub, der Meißel trieb,
Geschärfte Schwerterklinge sang,
der Reichtum wuchs zu jedem Gang.
Von Amethyst, Beryll, Opal,
Metall, geschuppt, war voll der Saal,
Von Panzerhemden, Schild und Speer
Die Borde in den Kammern schwer.

Froh lebte damals Durins Volk
Die Harfe klang, der Sänger sang
Und vor den Toren stieß ins Horn
Der Wächter zu der Stunden Gang

Mein winziger Rucksack konnte nicht annähernd so viele Erze und Edelsteine fassen, wie ich mir erhoffte. Aber was ich in die Tasche stopfen konnte, musste ausreichen. Die Erze goss ich zu Eisen- und Stahlbarren. Aus diesen schmiedete ich einen großartigen Schild, um den sich jetzt noch meine versteiften Finger klammern. Damit bewaffnet konnte ich jeden noch so ungestümen Ork zu Boden schmettern!

Ich merke, wie beim Schreiben dieser Zeilen das Blut durch meine Adern wallt. Ich erinnere mich an die Siege der letzten Nächte zurück. Allerdings ... gab es immer weniger solcher Siege zu verzeichnen. Die nächste Goblinhorde drängte mich zurück, bevor ich den Abstieg in die tatsächlichen Minen wagen konnte. Bisher bewegte ich mich lediglich in den oberen Stollen umher.

Der Gestank von verbranntem Fleisch hing in der Luft. Ich zog mich in eines der verlassenen Gebäude zurück und sprach zu einer dicken Ratte, die um meine Füße huschte. Ich wartete darauf, dass der Morgen graute. Auch, wenn das Morgenlicht mein Gesicht nicht erreichen würde, sorgte es dennoch dafür, dass die Goblins sich zurückzogen.

Tharkûns Botschaften - wie nannte ihn der Hobbit noch gleich? Gandalf? - wiesen mir den Weg. Es waren alte Botschaften, an die Wände geschrieben, die mir durch ihren Blauschimmer in die Augen fielen. Sie stammten aus einer Zeit noch bevor die Ringgemeinschaft die Minen durchquert hatte. Der Zauberer Tharkûn musste sie verfasst haben, als er in Moria nach Thráin gesucht hatte - den Vater von Thorin Eichenschild.

Ich folgte Tharkûns Botschaften, bis ich eine ehemalige Elbenregion erreichte, die inzwischen von Orks besetzt war. Dort entdeckte ich sie, in vollkommene Finsternis gehüllt: die Schmiede. Narvis Schmiede! Er, der die Türen Morias erbaut hatte. Kohle, Glut und Feuer! Inmitten dieser Flammen schmiedete ich eine stählerne Spitzhacke, mit der ich mir endlich den ersehnten Weg in die Minen von Moria frei arbeiten konnte. Schreie. Schreie in der Ferne. Der Lärm der Schmiede führte dutzende Orks zu mir. Mir blieb nichts anderes übrig, außer zu fliehen.

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