Tempest Rising im Test: Echtzeit-Strategie auf den Spuren von Command & Conquer

Test Felix Schütz
Tempest Rising im Test: Echtzeit-Strategie auf den Spuren von Command & Conquer
Quelle: 3D Realms, Knights Peak, PC Games

Westwood wäre stolz: Tempest Rising kopiert die C&C-Formel ganz ungeniert, macht aber was draus! Im Test muss das Echtzeit-Strategiespiel zeigen, ob es sein großes Vorbild beerben kann.

Was macht ein gutes Command & Conquer aus? Basisbau und Erntefahrzeuge? Tankrushs und coole Missionen? Kurze Videos zwischen den Einsätzen oder ein fetziger Soundtrack? Und natürlich jede Menge Kram, der anständig in die Luft fliegt?

All das bekommt ihr in Tempest Rising (jetzt kaufen / 39,99 € )! Das Spiel macht auch kein Geheimnis aus seinem großen Vorbild, hier wird Westwoods Kult-Serie gehuldigt, was das Zeug hält - und das ist auch gut so. Die Entwickler von Slipgate Ironworks wollten von Anfang an das Spielgefühl zurückbringen, das die C&C-Serie und andere Echtzeit-Klassiker aus den 90er Jahren groß gemacht haben. Kein leichtes Unterfangen, wie sich später zeigen sollte, das Projekt wurde mehrfach verschoben.

Doch nun ist Tempest Rising endlich fertig und nun muss es im Test zeigen, ob es wirklich mit seinen großen Vorbildern mithalten kann - oder ob's am Ende doch nur zu einem C&C zweiter Klasse reicht.

Jawohl, Sir!

Dass Tempest Rising irgendwo, irgendwie auch mit dem Ion-Fury-Universum zusammenhängt, braucht euch nicht großartig kümmern - die simple Story steht nämlich auf eigenen Beinen und ist auch ohne Vorkenntnisse schnell kapiert.

Tempest Rising spielt in einer alternativen Realität im Jahr 1997, in dem sich nach einem Atomkrieg zwei neue Supermächte herausgebildet haben: Da haben wir einmal die technisch hochgerüstete GDF-Armee, die sich als so eine Art Weltpolizei versteht und die mit Drohnen, Laserkanonen und einer überlegenen Luftwaffe in die Schlacht zieht. (Die GDI aus C&C lassen an dieser Stelle schön grüßen.)

Und dann gibt es als zweite Fraktion noch die Tempest Dynasty, die sich aus einigen osteuropäischen und asiatischen Nationen zusammengeschlossen hat. Ihre Armee setzt auf starke Panzer, Flammenschaden und praktische Reparatureinheiten, mit denen sie ihre Truppen an Ort und Stelle wieder zusammenflickt.

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An alle, die jetzt "Kane lebt im Tode!" schreien möchten: Auch wenn die Gemeinsamkeiten zur Bruderschaft von NOD natürlich auf der Hand liegen (sogar die Kaserne gleicht einer Faust!), sollte man die Tempest Dynasty nicht einfach als die "Bösen" in der Geschichte abstempeln: Ihre Motive sind differenzierter und einen skrupellosen Anführer wie Kane, der die Welt in den Abgrund reißen will, gibt es auch nicht.

Die Missionsbesprechungen sind gut (auf Englisch) vertont. Leider tragen viele Charaktere Masken, so dass man ihre Gesichtsanimationen nie zu sehen bekommt - vermutlich aus Kostengründen. Quelle: PC Games Die Missionsbesprechungen sind gut (auf Englisch) vertont. Leider tragen viele Charaktere Masken, so dass man ihre Gesichtsanimationen nie zu sehen bekommt - vermutlich aus Kostengründen. Die klassische Schurkenrolle fällt eher den Veti zu, einer dritten Fraktion, die erst später in der Geschichte auftaucht: Sie setzen auf ein futuristisches Design, ihre Gebäude erinnern fast schon ein wenig an die Protoss aus Starcraft. Und sie kommen mit eigenen Mechaniken, Einheiten, Gebäude und allem drum und dran daher. Obwohl sie damit schon ziemlich ausgereift wirken, dürft ihr sie derzeit leider noch nicht selbst spielen. Die Entwickler wollen aber zu einem späteren Zeitpunkten noch ein Update nachschieben, mit dem ihr die Veti auch selbst im Skirmish und Multiplayer zocken könnt.

Bis dahin dürft ihr sie aber schon mal als Gegner in der Kampagne ausgiebig kennenlernen - und da erfüllen sie auf jeden Fall ihren Zweck.

Command & Conquer lässt grüßen

Was es mit den Veti auf sich hat und warum die GDF und Dynasty überhaupt im Krieg sind, das hängt alles mit dem mysteriösen Tempest zusammen: So heißt eine blutrote, energiereiche Pflanze, die sich langsam aber sicher über den Planeten ausbreitet und als Ressource ungeheuer wertvoll ist. Klar:

Spätestens hier bekommen C&C-Veteranen ein tiberiumgrünes Leuchten in den Augen! Und es ist längst nicht die einzige Parallele.

Ihr habt zum Beispiel wieder die Wahl aus zwei Einzelspieler-Kampagnen, in denen regelmäßig kurze, vorgerenderte Videos zwischen den Missionen eingespielt werden, die für etwas Atmosphäre sorgen. Da fühlen sich C&C-Kenner direkt heimisch!

Bildergalerie

Auch der Soundtrack weckt wohlige Erinnerungen, was auch kein Wunder ist: Einige Stücke wurden von Frank Klepacki höchstpersönlich geschrieben, also dem gleichen Komponisten, der schon die Soundtracks zu vielen Command & Conquer-Spielen produziert hat.

Vor jedem Einsatz erwartet euch außerdem ein umfangreiches Briefing. Echte Schauspieler wie bei C&C bekommt ihr hier zwar nicht zu sehen, die waren wohl nicht im Budget. Aber zumindest gibt's hier etwas längere Dialoge, in denen man die Motive und Hintergründe der beiden Fraktionen besser kennenlernt. Technisch sind diese Szenen nicht gerade umwerfend gemacht, die Mimik der Charaktere ist allenfalls durchschnittlich. Genügend Stimmung kommt trotzdem auf! Einzig auf deutsche Sprachausgabe müsst ihr leider verzichten, es bleibt also bei Untertiteln und englischen Sprechern.

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