Mit The First Descendant steigt ein neuer Loot-Shooter in den Ring, um Destiny und Warframe anzugreifen. Richtig rund läuft der Versuch aber noch nicht.
Einer für Alle, Alle für einen
Dagegen lässt der Titel aber seine Muskeln spielen, wenn es um das Zusammenspiel und die Unterstützung anderer Spieler geht. Wir können die Missionen nicht nur allein oder mit einem festen Team starten, sondern auch bereits gestarteten Aufträgen beitreten.
Bemerken wir vielleicht zufällig auf unseren Reisen durch die verschiedenen Areale, dass ein anderer Nachfahre Hilfe bei einer Story-Herausforderung benötigt, joinen wir ganz einfach. Im Duo lassen sich Angriffe aus verschiedenen Richtungen schließlich deutlich einfacher abwehren.
Auch uns wurde während unserer Test-Session gehörig unter die Arme gegriffen, wenn wir doch einmal solo unterwegs waren. Für beide Parteien bringt das nach erfolgreichem Abschluss ein großartiges Gemeinschaftsgefühl.
Quelle: Nexon
In Albion, dem Hub-Bereich für alle Spieler, herrscht außerdem immer reges Treiben, was ebenfalls für eine tolle Atmosphäre sorgt. Wir können andere Descendants grüßen, mit ihnen trommeln, abklatschen und vieles mehr. Das gibt's bereits in anderen Spielen, aber auch ohne Innovationen darf der Punkt durchaus gelobt werden.
Die Gruppenfunktionen sind uns allerdings zu umständlich: Das liegt einerseits daran, dass es drei unterschiedliche, wenig übersichtliche Menüs gibt, andererseits an fehlenden Funktionen. Aus einem Trupp muss uns beispielsweise der Anführer werfen, selbst verlassen funktioniert nicht - das ist nicht optimal.
Ein guter Ballermann
Nach viel Mittelmäßigkeit überzeugt The First Descendant aber bei einem wichtigen Punkt: dem Gunplay. Es fühlt sich sehr gut an, sich mit den unterschiedlichen Waffentypen in die Kämpfe zu stürzen. Vom Revolver über Maschinenpistolen bis hin zu Scharfschützengewehren gibt's dabei alles, was das Shooter-Herz begehrt.
Drei Knarren lassen sich gleichzeitig mitführen. Nachdem wir jedoch ständig neue Ballermänner erhalten, sollten wir zwischendurch immer wieder unser Inventar checken, ob wir noch bestens ausgerüstet sind.
Identisch sieht das bei der zusätzlichen Ausrüstung aus. Neben Modulen für mehr Feuerkraft und anderen Verbesserungen lassen besiegte Gegner auch noch Reaktoren und vier unterschiedliche, externe Komponenten fallen, wodurch wir unsere Fähigkeiten, Schilde und Co. aufwerten.
Durch den ganzen Loot haben wir bereits ein fantastisches Fortschrittsgefühl und das wird in Albion noch verstärkt. Dort suchen wir Verbündete auf, die unter anderem unsere Module verbessern und uns noch bessere Knarren anfertigen. Auf bestimmte Gadgets müssen wir allerdings stundenlang in Echtzeit warten, bis sie fertiggestellt sind - oder wir verkürzen die Zeit mit Transaktionen.
Ein typischer Stotterstart
Große Probleme zeigt The First Descendant in Sachen Performance. Neben Server-Schwierigkeiten zum Launch sind es vor allem die Konsolenversionen, die nach wie vor schwächeln. Wirklich flüssig läuft das Geschehen auf dem Bildschirm hin und wieder nämlich nicht. Dabei macht aber nicht die Grafik das Spielgeschehen zunichte, denn die Power der Unreal Engine 5 kann sich absolut sehen lassen. Vielmehr bricht häufig die Framerate ein und Kämpfe werden äußerst ruckelig.
