The Ascent - Test: Grafisch beeindruckende Cyberpunk-Action

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The Ascent - Test: Grafisch beeindruckende Cyberpunk-Action
Quelle: Neon Giant

Mit edler Cyberpunk-Kulisse und feinster Raytracing-Grafik macht The Ascent auf den ersten Blick mächtig was her. Im Test zeigt der ambitionierte Mix aus Twin-Stick-Shooter und Action-Rollenspiel aber auch ärgerliche Schnitzer, die auf die Wertung drücken.

Etwas schade allerdings: Dauerhafte Begleiter-Pets wie zum Beispiel eine fliegende Drohne oder etwas in der Art gibt es leider nicht. Zumindest könnt ihr euch aber für kurze Zeit einen Roboter-Helfer oder mechanische Spinnen herbeirufen, die dann automatisch auf eure Gegner losgehen. Alternativ könnt ihr auch ein automatisches Geschütz aufstellen, eine Heilblase erzeugen oder einfach einen unverwundbaren Mech aus der Hosentasche zaubern, mit dem ihr dann für kurze Zeit unter den Gegnern aufräumt.
Feuer, Funken, Explosionen: Die Effekte sehen hervorragend aus. Quelle: PC Games Feuer, Funken, Explosionen: Die Effekte sehen hervorragend aus.

Ödes Hacking

Das Hacken von Türen und Truhen fällt zu simpel aus. Quelle: PC Games Das Hacken von Türen und Truhen fällt zu simpel aus. Passend zum Cyberpunk-Setting könnt ihr auch Hacken, was aber cooler klingt, als es ist. Es gibt kein Minispiel oder dergleichen, ihr drückt einfach nur eine Taste, schon hackt ihr alles im näheren Umkreis. Zum Beispiel verschlossene Türen und Kisten, die überall in der Spielwelt verteilt sind und die vielleicht eine besondere Waffe, Upgrade-Komponenten oder eine starke Rüstung enthalten. Um die Schlösser zu öffnen, müsst ihr allerdings Cyberdeck-Upgrades sammeln, die eure Hacker-Berechtigungen erhöhen. Da man diese Upgrades ziemlich leicht verpassen kann, kommt man zwangsläufig an Schlössern vorbei, die man noch nicht knacken kann und muss zu dann einem späteren Zeitpunkt zurückkehren. Das sorgt für ordentlich Backtracking, doch immerhin: Ungeöffnete Kisten werden netterweise automatisch auf der Karte eingezeichnet.

Trotzdem hätten wir uns mehr Hacking-Möglichkeiten gewünscht, nette Ansätze gibt's nämlich durchaus. Zum Beispiel könnt ihr gegen Ende Geldautomaten hacken oder automatische Geschütze aus dem Boden heraufbeschwören - von solchen Ideen hätte es gerne mehr sein dürfen.

Ungenutztes RPG-Potenzial

Wenn ihr genug Erfahrungspunkte gesammelt habt, steigt ihr im Level auf und dürft dann Punkte auf eine Handvoll Attribute verteilen. Das ist idiotensicher und tut was es soll: Ihr werdet im Laufe der Zeit einfach immer stärker. Zusätzlich gibt's auch ein paar passive Talente, doch leider fällt ausgerechnet hier die Auswahl sehr gering aus: Lebensabzug, durchschlagene Kugeln, Kettenblitzeffekte, höheres Tempo - all das gibt es leider nicht. Wie cool wäre es gewesen, wenn man hier unterschiedliche Builds ermöglicht hätte!
Nach jedem Levelaufstieg verteilen wir Punkte auf acht Attribute. Quelle: PC Games Nach jedem Levelaufstieg verteilen wir Punkte auf acht Attribute. Auch das Rüstungssystem hilft da nicht weiter, denn man zieht ohnehin einfach das an, was gerade die höchsten Verteidigungswerte hat. Es gibt keine Bonuseigenschaften, die eure Spielweise oder einen Skill verändern können, so wie man es aus Diablo 3 kennt. Einen behäbigen Tank oder eine blitzschnelle Glaskanone könnt ihr also nicht spielen. Gerade hier lassen Loot und Rollenspiel-Mechaniken viel Potenzial ungenutzt.

Schwachstelle Balancing

Als Action-Rollenspiel ist The Ascent also vergleichsweise schwach auf der Brust, doch Ballerfreunde kommen über weite Strecken voll auf ihre Kosten. Leider ist das Balancing aber gerade im letzten Spieldrittel ziemlich wackelig geraten: Manche Feinde fallen da wie die Fliegen, andere schlucken dafür ein Magazin nach dem nächsten oder nieten unseren Helden mit wenigen Treffern um - warum, das lässt sich oft nicht mehr nachvollziehen. Ein Bildschirmtod ist zwar meistens harmlos, da man einfach um die Ecke wiederbelebt wird, aber dann muss man einen Abschnitt wiederholen und die gleichen Feinde nochmal bekämpfen. Ab und zu ist das völlig okay, doch gegen Spielende, wo man zum Teil wahre Gegnermassen bekämpfen muss, kann das Balancing auch mal nerven.

Koop mit Frustgefahr

Dafür hat The Ascent noch ein dickes Ass im Ärmel, nämlich einen Koop-Modus für bis zu vier Spieler. Das klappt - theoretisch - sowohl lokal als auch online, wobei wir in unserem Test (vor Release) leider noch keine Spieler übers Internet ausfindig machen konnten. Im Couch-Koop macht das Ganze aber zumindest einen überaus spaßigen Ersteindruck, schon allein weil man sich gegenseitig wiederbeleben kann. Ganz wichtig: Der Spielfortschritt ist immer an den Host gekoppelt, der die Partie gestartet hat. Die Koop-Partner dürfen nur Erfahrung und Beute mitnehmen - das ist erst mal nichts Ungewöhnliches. In unserem Test wurde aber einfach mal der Kampagnenfortschritt einer hochstufigeren Spielfigur überschrieben, als wir sie in eine Koop-Partie mitnahmen. Als wir unseren Level-12-Helden später solo weiterspielen wollten, waren viele Hauptquests einfach wieder zurückgesetzt. Das geht gar nicht! Da sollten die Entwickler unbedingt nochmal ran und mit einem Patch nachbessern. Bis dahin können wir vom Koop - so spaßig er sich auch präsentieren mag - vorerst nur abraten.
Im Koop können bis zu vier Spieler gemeinsam loslegen, lokal oder online. Quelle: PC Games Im Koop können bis zu vier Spieler gemeinsam loslegen, lokal oder online.


Kleine und große Bugs

Unsere PC-Testversion hatte auch noch mit anderen Bugs zu kämpfen, beispielweise war die deutsche Übersetzung noch etwas löchrig. Außerdem sind uns gegen Ende mehrmals die Waffen aus der Hand verschwunden - das ist zwar übel, lässt sich aber schnell lösen, indem man das Inventar öffnet und wieder schließt. Eher albern war ein Bug, der unseren Kopf bis auf einen schwebenden Unterkiefer verschwinden ließ, sobald wir den Helm ausgeblendet hatten. Auch am Spawn-Verhalten darf Neon Giant ruhig noch feilen. Mehrmals sind uns Gegner über den Weg gelaufen, die eigentlich auf ihre vorbestimmte Position wollten, aber viel weiter weg als nötig gespawnt sind und deshalb schnurstracks an uns vorbeiflitzten.

Bildergalerie

Den wohl peinlichsten Bug in unserem Test entdeckten wir aber im Händlermenü: Hier kann man überschüssige Item-Duplikate einfach per Tastendruck verkaufen. Das ist eigentlich praktisch, doch leider klappte das Ganze etwas zu gut: Wir konnten den Verkaufsvorgang unbegrenzt wiederholen und dadurch endlos Geld scheffeln.

All diese Eindrücke beziehen sich übrigens auf die PC-Version über Steam, die wir vorab erhalten haben. Die Xbox-Fassungen konnten wir erst ab Release spielen. Wir haben mittlerweile aber auch ein paar Stunden in die Series-S-Fassung reinspielen können, unser Ersteindruck: Eine gute Performance und etwas weniger Bugs als auf dem PC, das endlose Duplikate-Verkaufen ist hier beispielsweise nicht mehr möglich. Update: Nach weiteren Spielstunden haben wir auch die Xbox-Fassungen bewertet.

Schickes Raytracing

Zu Beginn unseres Tests fielen uns auch häufige Nachladerucker unter DX 12 auf. Einen Tag später erhielten wir aber eine E-Mail vom Entwickler: Wir sollen DX12 vorübergehend abschalten, da der Modus noch zu Abstürzen neige und auch die Performance mit eingeschalteten Raytracing müsse noch optimiert werden. Darum haben wir in unserem Test fast aussschließlich im DX11-Modus gespielt. Hier gab es zwar kein Raytracing, doch dafür hinterließ die Performance einen guten Eindruck: Unsere Framerate fiel auf höchsten Details nur selten unter 60 FPS (bei 1080p).

Die modernen Raytracing-Effekte werten die Optik tatsächlich noch ein kleines Stück auf, sie sorgen vor allem für zusätzliche, feinere Spiegelungen in Pfützen und auf nassen Oberflächen, von denen es reichlich im Spiel gibt. Das ist schön, aber auch kein Muss: Wer nicht die passende Hardware im Rechner hat oder unter DX12 mit Rucklern zu kämpfen hat, kann auch gut darauf verzichten und erlebt trotzdem ein grafisch tolles Spiel. Hier ein paar Vergleichsbilder:

The Ascent ist seit dem 29. Juli für PC und Xbox One sowie Xbox Series S/X erhältlich, der Preis liegt bei fairen 30 Euro. Das Spiel ist direkt ab Launch auch im Game Pass enthalten.

Update: Zwei PC-Versionen, Unterschiede zur Game-Pass-Version

Obwohl die PC-Fassung von The Ascent überwiegend positive User-Wertungen erhält, häufen sich auch Beschwerden. Diese hängen oft mit dem Game Pass zusammen, denn tatsächlich unterscheiden sich die Fassungen für Steam und Xbox Game Pass ein wenig. So bietet The Ascent eigentlich drei Schwierigkeitsgrade (leicht, normal, schwer), die ihr normalerweise im Optionsmenü auswählen könnt. In der Game-Pass-Version fehlt diese Option allerdings, das betrifft auch die Xbox-Fassung. Weiterhin klagen einige User über fehlende Grafikoptionen in der Game-Pass-Version, in der u.a. DLSS und Raytracing nicht aktivierbar sind. Ein Entwickler hat bereits bestätigt, dass es sich um unterschiedliche Spielversionen handelt und ein Update angekündigt, das diese Probleme beheben soll.

Update #2: Mittlerweile hat die Game-Pass-Fassung ein Update erhalten, dank der man den Schwierigkeitsgrad anpassen kann, das ist auch auf Xbox-Konsolen möglich. Ob auch die Grafikoptionen der Steam-Fassung eingebaut wurden, überprüfen wir noch.

Meinung

Wertung zu The Ascent (PC)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu The Ascent (XBO)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu The Ascent (XSX)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Grandios umgesetzter Cyberpunk-SchauplatzFantastische GrafikDichte AtmosphäreSpaßige Twin-Stick-ActionOrdentliches WaffenarsenalStimmungsvoller Sound, gute SprecherSolider UmfangGünstiger PreisKurze Ladezeiten (PC)
Ödes HackingKaum unterschiedliche Builds möglichStory verschenkt PotenzialDesignschwächen/Fehler im KoopStarres BeutesystemUnnötiges Crafting / Aufleveln von WaffenTeils lange LaufwegeBalancing-Schwächen im letzten SpieldrittelFehlende Featueres (Schwierigkeitsgrade, DLSS, Raytracing) in Game-Pass-Version
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