The First Descendant im Test: Looterei, Schießerei, Ruckelei

Test Michael Grünwald
The First Descendant im Test: Looterei, Schießerei, Ruckelei
Quelle: Nexon

Mit The First Descendant steigt ein neuer Loot-Shooter in den Ring, um Destiny und Warframe anzugreifen. Richtig rund läuft der Versuch aber noch nicht.

Eine Konkurrenz zu Destiny, eine hübsche Spielwelt auf Basis der Unreal Engine 5, viele Charaktere mit unterschiedlichen Fähigkeiten und das alles als Free-to-Play-Modell? Das hört sich nicht nur sehr gut an, das funktioniert auf den ersten Blick auch recht ordentlich. Doch The First Descendant kämpft noch mit gewaltigen Kinderkrankheiten, die die Entwickler schnellstmöglich in den Griff bekommen sollten. Der Markt schläft nicht; das beweist unter anderem die erfolgreiche letzte Erweiterung von Destiny 2.

Um langfristig vorne mitzumischen, braucht es bereits in den nächsten Tagen wichtige Upgrades. Trotz des schwierigen Launches erreicht das koreanische Spiel aber allein bei Steam sehr hohe Spielerzahlen und dabei fehlen noch die Zahlen der Konsoleros. Und auch in unserem Test zeigt The First Descendant einige Stärken, die Hoffnung machen.

Möchte Karel (zum) Gott werden?

Storys in solchen Loot-Shootern stehen häufig nicht im Mittelpunkt, doch Ausnahmen bestätigen die Regel. Die Destiny-Reihe kann in Sachen Lore beispielsweise größtenteils überzeugen, beim Storytelling gibt's dagegen immer wieder einige Aussetzer. Die Geschichte um unsere auswählbaren Descendants, die im Deutschen ganz simpel als Nachfahren bezeichnet werden, ist nicht direkt langweilig, kann in The First Descendant aber ebenfalls nicht komplett überzeugen.

Im Grunde entwickelt sich ein typischer Gut-gegen-Böse-Plot: Dem Kontinent Ingris steht eine Invasion der sogenannten Vulgus bevor. An deren Spitze steht der Oberschurke Karel. Nach einem Tutorial treffen wir in einer Sequenz zum ersten Mal auf den Anführer, in der er uns zeigt, was für ein böser Bube er werden möchte.

Ein Nachfahre steht vor einem See und hohen Türmen Quelle: Nexon Es gibt drei sogenannte Eisenherzen auf dem Kontinent, eines ist im Besitz von Karel, die beiden anderen müssen wir im Verlauf des Spiels finden, um den Dimensionswall nicht zu gefährden. Schließlich möchte der Bösewicht Ingris in Schutt und Asche legen.

Im Verlauf der Story stellt sich uns immer wieder seine Gefolgschaft in den Weg. Richtigen Tiefgang bietet die Geschichte aber nicht. Zumindest ein paar interessante Charaktere wie beispielsweise die Künstliche Intelligenz namens Guide (deutsch: Lotsin) und der Unsympath Jeremy bringen ein wenig Würze in den Verlauf.

Drei Figuren stehen auf einem besiegten Koloss Quelle: Nexon Games

Kampf der Elemente

Während die Story ständig im gleichen Tempo voranschreitet, bringen zumindest die Descendants ordentlich Abwechslung ins Gameplay. In The First Descendant wählen wir einen von insgesamt 19 Nachfahren aus - inbegriffen sind dabei schon die stärkeren Ultimate-Varianten von Lepic, Ajax, Viessa, Bunny und Gley.

Aber auch ohne die besonderen Charaktere ist die Auswahl groß. Denn die 14 Descendants unterscheiden sich aufgrund verschiedener Fähigkeiten ziemlich voneinander. Da hätten wir zum Beispiel die drei Startfiguren: Viessa kann Gegner mit ihren Eisangriffen unter anderem verlangsamen und einfrieren, Lepic besitzt Granaten, um Extra-Schaden auszuteilen, und Ajax platziert Barrieren, um Teammitglieder und sich zu schützen.

Bis wir weitere Nachfahren freischalten, vergehen jedoch einige Spielstunden. Denn zunächst müssen wir uns durch die Story arbeiten. Erledigen wir Aufträge, erhalten wir nach und nach Items für neue Descendants. Der Wechsel funktioniert reibungslos über das Menü. Wir können auch jederzeit wieder zum alten Charakter switchen.

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