Echoes of Wisdom hat geniale Ideen, aber Zelda hätte noch mehr verdient!

Test Annika Menzel
Echoes of Wisdom hat geniale Ideen, aber Zelda hätte noch mehr verdient!
Quelle: Nintendo

Zelda darf endlich selbst für ihr Königreich einstehen und Hyrule vor einem schlimmen Schicksal bewahren. Wir haben Echoes of Wisdom bereits getestet!

Die schiere Menge an Möglichkeiten ist eine große Stärke der Mechanik. Dadurch wird sie aber gleichzeitig unübersichtlich. Das Schnellwahlmenü erinnert an Tears of the Kingdom, wo es ebenfalls eine ganze Weile dauert, das richtige Objekt auszuwählen. Und in Echoes of Wisdom wird die Liste sehr schnell sehr lang.

Sie lässt sich zwar nach unterschiedlichen Prinzipien sortieren, durchscrollen müsst ihr aber jedes Mal wieder. Alternativ könnt ihr auch ins "richtige" Menü gehen und dort in Ruhe nach dem passenden Echo suchen, allerdings unterbricht das dann wiederum den Spielfluss.

Viele Male wünschte ich mir, einfach eine Favoritenliste erstellen zu können. So erwischte ich mich immer mal wieder dabei, wie ich weniger sinnvolle Echoes erschuf, nur weil sie schneller in meiner Liste zu finden waren.

Endlose Echos

Aber gut, wenn ich so an Animal Crossing: New Horizons zurückdenke, hätte ich mir dort auch einige Komfortänderungen gewünscht. Die paar unbequemen Umstände auf der Insel tun aber der gesamten Spielerfahrung keinen Abbruch. Von daher ist das auch bei Zelda eher ein Wunsch als ein schwerwiegender Kritikpunkt.

Zelda schichtet mehrere Betten übereinander, um einen Abgrund zu überwinden Quelle: Nintendo Was dagegen nach einiger Zeit tatsächlich zum Problem wird, ist das Prinzip der Echos selbst. Es ist die große Mechanik des Spiels und daher ist Zeldas Abenteuer darauf ausgelegt, die Kopien möglichst oft zu verwenden.

Beim ersten, zweiten und zehnten Mal hatte ich meinen Spaß damit, alte Betten übereinanderzuschichten, um über einen Abgrund zu hüpfen. Beim fünfzigsten Mal, bei dem diese Taktik notwendig erschien, konnte ich die ollen Klappergestelle aber echt nicht mehr sehen.

Echoes of Wisdom erlaubt viel Freiheit, wie Rätsel gelöst werden können. Das ändert aber nichts daran, dass einige Gegenstände viel nützlicher sind als andere. Zumal die teilweise etwas unpräzise Steuerung auch nicht gerade dazu motiviert, mehr als nötig herumzufummeln.

Ein ähnliches Problem tut sich mit der Zeit auch beim Kämpfen auf. Anfangs hatte ich noch sehr viel Freude daran, viele niedliche Echos auf einmal auf einen armen Gegner zu hetzen. Die bräuchten allerdings dringend mal Nachhilfe, wie man das richtige Ziel anvisiert. Zelda scheint damit übrigens auch noch zu hadern.

Einige Feinde sind außerdem recht fix unterwegs, wodurch sie manchmal an den Echos vorbei zu Zelda gelangen. Die Frage, wieso sie nicht wie Link standardmäßig ein Schwert mit sich führt, lass ich an dieser Stelle mal außen vor. Aber mal davon abgesehen, wieso kann sie nicht einfach mit dem Tri-Stab zuschlagen?

Zelda erschafft einen Tisch Quelle: Nintendo Das müsste ja nicht immens viel Schaden machen oder die Gegner meterweit zurückwerfen. Ich hätte allerdings wirklich gerne eine Möglichkeit gehabt, mich direkt zu wehren, wenn sich die Leiste für den Schwertkampfmodus bereits geleert hat.

Hohe Energiepreise

Denn ganz ohne Klinge muss die Prinzessin dann doch nicht auskommen. Zelda kann sich mithilfe einer Leiste temporär in eine Schwertkämpferin verwandeln, die Link verdächtig ähnlich sieht. Später kommen noch weitere solcher Fähigkeiten hinzu, die ihr ein wenig mehr Handlungsspielraum verschaffen.

Die sogenannte Energia-Leiste muss allerdings durch Tränke oder Ressourcen aus der Umwelt immer wieder aufgeladen werden, sonst kann das Schwert nicht zum Einsatz kommen. In der Theorie ist das kein großes Problem, schließlich ist ein Großteil des Spiels ohnehin auf die Echos ausgelegt.

Allerdings ist das eben nicht bei allen Gegnern der Fall. Auch wenn das Spiel euch an den passenden Stellen beim Auffüllen der Leiste unterstützt und euch so zu verstehen gibt, was ihr zu tun habt, wird das repetitive Auffüllen der Leiste mit der Zeit frustrierend.

Dadurch ziehen sich manche Kämpfe - nicht nur gegen Bosse - unnötig in die Länge, weil ich nicht selbst zuschlagen darf und ewig ausweichen und neue Beschwörungen erschaffen muss. Gepaart mit der Tatsache, dass die Echos gerne mal das eigentliche Ziel ignorieren, wird der temporäre Verzicht auf die Nahkampfwaffe zur Geduldsprobe.

Und selbst wenn ich genügend Ressourcen dabei habe, um die Leiste wieder zu füllen, ist der erforderliche Wechsel zwischen den beiden Modi eher suboptimal. Es dauerte immer einen kleinen Moment, wodurch der Flow des Kampfes gestört wird, und das ständige gedankliche Umschalten sorgt für das eine oder andere Game Over.

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