The Callisto Protocol: Interview zum geistigen Dead-Space-Nachfolger - Seite 3: Spannung, Action und Gewalt
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Kurz bevor The Callisto Protocol mit seinem brutalen Gameplay beim Summer Game Fest für Aufsehen sorgte, hatten wir die Gelegenheit, mit einem der Gründer des Entwicklerteams zu sprechen. Steve Papoutsis von den Striking Distance Studios erzählte uns, wie es war, ein neues Studio zu gründen, was das Spiel auszeichnet und ob man bei der Gewaltdarstellung zu weit gehen kann.
PCG: Wie plant ihr, den Spannungsgrad das ganze Spiel über hochzuhalten?
Steve: Das ist immer eine Herausforderung. Man will den Spieler bei der Stange halten, indem man ihm neue Szenarien und Herausforderungen präsentiert, neue Feinde, neue Mittel, um diese Feinde auszuschalten, oder neue Umgebungen mit taktischen Vorteilen. Es ist wieder die Mischung aus allem. Speziell bei unserem Spiel wollen wir auch dem Horror genügend Raum bieten und nicht immer nur auf Gegner setzen. Man braucht diese Hochs und Tiefs mit Erkundung, Ressourcenmanagement und Kämpfen. Es kommt aufs Timing an, damit es sich immer wieder frisch und anders anfühlt. Auch, wenn ihr einen Gegner schon kennt, wollen wir euch diese Gegner auf verschiedene Arten und in verschiedenen Kombinationen präsentieren. Wir haben da also einige Werkzeuge, mit der wir die Erfahrung erschaffen und verändern können, damit ihr bis zum Ende dabeibleibt.
PCG: In den Augen mancher Fans hat sich die Dead-Space-Reihe irgendwann zu sehr auf die Action konzentriert. War das etwas, das ihr bei der Entwicklung von The Callisto Protocoll im Hinterkopf hattet?
Steve: Klar. Der große Vorteil daran, dass wir gerade ein neues Spiel erschaffen, ist, dass wir von einem ganz neuen Punkt starten können. Das gibt uns die Gelegenheit, unsere Survival- und Horrorelemente noch mehr auszubauen. Die sind uns sehr wichtig und wir möchten, dass das Spiel auf jeden Fall herausfordernd ist. Und zwar von Anfang bis Ende. Ihr sollt am Schluss nicht als unbesiegbare Killermaschine dastehen. Klar darf es Momente geben, in denen ihr euch mächtig fühlt, weil das einfach Spaß macht. Wir wollen aber durchweg die Spannung aufrechterhalten.
In diesem Artikel
- Seite 1 The Callisto Protocol: Interview zum geistigen Dead-Space-Nachfolger - Seite 1: Steve Papoutsis und die Gründung von Striking Distance Studios
- Seite 2 The Callisto Protocol: Interview zum geistigen Dead-Space-Nachfolger - Seite 2: Setting, Monsterdesign und der blanke Horror
- Seite 3 The Callisto Protocol: Interview zum geistigen Dead-Space-Nachfolger - Seite 3: Spannung, Action und Gewalt
- Seite 4 Bildergalerie
PCG: Weil wir Dead Space nun schon so oft erwähnt haben: Eins der immersivsten Features dieser Spiele war ja die Art, wie ihr die HUD-Elemente integriert habt. Behält The Callisto Protocol das bei?
Steve: Da sind wir wieder bei unserem Konzept des designten Realismus. Dieses diegetische [sich in der Spielwelt befindende, Anm. d. Redaktion] HUD ist etwas, das uns schon immer überzeugt hat, wenn es darum geht, Dinge in der Spielwelt zu behalten und sie nicht zu sehr zu gamifizieren. Das hilft dem Spieler, sich auf seine Figur zu konzentrieren und erhöht die Immersion.
PCG: Die Soundeffekte waren ja auch ein Punkt, der die Dead-Space-Spiele und dich persönlich ausgezeichnet hat. Wie konntet ihr eure Audiotechnologie für The Callisto Protocol upgraden?
Steve: Die Systeme haben sich weiterentwickelt, was unseren Sounddesignern und dem Audio Director ermöglicht, einen noch besseren Job zu machen und noch mehr Ebenen aus dem Sound herauszuholen. Bei den Spielern daheim stehen möglicherweise auch bessere Anlagen, die uns etwa erlauben, Mehrfachausgänge zu nutzen.
Quelle: KRAFTON, inc.
The Callisto Protocol: Interview mit Steve Papoutsis (5)
Aus meiner Perspektive geht es aber eher um die Sounds an sich, das Ausgangsmaterial. Also die Musik, die Effekte von Waffen und Gegnern, und so weiter. Die modernen Systeme können diese Sounds noch verstärken und ein neues Level an Immersion ermöglichen, aber letztendlich geht es darum, wie kreativ und talentiert das Sound-Team ist. Um etwas wirklich Großartiges zu erschaffen, kombiniert man dann beides.
PCG: Würdest du sagen, dass es der Videospielemarkt heutzutage leichter macht, mit einem klassischen Survival-Horrorspiel Erfolg zu haben, als zu den Zeiten von Dead Space?
Steve: Das ist eine interessante Frage, auf die ich ehrlich gesagt keine Antwort habe. Ich denke, dass das Genre auf jeden Fall seine Fans hat, was uns zuversichtlich stimmt. Eine Sache steht aber fest: Es gibt heute mehr Gamer als je zuvor, dementsprechend hoffe ich, dass es prozentual gesehen auch mehr Horror-Fans gibt. Und ich weiß, wenn ich an meine ersten Erfahrungen mit Horrorspielen zurückdenke, dass ich mit einigen davon so viel Spaß hatte, wie mit kaum etwas anderem.
Ich glaube, das Wichtigste in einem Videospiel sind unterhaltsame Systeme, mit denen man interagiert, und für mich persönlich sind die Story, die Immersion und dieses Gefühl, unbedingt wissen zu wollen, wie es ausgeht, auch entscheidend. So etwas zieht mich rein, egal, welche Art Spiel es ist. In diesem Sinne hoffe ich, dass The Callisto Protocol genau das für die Spieler bietet, und dass Fans von Science-Fiction und Horror eine einprägsame Erfahrung haben werden.
Quelle: KRAFTON, inc.
The Callisto Protocol: Interview mit Steve Papoutsis (6)
PCG: Wir wissen nicht, ob du das damals mitbekommen hast, aber Dead Space 2 hatte ziemliche Probleme mit dem deutschen Jugendschutz, bevor es hierzulande ungeschnitten erscheinen durfte. Manche (bayerischen) Politiker waren alles andere als glücklich mit dem Gewaltgrad des Spiels. Denkst du, es gibt so etwas wie ein zu brutales Horrorspiel? Kann man es in dem Genre überhaupt übertreiben?
Steve: Schwierig. Das führt uns wieder zurück zu Dingen, die ich schon gesagt habe: Es sollte plausibel sein und im Kontext des Settings und der Story Sinn ergeben, das ist für mich sehr wichtig. Klar, es gibt diese Fälle, wo Entwickler etwas, sagen wir mal, extravagant waren, und so was einfach selbstzweckhaft gemacht haben, ohne darauf zu achten, ob diese Momente die Erfahrung überhaupt bereichern.
Ich will, dass diese Momente im Gesamtbild sinnvoll sind und in die Spielwelt passen und nicht einfach nur zum Schocken des Spielers da sind. Das ist meine Sicht der Dinge. Ich weiß nicht, ob das eure Frage beantwortet.
PCG: Tut es! Dann bedanken wir uns vielmals für deine Zeit und wünschen dir noch einen schönen ... Abend? Morgen?
Steve: Ach, wir haben hier noch den ganzen Tag vor uns.
The Callisto Protocol erscheint am 02. Dezember 2022 für PC, PS4, PS5, Xbox One und Xbox Series S/X. Wer sich danach noch einmal durch das erste Dead Space in seiner Remake-Fassung gruseln will, um die Wurzeln von Striking Distance Studios' Horror-Vision kennenzulernen, kann das ab dem 27. Januar 2023 tun.
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