Wer braucht da noch Dark Souls? First Berserker Khazan macht das, was ich nie zu hoffen gewagt hatte!

Test Yannik Cunha
Wer braucht da noch Dark Souls? First Berserker Khazan macht das, was ich nie zu hoffen gewagt hatte!
Quelle: Neople

The First: Berserker Khazan versucht alle Souls-Titel zu verbinden und mit einem Skill-Tree zu erweitern. Sogar ein Haltungssystem ähnlich zu Sekiro hat es in das Spiel geschafft. Ob das alles funktioniert, verrate ich euch in meinem Test!

Souls Fans streiten sich schon seit etlichen Jahren: Welches Kampfsystem ist das beste? Die klassische Souls-Formel? Das schnelle Haudrauf-Bloodborne? Oder doch das Parieren und Kontern aus Sekiro? Diese Frage haben sich wohl auch die Entwickler beim koreanischen Studio Neople gestellt und sind zum Entschluss gekommen: alle Systeme sind die Besten, und zwar gleichzeitig!

Und genau das macht The First Berseker: Khazan auch, ganz nach dem Vorbild von Lies of P! Warte mal, war nicht gerade eben noch von den Souls-Games die Rede? Ja, da gibt's schon einige Überkreuzungen.

Aber genau wie das Pinocchio-Soulslike hat Khazan auch ganz eigene Mechaniken, die das Spielerlebnis auffrischen und interessant halten. Als Souls-Fan musste ich mir das natürlich anschauen und werde euch nun sagen, wieso Khazan so Bock macht!

Die Backstory ... ein bisschen

Also, die Story ist es schon mal nicht. Unser Berserker Khazan war anscheinend mal ein gefeierter Held, der sogar Drachen getötet hat, aber dann wegen irgendeines Verrats festgenommen, gefoltert und eingesperrt wurde. Hat er wen verraten? Wurde er verraten? Ach, ich sag's euch, wie's ist: Ich hab' keine Ahnung mehr.

Die Backstory wird uns immer wieder nur über Rückblenden, per Standbildern und Texte oder in lahmen Dialoge erzählt. Vielleicht juckt das Fans des Onlinespiels Dungeon Fighter Online etwas mehr als mich, The First Berserker: Khazan (jetzt kaufen 47,21 € / 53,99 € ) ist nämlich die Vorgeschichte zu einem Charakter dieses Universums.

Von dem Spiel habe ich komischerweise aber noch nie gehört, obwohl es eines der beliebtesten Online-Games der Welt ist - also, zumindest in Asien, und offenbar auch nur dort. Aber egal, ich spiele hier auf jeden Fall ein Rollenspiel und sehe mich in der Rolle des Berserkers, der seine Gegner zum Bluten bringen muss.

Einfach ZU cool

Dazu fängt das Spiel auch passend an: Das erste, was nach der ersten Rückblende passiert ist, dass ein Geist mit verzerrter Stimme Besitz von Khazan ergreift, seine Wunden heilt und ihm ein paar Tools an die Hand gibt. An dieser Stelle muss ich aber sagen: Ich mag over-the-top-coole Charaktere und Storys, wie bei Resident Evil oder Devil May Cry, aber was hier abgeht ist sogar mir fast schon zu edgy.

Vor meinem inneren Auge sehe ich mein zwölfjähriges Ich, wie es seinem Klassenkameraden erzählt: "Alter, stell dir vor, es gäbe ein Game, bei dem man so einen Anime-Berserker spielt. Also mit Muskeln und dicken Waffen und so! Und der wird dann von einem bösen Geist namens Klingenphantom übernommen und kann dann besser mit seinen Klingen umgehen, weil es ist ja das KLINGENphantom!

Aber die zwei mögen sich nicht und das Phantom beleidigt den Berserker immer wieder! Sie müssen sich also erst einmal anfreunden, wie bei Naruto ... aus Naruto! Nur so können sie ihre volle Kraft entfachen! Nur mit mehr Blut!".

Khazan kämpft gegen einen anderen Menschen mit Doppelwaffen Quelle: Neople Naja, vielleicht war an dem Tag, an dem die Story geschrieben wurde, ja Bring-Dein-Kind-Zur-Arbeit-Mit-Tag, und der Sohn eines Entwicklers durfte mal praktisch ran.

Vielleicht könnte ich das alles mit Hilfe von ein paar frischen Zwischensequenzen auch ernster nehmen, oder fände es wenigstens cool, wie eben bei Devil May Cry. Die Darstellungsform ließ mich aber schon nach wenigen Stunden Dialoge einfach wegklicken und bei den Rückblenden bin ich lieber schnell in die Küche gehuscht, um einen Beruhigungstee zuzubereiten.

"Diese Tür lässt sich von dieser Seite nicht öffnen."

Die habe ich meistens auch gebraucht, denn die Bosse in Khazan sind wirkliche Herausforderungen. Bevor wir bei denen ankommen, müssen wir uns aber erst einmal durch die einzelnen Levels schlagen, in die das Spiel eingeteilt ist.

Richtig, Khazan verfügt über keine durchweg miteinander verbundenen Gebiete wie bei der Souls-Reihe, wir kloppen uns stattdessen durch einen Katalog von verschiedenen Missionen.

Bildergalerie

Diese enden meistens mit einem Boss, auf den wir uns vorsichtig freuen, ähnlich wie bei Action-Games wie Bayonetta. Schön ist aber, dass die Levels in sich vernetzt sind und immer wieder zu unseren Leuchtfeu-, ähm, ich meine natürlich Phantomschwertern, zurückführen. Für mich gibt es nie genug "Diese Tür lässt sich von dieser Seite nicht öffnen"-Momente.

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