Echoes of Wisdom im Test: Geniale Ideen von Nintendo, aber Zelda hätte noch mehr verdient

Test Annika Menzel
Echoes of Wisdom im Test: Geniale Ideen von Nintendo, aber Zelda hätte noch mehr verdient
Quelle: Nintendo

Zelda darf endlich selbst für ihr Königreich einstehen und Hyrule vor einem schlimmen Schicksal bewahren. Wir haben Echoes of Wisdom bereits getestet!

Ene mene Weizenkleie, jetzt ist Zelda an der Reihe! In Echoes of Wisdom wird die Prinzessin höchstpersönlich zur Heldin und stellt sich einer mysteriösen Bedrohung entgegen, um Hyrule vor einem schrecklichen Schicksal zu bewahren.

Dem Unheil tritt sie jedoch nicht wehrlos entgegen: Dank der Hilfe ihres Gefährten Tri kann Zelda Zauberkräfte einsetzen, um sich Dinge und Lebewesen aus der Spielwelt zunutze zu machen. Ein toller Ansatz, aber das erste royale Abenteuer hätte etwas mehr Liebe verdient.

Ein zerrissenes Königshaus

Wenig Liebe erfährt Zelda selbst zu Beginn des Spiels, da sie sich im Kerker des eigenen Schlosses wiederfindet. Natürlich hat sie nichts verbrochen, allerdings wird ihr ein ziemlich großes Vergehen vorgeworfen.

Kreuz und quer im ganzen Land haben sich mysteriöse Risse aufgetan, die nicht nur Häuser und Landschaften, sondern auch Personen mit sich gerissen haben. Als Teil eines bösen Plans wird Zelda fälschlicherweise verdächtigt und einfach weggesperrt.

In dieser hoffnungslosen Situation taucht plötzlich eine Fee namens Tri auf, überreicht Zelda einen magischen Stab und verhilft ihr so zur Flucht aus dem Kerker. Wir wollen euch nicht vorwegnehmen, was genau in Hyrule vor sich geht, aber so viel sei gesagt:

Zelda merkt sich einen kleinen Tisch Quelle: Nintendo Da der sonst im Fokus stehende Link nicht zur Hilfe eilen kann, liegt es nun an Zelda, die Risse wieder zu schließen und den Verantwortlichen den Garaus zu machen. Diese Aufgabe führt sie quer durchs ganze Land, wobei sie auf einige aus der Reihe bekannte Völker und Orte trifft.

Die Geschichte ist insgesamt recht simpel, aber sie reicht aus, um ein stabiles Handlungsgerüst für Zeldas Reise zu erschaffen. Das eigentliche Gameplay steht ohnehin im Vordergrund, allerdings weisen die neuen Mechaniken mit fortschreitender Spieldauer ein paar Schwächen auf.

Dabei schienen die extra für die Prinzessin ins Leben gerufenen Fähigkeiten auf den ersten Blick sehr vielversprechend zu sein. Gerade deshalb ist es schade, dass Zeldas erstes eigenes Spiel dem hohen Niveau der Reihe nicht ganz gerecht wird.

Wie Toy Story auf Kommando

Bevor ihr jetzt auf die Barrikaden geht, lasst mich das genauer erklären: Vor etwa einem Monat durfte ich in den heiligen Hallen von Nintendo schon mal die ersten anderthalb Stunden des Spiels ausprobieren und war damals hin und weg!

Es fühlte sich an, als wäre ich auf einen kunterbunten Spielplatz verfrachtet, als würde mir eine ganze Kiste voller spannender Werkzeuge hingestellt und einfach gesagt: Mach mal!

Zelda steht mehreren Gegner gegenüber Quelle: Nintendo Klar, das Ganze hatte nicht dieselben Ausmaße wie Tears of the Kingdom mit seiner schier unendlichen Freiheit. Aber das habe ich auch nicht erwartet, da Echoes of Wisdom augenscheinlich in die Fußstapfen von Link's Awakening tritt.

Es sieht nicht nur optisch genauso aus wie das Remake, sondern ist auch ein ebenso kompaktes und insgesamt charmantes Abenteuer. Außerdem wäre das primäre Spielprinzip von Zeldas eigenem Abenteuer in einer so riesigen Welt wie bei den beiden Open-World-Titeln ein ganz anderes Kaliber gewesen.

Der verhältnismäßig geringe Umfang ist aber kein Grund zur Beschwerde, im Gegenteil: Die etwa 15 Stunden, die ich dieses Mal in Hyrule verbracht habe, sind eine angenehme Länge. Denn was in den ersten 90 Minuten aufregend, innovativ und super spaßig war, wurde mit zunehmender Spielzeit doch langsam eintönig.

Warum einfach, wenn's auch umständlich geht

Aber woran liegt das genau? Eigentlich klingt Zeldas neue Fähigkeit, die sie durch den Tri-Stab erhält, vielversprechend: Sie kann sich bestimmte Objekte und sogar besiegte Gegner merken und jederzeit Echos, also Kopien, von ihnen erschaffen.

Dadurch schlagen sich die ehemaligen Feinde sogar auf ihre Seite und können für sie kämpfen! Na gut, das klingt mächtiger, als es ist. Eine riesige, aus niedlichen Blobs bestehende Armee kann man sich nicht an die Seite rufen.

Bildergalerie

Die Prinzessin kann nämlich nur ein paar wenige Echos auf einmal aufrechterhalten. Aber je nachdem, wie viel Kapazität das Beschwören kostet, kommen einige spannende Kombinationen zusammen. Und an Auswahlmöglichkeiten mangelt es nicht: Alles, was ihr euch einmal per Knopfdruck gemerkt habt, bleibt in eurem Repertoire und ist jederzeit verfügbar.

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